5 Milliarden US-Dollar Strafe: Datenskandal mit Cambridge-Analytica kommt Facebook teuer zu stehen

Facebook steht spätestens seit dem allseits bekannten Datenskandal rund um Cambridge-Analytica im Kreuzfeuer der Datenschutzbefürworter. Nun gibt es in dieser Thematik etwas Bewegung: Die Federal Trade Commission (FTC) verdonnert Facebook zu einer Strafzahlung von 5 Milliarden US-Dollar, was eine Rekordstrafe darstellt.


Mehrere US-Medien berichten übereinstimmend über eine Rekordstrafe, die Facebook von der Federal Trade Commission (FTC) verhängt bekommen hat. Im Rahmen einer internen Abstimmung haben sich drei der fünf Stimmberechtigten in der Verhandlung für die Strafe ausgesprochen. Das Ganze ist bereits seit langem in der Diskussion - mit der Bekanntgabe des Strafmaßes ist in der Hinsicht nun ein Durchbruch erzielt worden. Konkret bedeutet dies, dass Facebook 5 Milliarden US-Dollar zahlen muss. Der Beschluss muss allerdings noch vom amerikanischen Justizministerium bestätigt werden. Das wäre die höchste verhängte Strafe, der ein US-Tech-Unternehmen jemals gegenübergetreten ist. Google als bisheriger Spitzenreiter wurde einst zu einer Strafzahlung von 22 Millionen US-Dollar verdonnert.


Grund für die empfindliche Strafzahlung ist ein Datenskandal größten Ausmaßes: Bekannt als Cambridge-Analytica-Skandal hat Facebook gesetzeswidrig gehandelt, in dem Datenschutzauflagen übergangen wurden. Insgesamt wurden ohne Einverständnis der betroffenen Nutzer Daten von 87 Millionen Personen erhoben, die am Ende bei dem Datenverarbeitungsunternehmen Cambridge Analytica gelandet sind. Mit den illegal aquirierten Daten wurden dann Profile erstellt, um in politischen Debatten mitzumischen. In diesem Zusammenhang wird der Wahlkampf des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump sowie die Brexit-Abstimmung erwähnt. Doch das ist nicht der Grund für die hohe Geldstrafe - vielmehr ist der Gesetzesbruch ein Tabu. Die Richter sehen in der Sache ein Unding Daten von Nutzern an Dritte ohne Einverständnis und Widerspruchsmöglichkeit weiterzugeben. Schlimm ist dabei auch, dass noch nicht einmal die Nutzer etwas davon wussten. 

Anzeige