China: Rotlichtverstöße werden direkt per Messenger am Smartphone bestraft

China arbeitet schon seit längerem an einer virtuellen Intelligenz, welche Rotlichtverstöße im Straßenverkehr automatisch erkennt und bestraft. Bisher wurden betroffene Personen "nur" öffentlich an den Pranger gestellt - bald sollen sie aber auch direkt per privater Nachricht über die die entsprechende Strafe informiert werden.


Quelle: SCMP

Im Rahmen des nationalen Credit-Systems, bei dem jeder Bürger zentral überwacht und in ein Punkteschema eingeordnet wird, haben chinesische Behörden testweise eine weitere Funktion implementiert. In der Millionenmetropole Shenzen sollen nämlich Bürger, die bei rot eine Straße durchqueren, automatisch in einer Strafdatei registriert werden und unmittelbar nach der Tat via Instant Messenger über die Strafe informiert werden. All dies soll mithilfe einer künstlichen Intelligenz funktionieren, welche an ein zentrales Register angebunden ist.

Bisher wurden Über-Rot-Geher zwar auch schon erfasst und mit dem Namen und einer eindeuigen Identitätsnummer öffentlich zur Schau gestellt. Dass Betroffene aber auch automatisch eine Nachricht auf ihr Smartphone erhalten, ist neu. Weiterhin sollen Bürger bei mehrmaligen Verstößen über das Credit-System sanktioniert werden. Mögliche Strafen wären Reisebeschränkungen, eine schlechtere Kreditwürdigkeit oder der Ausschluss aus bestimmten Bildungseinrichtungen. Künftig soll auf diese Art und Weise das gesamte Leben der in China lebenden Menschen durchleuchtet werden, weshalb auch der Einsatz von Anonymisierungsdiensten immer weiter eingeschränkt wird.

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