SteelSeries Arctis 3 Bluetooth Headset


Klassische Gaming-Headsets in der Öffentlichkeit tragen? Kommt für viele nicht in Frage - zu klobig und unstylish sind sie. Mit dem Arctis 3 hat SteelSeries aber ein solches Headset im Angebot, welches gut fürs Zocken und gleichzeitig elegant genug für den alltäglichen Gebrauch sein soll. Ob das Konzept - in der neuesten Version auch mit Bluetooth - aufgeht, klären wir im Test.

Der dänische Hersteller SteelSeries hat mit dem Arctis 3 bereits einen beliebten Gaming-Kopfhörer im Angebot. Nun ist man einen Schritt weitergegangen und hat das Headset um eine Bluetooth-Funktion erweitert - allerdings mit einem üppigen Aufpreis von 50 Euro. Ob sich die Investition lohnt und wie sich das Arctis 3 BT im Alltag schlägt, lest ihr im Folgenden.

Lieferumfang, Verarbeitung und Design

Starten wir wie immer mit der Frage, was man so alles für sein Geld bekommt. In der bunten, zeitgemäßen Kartonage findet man zunächst das Headset selbst. Darunter findet sich eine Schachtel, die das Zubehör enthält. Neben dem sogenannten "Hauptkabel" liegen außerdem ein 3,5 mm Doppelklinke Verlängerungskabel, ein Adapter für 3,5 mm (4-polig) und die üblichen Papiere bei.

Nach dem Auspacken wirkt das Headset auf den ersten Blick recht hochwertig. Der Korpus besteht fast komplett aus stabilem Kunststoff, die inneren Gelenke aus Metall und die Ohrmuscheln sind mit weichem Samt überzogen. Die Öffnungen und Anschlüsse sind sauber ausgefräst und das ausziehbare Mikrofon ist genauso flexibel wie strapazierfähig. Insgesamt ist das Arctis 3 BT sehr gut verarbeitet und lässt keine erwähnenswerten Kritikpunkte offen.

Kommen wir zu einem Punkt, der für viele sehr wichtig sein dürfte: Das Design. Insgesamt ist es sehr schlicht und zeitgemäß - dazu auch bei weiten nicht so klobig wie "konventionelle" Gaming-Headsets. Alles ist matt-schwarz, bis auf das "Ski-Band" unter dem Bügel. Hier lässt sich zwischen acht verschiedenen Farben wählen, teilweise auch mit eigenem Muster für den gewissen Farbakzent.

Die Bedienung erfolgt über verschiedene Tasten an den Ohrmuscheln. Links finden sich ein Lautstärkerad, ein Mikrofon-Mute-Knopf und das ausziehbare Mikrofon selbst. Dazwischen gesellen sich drei Anschlüsse: Einmal MicroUSB zum Aufladen, ein 3,5 mm Analog-Eingang und der Anschluss für das "Hauptkabel". Auf der rechten Seite findet man lediglich den Bluetooth-Button. Aber wie immer sind Geschmäcker verschieden, beim Design kommt es natürlich auf die eigenen persönlichen Präferenzen an.

Technik, Spezifikationen und Praxistest

Die größte technische Änderung - oder besser gesagt die einzige - zum normalen Arctis 3 ist die nun verbaute Bluetooth-Funktion. Normalerweise heißt das durch den verbauten Akku auch mehr Gewicht, allerdings wiegt es mit etwa 316 Gramm erstaunlicherweise recht wenig -  sogar noch weniger als das normale Arctis 3 Headset. Weiterhin bleiben die S1-Klangtreiber, virtueller 7.1-Surround-Sound und das bidirektionale ClearCast Mikrofon.

Alle technischen Daten im Überblick:

Lautsprechertreiber
Treiber für Neodymium-Lautsprecher40mm
Frequenzgang der Kopfhörer20-22000 Hz
Kopfhörerempfindlichkeit98db
Impedanz32 Ohm
Gesamte harmonische Verzerrung der Kopfhörer< 3%
Lautstärkeregler des KopfhörerAuf der Höhrmuschel
Mikrofon
Frequenzgang des Mikrofons100Hz - 10000Hz
MikrofonartBi-Direktional (Zweigerichtet)
Empfindlichkeit des Mikrofons-48 dB
Impedanz des Mikrofons2200 Ohm
GeräuschunterdrückungJa
Position des MikrofonsEinziehbar
Position der StummschalttasteAuf der Höhrmuschel

