Nach US-Handelsembargo: Huawei bereitet sich auf massiven Absatzeinbruch vor

Laut Bloomberg soll sich Huawei auf einen massiven Absatzeinbruch bei Smartphones vorbereiten. Die Rede ist von einem Rückgang der Verkäufe um 40 bis 60 Prozent, was auf das US-Handelsembargo unter dem US-Präsidenten Donald Trump zurückzuführen ist.


Ein Bericht von Bloomberg zeichnet eine dunkle Zukunft für Huawei: Laut Mitarbeitern des chinesischen Konzerns rechnet man intern mit einem Rückgang der Smartphone-Verkäufe um 40 bis 60 Prozent im Rest der Welt, verglichen mit den erzielten Verkäufen vom letzten Jahr. Der Handelsstreit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt zieht also große Kreise. Denn: Knapp die Hälfte der von Huawei hergestellten Smartphones ist für den Verkauf außerhalb Chinas vorgesehen - von insgesamt 206 Millionen verkauften Huawei-Geräten, wären das fast 103 Millionen. Folglich rechnet Huawei mit 40 bis 60 Millionen weniger verkauften Smartphones im Jahr 2019.


Die Verbraucher sind weiterhin unsicher, ob ein Smartphone aus dem Hause Huawei, oder der Tochter Honor eine gute Investition ist. Das Honor 20 etwa wird von den Netzbetreibern vorsichtig, oder gar nicht nachgefragt. Mit dieser Entwicklung sieht sich der chinesische Hersteller gezwungen Maßnahmen zu entwickeln. Eine davon ist ein eigenes Betriebssystem, das die Probleme um mögliche, ausstehende Android-Updates ab Mitte August umgeht. Außerdem will man sich auf den Kernmarkt China fokussieren. Das Marketing soll im Heimatmarkt massiv ausgebaut und die Verkaufsstrategien verfeinert werden, um Ausfälle vom Rest der Welt etwas zu kompensieren. In einer vernetzten Welt mit Abhängigkeit von ausländischen Unternehmen ein durchaus schweres Unterfangen, schließlich muss Huaweis hauseigene SoC-Schmiede HiSilicon weiterhin Technik von ARM für SoCs einkaufen. Die Zeit bis Mitte August wird also spannend bleiben - alle Beteiligten hoffen in jedem Fall auf eine Entspannung des Handelskonflikts, der mehr und mehr Unternehmen abseits Huawei auch schon Probleme bereitet.

Quelle: Bloomberg

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