Snowden-Enthüllung: Britischer Geheimdienst manipuliert und zensiert Inhalte im Netz

Wie aus neuesten Informationen vom Ex-NSA-Mitarbeiter Edward Snowden hervor geht, spioniert der britische Geheimdienst GCHQ Inhalte im Netz nicht nur massiv aus, sondern lenkt diese aus eigener Kraft auch, unter anderem mit Zensur und Propaganda.


Quelle: Spiegel

Was aus Dokumenten von Edward Snowden veröffentlicht wurde, dürfte selbst Verschwörungstheoretiker blass aussehen lassen: Wie der Spiegel berichtet, ist der britische Geheimdienst GCHQ in der Lage, Inhalte im Netz wie Videos und Abstimmungen zu manipulieren und zu zensieren. Zum Repertoire gehört auch das Übernehmen fremder Email-Accounts und Nutzerkonten bei Skype sowie das Hacken und Deaktivieren "verdächtiger" PC-Systeme.

Selbst die gezielte Einschleusung von Propaganda, also bewusst gelenkten Meinungen, stelle kein Problem für den Dienst dar, da er über unglaubliche Ressourcen zum Beeinflussen des Internets verfüge. Dazu gehören auch massive Rechenkapazitäten, mit denen einzelne Webseiten und Dienste stark belastet oder gar zum Serverabsturz gebracht werden können. Von diesen Aktionen betroffen sind vermutlich nicht nur Engländer, sondern Personen aus ganz Europa, also auch Deutschland.

Das Hauptgebäude des britischen Geheimdienstes GCHQ

Derzeit läuft in Groß-Britanien eine öffentliche Debatte über das Vorgehen des inländischen Geheimdienstes, unter anderem muss sich die Regierung vor Gericht wegen Verstoßes gegen die Menschenrechte verantworten. Auch der ehemalige NSA-Mitarbeiter Edward Snowden hat sich dazu geäußert und den Geheimdienst scharf kritisiert. Aus offizieller Seite heißt es nur, man "stehe im Einklang mit der Europäischen Menschenrechtskonvention", weiter äußerte man sich aber noch nicht.

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