Neuseeland verhängt Geldstrafe, wenn Reisende ihr Passwort nicht verraten wollen

Bei der Einreise in andere Länder werfen die Grenzbeamten immer häufiger einen Blick auf technische Geräte der Besucher wie Laptop oder Smartphone. Sollten letztere durch einen Zugangscode gesichert sein, droht in Neuseeland ab sofort eine Strafe von bis zu 5000 Dollar.

Mit einem neuen Gesetz, dem sogenannten Customs and Service Act 2018, weitet Neuseeland seine Überwachungsmaßnahmen drastisch aus. Mit diesem können Reisende Besucher an Flughäfen von Polizisten aufgefordert werden, ihre technischen Geräte samt Passwort herauszugeben. Wer dem nicht nachkommt, dem droht eine Strafe von 5000 neuseeländischen Dollar, was etwa 3000 Euro entspricht. Die Geräte werden danach unter Umständen dauerhaft eingezogen und umfassand durchsucht.

Während das neue Gesetz seitens der Regierung verteidigt wird, gibt es massive Kritik von Bürgerrechtsorganisationen wie dem Council for Civil Liberties. So seien auf technischen Geräten umfassende persönliche Informationen gespeichert, die von Beamten praktisch willkürlich und ohne jeglichen Richterbeschluss unter Androhung von Geldstrafen eingefordert werden können.

Neuseeland ist bei weitem nicht der einzige Staat, welcher es Behörden erlaubt, die Geräte Einreisender zu durchsuchen. Es ist aber ein Novum, dass Nutzer ihr Passwort herausgeben müssen, wenn diese einer Strafe entgehen wollen. Das dürfte vor allem private Besucher überraschen, welche häufig (abgesehen von etwas Taschengeld) keine größeren Geldsummen mitführen und demnach keine andere Wahl haben, als die entsprechenden Passwörter beziehungsweise Zugangscodes zu verraten.

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Karim Ammour

Datum:
03.10.2018 | 12:07 Uhr
Rubrik:
Weltgeschehen
Quelle:
CNN
Tags:
Bürgerrechte Neuseeland Passwort Reisende Strafe

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