Lieferengpässe: AMD verkauft immer mehr Prozessoren - Intel muss tatenlos zusehen

Intel steht vor schwierigen Zeiten: Die 10nm-Fertigung ist nicht marktreif, während neben den Prozessoren auch noch die Chipsätze im gleichen 14nm-Fertigungsverfahren vom Band laufen. Die Verkettung unglücklicher Umstände für den Einen, ist die Freunde auf gute Geschäfte für den Anderen. Immer mehr Käufer schauen sich nach Alternativen um, die auch performancetechnisch kompetitiv sind.


Quelle: HotHardware

AMD ist im Frühling letztes Jahr von Toten auferstanden und hat mit der Ryzen-Serie eine kompetitive und auch preiswertere Alternative zu Intel-Produkten auf den Markt gebracht. Alleine das hat Intel vom ursprünglichen Plan abweichen lassen: Neue HEDT-CPUs für den LGA 2066 kamen früher als geplant, dazu musste schnell eine Lösung mit sechs Kernen für den Mittelklassemarkt fertiggemacht werden. Doch die Abweichungen vom Plan sind nicht das einzige Problem, das den Marktführer plagt: Die 10nm-Fertigung macht weiterhin Stress, es bleibt also bei 14nm. Lieferangpässe stehen vor der Tür und diese sind wohl unausweichlich: Neben den Prozessoren werden nämlich auch die Chipsätze künftig in 14nm gefertigt. Für die nächsten Quartale sieht es also nicht rosig aus bei den Blauen.

Aus diesem Grund schauen sich Käufer nach Alternativen um und finden mit AMD auch ebenbürtige Lösungen. Und mit "Käufern" sind nicht nur die einfachen Endkunden gemeint: Auch die großen PC- und Notebook-Hersteller erkennen den Ernst der Lage und schielen auf AMD. Analysten schätzen, dass im kommenden Jahr einer von drei hergestellen Computern auf einen Chip von AMD setzt. Die Hochrechnung trifft dabei lediglich auf den Hersteller HP (Hewlett Packard) zu - anders dürfte es sich bei der Konkurrenz jedoch nicht verhalten. Auch der Server-Markt scheint ein heißes Pflaster und eine große Problemstelle Intels zu sein: Hier will AMD ebenfalls Marktanteile erobern. Der im ersten Halbjahr 2017 begonnene Umbruch setzt sich also etwa zwei Jahre später weiter fort.

Anzeige