Verschätzt: Nvidia produzierte zuviele GPUs und verlangt diese zurück

Auch Großunternehmen mit ihren zahlreichen BWLern in vielen Abteilungen können sich irren. Glaubt man einem Bericht, dann hat sich Nvidia gehörig verschätzt. Es wurden schlichtweg zuviele Grafik-Chips produziert, welche man nun von den Boardpartnern zurückverlangt.


Quelle: Seeking Alpha

Der Gipfel des Minings ist bekanntermaßen längst erreicht und die Preise fallen. Das ist gut für Konsumenten, insbesondere für den Endkunden, der lange warten musste oder stark überzogene Preise zuvor in Kauf genommen hat. Im Zuge des Crypto-Wahns haben sowohl Nvidia, als auch AMD richtig hohe Gewinne einfahren können und wollten da nochmal ordentlich abstauben, bevor es in die Talfahrt geht. Doch da hat sich Nvidia ordentlich laut DigiTimes verschätzt. Der Hersteller ist davon ausgegangen, dass die GPU-Preise bis zum dritten Quartal auf hohem Niveau bleiben und sich dann allmählich "normalisieren" - und diese Annahme bringt den Hersteller in die Bredouille. Um die Nachfrage zu stillen wurde die Produktion hochgefahren und auf dem Level zunächst beibehalten, was jetzt in der aktuellen Situation den angepeilten Gewinn ordentlich deckelt beziehungsweise zurückgehen lässt.

Mit dem (momentanen) Abstieg der Cryptos und der Überproduktion zieht Nvidia nun die Konsequenzen: Die Boardpartner werden angewiesen die ausgelieferten Grafikprozessoren an Nvidia zurückzusenden. Um die Überproduktion etwas aufzufangen gibt es dann Nebenprodukte wie eine GTX 1060 mit 5GB sowie eine 3GB-Variante der GTX 1050 - also Lückenfüller für Lücken, die es praktisch nicht gibt. Auch ein Grund für die Verschiebung der nächsten GPU-Generation dürfte auf den Mining-Boom zurückzuführen sein, der nun stark nachlässt. Im Raum stehen 300.000 GPUs, die "zuviel" verfügbar sind - verständlich also, dass mit inzwischen zwei Jahren recht "betagte", aktuelle Generation so weit wie es nur geht an den Mann zu bringen. Im Rahmen der Computex hat Nvidia außerdem verkündet, dass die neuen GeForce-Grafikkarten einige Zeit brauchen werden, um den Markt zu erreichen. Vor dem nun bekannten Hintergrund eine durchaus strategische Entscheidung, die vielen Aufrüstwilligen aber nicht wirklich gefallen wird.

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