Lernende Gegner mit künstlicher Intelligenz

Auf der Conference on Computational Intelligence in Kopenhagen haben US-Wissenschaftler einen Ansatz vorgestellt, der auf so genannten selbstlernenden automatischen Algorithmen aufbaut. Diese sollen sich sowohl dem Spielverlauf als auch dem jeweiligen Können des Spielers anpassen, aus Fehlern lernen und somit die künstliche Intelligenz stetig steigern. Die künstliche Intelligenz hätte - laut Hans Solar, Lehrgangsleiter am Wiener Games College - neben der Grafik eine zentrale Rolle bei aktuellen Spielentwicklungen. "Die KI beschert den Spielen eine gewisse Dynamik, indem sie dafür sorgt, dass die Computerfiguren nicht in jeder Situation gleich reagieren", erläutert er.


"Das Programmieren von computergesteuerten Spielfiguren ist sehr arbeitsintensiv - besonders, wenn sie sensibel auf die verschiedenen Taktiken reagieren sollen, die von menschlichen Gegnern eingesetzt werden", so Ben Webber, Doktoratsstudent am Expressive Intelligence Studio der University of California in Santa Cruz. Bei seinem aktuellen Forschungsprojekt geht es deshalb darum, diesen Programmierungsprozess zu automatisieren. Mit einer Wahrscheinlichkeit von bis zu 70% konnte er bei einem Test an dem Online-Strategiespiel "Starcraft" den Spielverlauf vorhersagen, nachdem die Software mit tausenden Wiederholungen gefüttert worden war und so die Verhaltensmuster analysiert hatte. 

Richtungsweisend soll diese Technik sein, denn: "Die Game-Hersteller haben diesen Trend bereits erkannt. Sie propagieren ihre Produktionen daher mit unterschiedlichen Spielverläufen, die den Wiederspielwert eines Titels erhöhen sollen", schildert Solar. Bis zur endgültigen Umsetzung dürfte es aber noch eine ganze Weile dauern. 

 

 

Anzeige