Schweden: Urteil verbietet Kamera-Drohnen aller Art

In Schweden dürften Privatleute ab sofort keine eigenen Drohnen zur Aufnahme von Bildern oder Videos aufsteigen lassen, nachdem ein landesweites Flugverbot erlassen wurde. Die Nutzung von Kamera-Quadrokopter ist nun nur noch in speziellen Fällen mithilfe einer aufwendigen Spezialgenehmigung möglich.


Quelle: Engadget

Ein neues Urteil eines schwedischen Gerichts sorgt derzeit international für Unmut: Das Oberste Verwaltungsgericht des Landes hat entschieden, dass Drohnen mit ausgerüsteter Kamera als Überwachungsinstrument gelten und demnach nur unter Spezialauflagen zur Unfall- und Verbrechensbekämpfung genutzt werden müssen - mit entsprechender behördlicher Genehmigung. Für Privatleute und fast alle gewerblichen Nutzer bedeutet dies de facto ein absolutes Flugverbot. Für das Urteil ist nach Ansicht des Gerichts auch die Tatsache zu beachten, dass Kamera-Drohnen über die Ferne ausgelöst werden können.

Der Branchenverband UAS reagierte auf die Entscheidung des schwedischen Gerichts empört und verweist auf tausende Arbeitsplätze der Industrie, welche dadurch verloren gehen könnten. Auch der Grundtenor vieler Verbände und Medien ist eher negativer Stimmung gegenüber dem Urteil, weil es auch den Einsatz von Kameradrohnen als Hobby oder für Bildungszwecke komplett untersagt. Zudem seien die Gesetze im Umgang mit Drohnen bereits vorher umfangreich geregelt worden.

In Deutschland ist die Nutzung von Kameras auf Drohnen grundsätzlich erlaubt, solange eine bestimmte Gewichtsgrenze des Fluggeräts nicht überschritten wird und die Aufnahmen lediglich "angemessenen" privaten Zwecken dienen. Für die gewerbliche Nutzung ist eine Genehmigung bei der zuständigen Behörde einzuholen, welche regelmäßig erneuert werden muss. Die Bundesregierung hat jedoch zuletzt einen neuen Gesetzesentwurf vorgelegt, mit dem die Nutzung von Drohnen weiter eingeschränkt werden soll.

Karim Ammour

Datum:
24.10.2016 | 17:34
Rubrik:
weltgeschehen
Tags:
drohne kamera schweden urteil

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