OpenOffice: Oracle will nun doch Gemeinschaftsprojekt (Update)

Oracle, die treibende Finanzkraft hinter OpenOffice, möchte nun doch zu einem gemeinschaftlichen und Community-basierten Entwicklungsmodell zurückkehren. Erst im vergangenen Herbst kündigte Oracle an, OpenOffice von nun an kommerziell weiterzuentwickeln.


Quelle: Heise

Im vergangenen Herbst trennte sich das Team hinter der freien und kostenlosen Office-Suite OpenOffice in zwei Lager auf: der Großteil der ehemaligen Entwickler gründete das neue Projekt LibreOffice, und entschloss, finanziell unabhängig weiterzuentwickeln - mit Einbeziehung einer Entwicklergemeinschaft, wie es auch bisher der Fall war bei OpenOffice. Oracle hingegen bekundete, OpenOffice selbst weiterentwickeln zu wollen. Neue Ressourcen und Entwickler wollte das Unternehmen selbst stellen. Eine Einbeziehung einer Community war ebenfalls nicht geplant.

Jetzt rudert Oracle zurück und gibt in einer Pressemitteilung bekannt, nun doch die Community bei der Entwicklung mit einbeziehen zu wollen. Die Meldung ist sehr kurz und nüchtern gehalten, und sagt lediglich wenig über die Gründe für diese Entscheidung aus.

Ob Oracles Rückzieher bedeutet, dass man wieder mit dem Team hinter LibreOffice verhandelt und es ggf. in die Entwicklung einbezieht ist noch unklar. Es könnte also in Zukunft weiterhin zwei OpenOffice-Varianten geben. Und beide könnten in Zukunft auch Community-basiert und kostenlos sein. Verrückte Welt!

Update:

Die "Document Foundation" äußerte sich nun zu den jüngsten Vorfällen und bekräftigte, dass keine Absicht bestehe, sich wieder mit Oracle oder dem OpenOffice-Projekt zu vereinen. Gegen eine Kooperation sei aber nichts einzuwenden. Oracle und die OpenOffice-Community könne sich ganz regulär, wie andere Partner auch, an der Entwicklung von LibreOffice beteiligen.

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