Zeitungsverlage gegen Tagesschau-App

Als die Tagesschau Ende des letzten Jahres ihre Applikation für Smartphones vorstellte, überschlugen sich die Meldungen mit Lob für den Mut der öffentlich-rechtlichen Sender. Neue Kanäle wurden gefunden, genutzt und für gut befunden - schon nach wenigen Wochen zählte die App mehr als 750.000 Downloads. Doch von Anfang an war die App umstritten. Jetzt klagen acht Zeitungsverlage gegen ARD und NDR.


Die Tagesschau-App bietet umfangreiche Informationen über alles, was so in der Welt passiert. Dabei konzentriert sich die App aber keineswegs auf sendungsbezogene Inhalte - was ihr jetzt zum Verhängnis werden könnte. Denn laut des Rundfunksstaatsvertrags der Länder sind presseähnliche digitale Inhalte für öffentlich-rechtliche Sender verboten, wenn sie keinen Bezug zu den Sendungen aufweisen. "Die Ministerpräsidenten schauen untätig zu, wie mit Gebührengeldern umfänglich Pressetexte geschrieben und digital verbreitet werden. Es bedarf in Deutschland aber keiner staatsfinanzierten Presse", so der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger. 

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Der medienpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Burkhardt Müller-Sönksen, bringt den Anlass der Empörung auf den Punkt: "Das Angebot hat mit Fernsehen wenig zu tun, weil es vorrangig Begleittexte anstelle von Videos und Hörfunk bietet. Statt die Tagesschau als gebührensubventionierte Printausgabe gegen die Verlagsangebote ins Rennen zu schicken, sollte sich die ARD auf ihren Auftrag besinnen."

Die Vorwürfe der "staatsfinanzierten Presse" scheinen berechtigt. Den Innovationsmut zu bestrafen und die daraus entstandene App zu löschen würde für die deutschen Smartphone-Nutzer aber einen herben Rückschritt bedeuten. 

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