AMD RX Vega offiziell: Zwei Chips, vier Grafikkarten ab 399 US-Dollar

Auf der Siggraph hat AMD wie erwartetet neben Ryzen Threadripper auch RX Vega gezeigt. In vier Versionen und zwei Chips soll die neue Grafikkartengeneration im August endlich erhältlich sein.


Quelle: AMD

AMD macht nach langen Mutmaßungen RX Vega endlich offiziell. Die neuen Pixelbeschleuniger werden strenggenommen in zwei Ausbaustufen erhältlich sein. Selbige werden unter Radeon RX Vega 64 sowie RX Vega 56 bekannt sein, bei der erstere die volle Leistung der GPU bekommt und letztere abgespeckt günstiger angeboten wird. Die Nomenklatur spielt darüber hinaus auf die Anzahl der Stream-Prozessoren an: Die RX Vega 64 kann auf 4096 derer zugreifen, Vega 56 auf nur 3584.

AMDs RX Vega wird in 14nm hergestellt und basiert auf der Next Compute Engine (NCU), bei dem der Chip es auf eine Fläche von 484mm² bringt. Unter dem Heatspreader sind 12,5 Milliarden Transistoren vorzufinden. 64 Compute Units, welche 4096 Stream-Prozessoren entsprechen runden das technische Grundgerüst ab. Mit erhöhten Taktraten will AMD eine höhere Leistung im Vergleich zum Vorgänger Fiji (Fury X) erzielen. Denn die GPUs auf dem Jahre 2015 verfügen ebenfalls über 4096 Stream-Prozessoren, allerdings über eine ältere Fertigungstechnik (28nm). AMDs RX Vega kommt mit 8GB schnellen HBM2-Speicher - der Datendurchsatz kann so bis zu 480GB/s betragen, was genau genommen weniger als bei Fiji ist. 

Wer eine Vega-GPU erstehen möchte, muss den vorliegenden Infos von AMD zufolge mindestens 399 US-Dollar hinlegen. Dafür gibt es die RX Vega 56, das als Referenzdesign wie auch die 499 US-Dollar RX Vega 64 über einen einzigen Radiallüfter verfügt. Bekannt ist, dass letztere zumindest die nötige Energie über zwei 8-Pin-Konnektoren bezieht. 

Noch höher siedelt AMD die RX Vega 64 Limited Edition an. Die Grafikkarte ähnelt mit dem Kühler den bereits erhältlichen professionellen Versionen (Vega Frontier Edition), bekommt aber einen anderen farblichen Anstrich. Dank der metallenen Abdeckung macht die Limited Edition im Vergleich zur Standard RX Vega 64 etwas her. Ganz dem Namen entsprechend soll die Edel-Vega auch nur in begrenzter Anzahl verfügbar sein, so AMD.

Wer aber maximale Leistung mit Vega möchte, greift zur RX Vega 64 Liquid Edition. Grundsätzlich ist der Aufbau und die Designsprache zur Limited Edition identisch, dank der integrierten AiO-Wasserkühlung gibt es aber hinsichtlich der Leistungsaufnahme und des anliegenden Kerntakts einen größeren Spielraum - damit sprichwörtlich mehr Luft nach oben.

Apropos Takt: Die RX Vega 64 sowie die Limited Edition arbeiten beide in der Basis mit 1.247 Megahertz, im Turbo gehen takten sie mit bis zu 1.546 Megahertz. Der 8GB große HBM2-Speicher ist 945 Megahertz schnell. Die Boardpower beträgt laut AMD 295 Watt. Darunter angesidelt ist die RX Vega 56 - der leicht abgespeckte Chip rechnet mit niedrigeren 1.156 Megahertz und kann auf bis zu 1.471 Megahertz aufdrehen. Der Datendurchsatz beim Speicher sinkt von rund 480 GB/s (Vega 64) auf 410 GB/s, der Speicher ist 800 Megahertz schnell. Die Boardpower beträgt hier deutlich geringere 210 Watt.

In die gänzlich andere Richtung geht die Liquid Edition der RX Vega 64. Mit Taktraten von 1.406/1.677 Megahertz steigt die Rechenleistung natürlich an, den Speicher belässt AMD bei der Geschwindigkeit der RX Vega 64 mit 945 Megahertz. Höher fällt auch die angegebene Boardpower mit 345 Watt aus.

Interessant wird letztendlich sein, wie es um die Leistung der neuen Grafikkarten von AMD steht. Denn der Preis ist recht aggressiv angesetzt: Mit 399 US-Dollar für die kleinste RX Vega, über 499 US-Dollar für die RX Vega 64 in voller Ausbaustufe sind die Preise sehr kompetitiv gegen Nvidias GTX 1070 und GTX 1080 angesetzt. Unabhängige Tests müssen dann zeigen, was der Käufer für die ausgerufenen Preise erhält.

Anzeige