Apples Kartendienste aus iOS 6 stehen im Kreuzfeuer der Nutzer

Die Warteschlangen vor den zahlreichen Apple-Stores in aller Welt zeichnen ein eindeutiges Bild: Das iPhone 5 dürfte wohl das beliebteste Smartphone des Großkonzerns aus Cupertino sein. Doch selbst das populärste Smartphone scheint nicht perfekt zu sein: Mit iOS 6 setzt der Hersteller erstmals auf einen eigenen Kartendienst - und genau damit begann der Fehler. Nutzer berichten von zahlreichen Bugs und sind verärgert.


Quelle: Golem

Apple hat fast alles richtig gemacht - fast! Leistungs- und Designtechnisch ist dem Hersteller aus dem kalifornischen Cupertino ein großer Wurf gelungen. Dies bestätigen die zahlreichen Menschen, die vor den Apple-Stores in aller Welt sehnsüchtig auf das neue iPhone 5 warten. Doch mit diesem neuen Gerät und der aktuellen Betriebssystemversion in Form von iOS setzt Apple nun auf eigene Kartendienste und hat den langjährigen Partner und gleichzeitigen Konkurrenten Google mit seinen Diensten über Bord geworfen. Raus kam Apple-Maps, das nun bei vielen iOS 6-Nutzern für Ärger sorgt und damit Spott und Hohn einfährt. Die Umsetzung des gegebenen Kartenmaterials hat Apple anscheinend nicht gut umgesetzt, so der niederländische Navigationsspezialist TomTom, welcher das Kartenmaterial geliefert hat. Der Partner möchte sich damit von den aufgetretenen Bugs distanzieren. Viele Darstellungsfehler und Unstimmigkeiten die mit der neuen Navigationssoftware Apples in iOS 6 Einzug hielten trüben das sonst so gute Gesamtbild der zum Großteil gut umgesetzten Betriebssystemaktualisierung. Die neue Software erweckt bei vielen Nutzer und Kritikern einen eher unfertigen Eindruck, was der iPhone-Hersteller indirekt auch bestätigt: "Wir haben den neuen Kartendienst mit dem Wissen veröffentlicht, dass es eine große Aufgabe ist und wir erst am Anfang stehen", so Apple. Darüberhinaus versprach der Smartphonegigant die Kartenanwendung kontinuierlich zu verbessern.

Apple selbst hat schon vor der offiziellen Veröffentlichung von iOS 6 erkannt, dass das genannte Produkt nicht wirklich im finalen Zustand sei. Daher hat der Hersteller diverse Stellenanzeigen online geschaltet, in denen etliche Spezialisten für Kartendienste gesucht werden. Nutzer der neuen Navigationssoftware veröffentlichen auf einer Tumblr-Website "The Amazing iOS 6 Maps" Screenshots von aufgetretenen Bugs. Neben diesem kleinen Spaß, den sich die Nutzer erlaubten ist die Tastache, dass man an komplett falschen Orte hinnavigiert wird alles andere als lustig. In Apples Kartenanwendung heißt beispielsweise der in Wien gelegene Justizpalast fälschlicherweise Justizpalast Nürnberg. Wer sich also von der Navigationssoftware aus iOS 6 zum Justizpalast nach Wien führen lässt, wird vermutlich beim rund 500 Kilometer entfernten Nürnberg landen. Bahnhöfe, Gleise oder Gebäude zeigt die Software ab und an gar nicht oder ganz falsch an. Sogar der 45 Meter breite und 54 Kilometer lange Fluss Suzhou, der durch Shanghai fließt, wird nicht angezeigt. Unsinnige Routenvorschläge und falsche Standortangaben komplettieren das gesamte Dilemma. Ob nach dem Fiasko der Griff zu Google möglich sei ist derzeit noch unklar. Der Branchenriese dementierte aber kürzlich eine mögliche Google-Maps-App für den App-Store von Apple. 

Das neue iPhone 5 ist bei Amazon erhältlich.

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