Huawei Mate X: Nächstes Falt-Smartphone ist eine eigene Idee

Wie im Vorfeld bereits bekannt war, hat Huawei im Rahmen des Mobile World Congress in Barcelona sein eigenes Falt-Smartphone vorgestellt. Damit folgt der chinesische Hersteller dem Marktführer Samsung, zeigt aber bei der Umsetzung, dass es sich prinzipiell um eine ganz eigene Herangehensweise handelt. Dem Konkurrenten ist man außerdem mit einem 8-Zoll-Display im aufgeklappten Zustand voraus.


Rahmenlose Displays sind so 2018 - denn das aktuell Jahr ist das Jahr der Falt-Smartphones. Den nächsten Schritt der Mobilgeräte-Evolution hat als erster großer Hersteller Samsung in dieser Woche eingeläutet. Huawei folgt im Rahmen des Mobile World Congress mit einer eigenen Iteration, die bis auf das gebogene Display kaum Gemeinsamkeiten mit dem Samsung Galaxy Fold hat. Denn das Mate X hat mit 8 Zoll nicht nur ein größeres Display als das Pendant aus Südkorea, sondern besteht aus einem einzigen, faltbaren Display. Ein kleiner, nutzbarer, separater Touchscreen wie beim Galaxy Fold ist nicht mit dabei. So hat das Mate X im eingeklappten Zustand ein Hauptdisplay mit einer Größe von 6,6 Zoll im 19,5:9-Format und bringt in dem Modus eine Auflösung von 2.480 x 1.148 Pixel mit. Die Rückseite, das zweite Display im zusammengeklappten Zustand bringt es auf 6,38 Zoll im 25:9-Format bei einer Auflösung von 2.480 x 892 Pixel. Zusammen ergibt das ein 8 Zoll Display bei einem knapp quadratischen Seitenverhältnis von 8:7,1 mit einer Auflösung von 2.480 x 2.200 Pixel. Eine Notch sucht man vergebens - das Mate X bietet mit einem Edge-to-Edge-Display ohne Ausbuchtungen ein recht immersives Benutzererlebnis.

Die spezielle Konstruktion heißt bei Huawei Falcon-Wing - wie der Mechanismus genau funktioniert, hat Huawei nicht erläutert. Generell ist das Design auf den ersten Blick durchdacht: Es gibt keinen Spalt zwischen den Bildschirmen im gefalteten Zustand - die Dicke beträgt dann 11 Millimeter. Im Tablet-Modus ist das Gerät dann mit gerade einmal 5,4 Millimetern rekordverdächtig dünn. Das hat aber laut Huawei keinenfalls Einfluss auf die verbaute Technik, die Akkukapazität oder Features. Wieder einmal hat sich der chinesische Hersteller mit Leica zusammengetan, um die Kamera-Technik zu entwickeln. In der Grip-Bar, die auch als Haltehilfe für die Nutzung des Mate X herhält, verbaut Huawei die Sensoren. Die Triple-Cam bestehend einem 40 Megapixel-Hauptsensor (f/1.8), einer weiteren 20 Megapixel-Knipse mit Ultraweitwinkel-Objektiv sowie einer Telefoto-Objektiv mit zweifach optischem Zoom dürften wohl vom Mate 20 Pro bekannt sein. Für Selfies steht die selbe Konfiguration bereit - dazu kann das Falt-Smartphone einfach gedreht werden, sodass die Grip-Bar zum Nutzer zeigt.

Technik vom feinsten gibts mit dem hauseigenen Kirin 980 zusammen mit dem eigens entwickelten 5G-Modem Balong 5000, der laut Huawei Bestwerte im Netzspeed mitbringen soll. Eigene Tests bescheinigen dem mate X Download-Raten von bis zu 4,6 Gbit/s - ein Spitzenwert. In der Praxis dürfte diese Geschwindigkeit, zumindest hierzulande, in weiter Ferne liegen. Abseits davon können sich Käufer des Mate X auf 8 GB RAM und 512 GB Festspeicher freuen. Dual-SIM beherrscht das Mate X ebenfalls - soll aber eine Speicherkarte genutzt werden, dann fällt ein SIM-Kartensteckplatz weg. Die beiden Akkus bringen kombiniert eine Kapazität von 4.500 mAh mit und unterstützen eine Schellladung mit bis zu 55 Watt - erneut ein Spitzenwert. Das ist schnell genug, um den 4.500 mAh-Stromspender in einer halben Stunde auf 85 Prozent aufzuladen. Das Technik-Feuerwerk mit dem Mate 20 X hat allerdings seinen Preis - und der hat es auch im Vergleich zum Konkurrenten Samsung in sich: Huawei verlangt für die Kleinserie zum Marktstart Mitte 2019 satte 2.299 Euro.

Fotos:  Engadget

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