PRISM-Skandal: Veröffentlicher gibt seine Identität preis

Wie vor einigen Tagen aus einem geheimen Dokument bekannt wurde, betrieb der amerkanische Geheimdienst NSA seit Jahren eine versteckte Spionageaktion und untersuchte über lange Zeit hinweg die Nutzerdaten vieler großer US-Unternehmen wie Google, Microsoft und Apple. Nun hat sich auch der 29-jährige Edward Snowden zu Wort gemeldet, der diese Dokumente an die Öffentlichkeit gebracht hat.


Quelle: Guardian

In einem Gespräch mit dem brititschen Magazin Guardian sprach der IT-Techniker Edward Snowden erstmals über sich und seine Gründe für die Aufdeckung des großen Abhörskandals in den USA. Im Interview verrät er, dass er es nicht zulassen könne, dass Leute in dieser Gesellschaft in solchen Umfang ohne ihr Wissen oder Einverständnis ausspoiniert werden. Er sah es als seine Pflicht an, die Bürger über diesen Fall zu informieren und habe deshalb auch kein schlechtes gewissen, geheime Unterlagen zu "PRISM", so der Deckname der Operation, ans Licht gebracht zu haben. Im Gegensatz zur offiziellen Erklärung der US-Regierung, man wolle nur fragwürdige Personen und Terroristen überwachen, um eine möglichst hohe Sicherheit der Bürger zu gewährleisten, wird jede mögliche Person im großen Rahmen ausspioniert: Nicht nur der Email-Verkehr, sondern auch Passwörter und Zahlungsdaten der Nutzer werden nach Möglichkeit aufgefangen und bei der NSA gespeichert, erklärt Snowden.

Der 29-jährige Edward Snowdon ist für die Veröffentlichung der PRISM-Aktion verantwortlich.

Eigenen Aussagen zufolge hat Snowden die brisanten Informationen vor einigen Wochen in einer NSA-Station auf Hawaii in die Finger bekommen und ist anschließend nach Hong Kong gereist, wo er sich momentan auch aufhält. Er erhofft sich dadurch, außer Griffweite der US-Regierung zu bleiben, da er im Falle einer Festnahme mit schwerwiegenden Konsequenzen bis hin zu Folter rechne. Da er selbst beim Geheimdienst tätig war, wird er vermutlich auch darüber bewusst sein, was im Falle einer Auslieferung in die USA auf ihn zukommen kann.

Nach eigenen Angaben dient die Veröffentlichung nicht als Möglichkeit, an Berühmtheit oder Geld zu gewinnen, denn bis vor kurzem lebte Snowden friedlich mit seiner Frau in Amerika und hatte ein Jahresgehalt von rund 200.000 Dollar. Das alles habe er aufgegeben, weil er nicht zusehen könne, wie Leute im großen Stil ausspioniert werden. Zwar kann er selbst auf sein bisheriges leben verzichten, jedoch gab Edward zu, sich Sorgen um seine Familie zu machen, welche möglicherweise unfreiwillig in den Konflikt mit einbezogen werden können. Unklar ist ebenfalls, welche Schritte die US-Regierung unternehmen wird, um Edward Snowdon zu fassen beziehungsweise ausliefern zu lassen.

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