Pokémon Go: Maßnahmen gegen Massenansturm von Personen

Niantic greift durch und reagiert nach Kritik, um dem Massenansturm von Personen bei Pokémon Go Herr zu werden. Künftig sollen etwa bei vielen Spielern an einem Ort Hinweise eingeblendet werden, während Privatgrundstücke ein Recht auf 40 Metern Abstand zum nächsten Pokéstop haben.


Niantics Pokémon Go hat im Sommer 2016 eine riesige Masse an Spielern begeistert. Dazu brauchte es einfach ein Smartphone und die Freiheit. Draußen tummelten sich also am Ende selbst jene, die normalerweise Zuhause bleiben, um besonders seltene Pokémon zu fangen. Was zunächst erfreulich ist, entpuppte sich nach kürzester Zeit zum Ärger für viele Nichtspieler. Die Gründe: Die Spieler achten teils gar nicht auf ihre Umwelt und geraten in Unfälle oder steigen unbefugt in Privatgelände ein. Besonders ärgerlich ist auch das wortwörtliche Verstopfen von öffentlichen Plätzen oder Straßen. Das alles hat es gegeben, was den Entwicklern letztendlich einige Anzeigen eingebracht hatte. Vor Gericht haben sich die Entwickler auf eine Reihe von Maßnahmen geeinigt, um das Spielen von Pokémon Go und weiteren AR-Games ziviler zu gestalten.

Um der Massenansammlung von Personen entgegenzukommen oder Pokéstops vor Privatgrundstücken vorzubeugen wird Niantic künftig innerhalb von 15 Tagen auf Beschwerden reagieren, denen zufolge zu viele Spieler an einem Ort "abhängen". In diesem Zusammenhang behält sich Niantic das Recht vor Pokéstops zu verlegen. Außerdem haben Grundstücksbesitzer ein Recht auf 40m Abstand zum nächsten Pokéstop, was durchaus übereifrige Pokémon-Trainer vor dem Eindringen in fremde Gärten abhalten könnte. Drittens soll eine Datenbank für problematische Orte ausgebaut werden, um im unmöglichem Terrain keine Spielemöglichkeit aufkommen zu lassen. So gab es etwas selbst auf offener See oder in der Nähe von gefährlichen Felshängen Pokémon zu fangen - Spieler haben sich hierfür in Gefahr begeben. Vernünftig ist ein weiterer Vorschlag, dem zufolge bei einer Spieleranzahl an einem bestimmten Ort von mindestens zehn ein Hinweis eingeblendet wird.

Niantic sieht sich zu Lösungsvorschlägen gezwungen, nach dem einige Anwohner in den USA gegen das Spielestudio vorgegangen sind. Da es sich um eine Klage in den Vereinigten Staaten handelt, könnte es wohl lediglich auf eine Durchsetzung der Versprechen in diesem Land bleiben. Sinnvoll wäre für Niantic eine Einführung dieser Regeln weltweit, nicht zuletzt um weiteren Klagen vorzubeugen. 

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