Nachdem wir das Technische "abgehakt" haben, kommen wir zum Praxistest. Ein Headset zu mögen, hängt in der Regel zu einem großen Teil davon ab, wie bequem es ist. Hier kann das Arctis 3 BT punkten, denn es ist erstaunlich leicht und liegt auf dem Kopf, ohne in irgendeiner Art belastend zu wirken. Das "Ski-Goggle"-Kopfriemen hält das Headset wie versprochen da wo es ist, ohne zu drücken. Es lässt sich auch mittels Klettverband in der Größe verstellen, somit konnten wir es nahezu perfekt anpassen.

Design und Komfort passen. Wie sieht es mit der Usability aus? Hier könnte man sich anfangs schwertun, denn die ganzen mitgelieferten Kabel verwirren einen ganz schnell. Es kommt aber lediglich darauf an, ob man das Headset mit einer Konsole oder dem PC benutzen möchte. Für beide Fälle gibt es die geeigneten Kabel/Adapter, das nicht benötigte Zubehör kann man getrost wieder wegpacken.

Für Unterwegs hat man dann die Bluetooth-Funktion. Die Kopplung verläuft recht unkompliziert: Den Pairing-Knopf drücken und dann mithilfe des Smartphones oder anderem mobilen Endgerät verbinden. SteelSeries gibt eine kabellose Reichweite von 10 Metern an, stimmt mit unseren gemessenen 8-10 Metern also durchaus überein. Auch die Akkulaufzeit von 28 Stunden ist realistisch, im Test hat das Arctis 3 BT bei normaler Benutzung etwa 5-6 Tage durchgehalten.

Soundcheck

Was macht letztendlich der Sound her? Das Arctis 3 BT ist kein gewöhnliches Stereo-Headset, sondern kann wahlweise 7.1-Virtual-Surround-Sound simulieren. Dadurch wird einem ein gutes Raumgefühl vermittelt und Klangquellen können so leichter erortet werden. Wirkliche Nachteile hat die Surround-Simulation nicht, jedoch fehlt es etwas an Dynamik im Mittenbereich. Dafür ist die Klangwiedergabe der Bässe und Höhen umso besser. Besonders beim Spielen von FPS-Games macht sich die Qualität bemerkbar.

Im Alltäglichen Leben wiederum macht sich die magere HiFi-Qualität negativ bemerkbar. Beim Hören von Musik merkt man den Unterschied zu echten Stereo-Kopfhörern durchaus. Auch wenn der Fokus auf der Darstellung von Spielsounds liegt, ist es um die Bluetooth-Funktion schade. Wenn man sich ein mobiles Headset zulegt, möchte man wohl ungern auf Musikwiedergabe mit einem qualitativ hochwertigen Klangbild verzichten.

Mikrofon

Wenn man sich ein Headset für's Gaming zulegt, erwartet man natürlich eine gewisse Tauglichkeit des Mikrofons, aber wirklich zu gebrauchen sind wenige. Anders beim Mikrofon des Arctis 3: Das sogenannte ClearCast-Mikrofon soll Umgebungsgeräusche herausfiltern und die Stimme so angenehm wie möglich vermitteln. Das klappte im Test gut, ist aber nur mit installierter SteelSeries Engine möglich. Mit einer Konsole kann man dieses Feature logischerweise nicht nutzen.

Aber auch so ist die Qualität überdurchschnittlich gut. Das Headset liefert für andere Mitspieler eine scharfe und klare Stimme, beim Multiplayer-Gaming also genau richtig. Negativ aufgefallen ist jedoch, dass das Gerät etwas leise ist. Im Großen und Ganzen ist das Mikrofon aber für das, was es machen soll und kann, definitiv zufriedenstellend.

Software

Im Karton des Headsets befindet sich ein Aktivierungscode, mit dem man sein Arctis 3 BT in der SteelSeries Engine registrieren kann. Mit der Software kann man das Headset an seine eigenen Wünsche anpassen und unter anderem den virtuellen 7.1-Surround-Sound konfigurieren. Weitere Einstellmöglichkeiten wie Lautstärke-Präferenzen, Equalizer, voreingestellte Sound-Modi und ein Bass-Booster sind ebenso mit an Bord. Zusätzlich lässt sich hier auch das Mikrofon anpassen.

Das gilt zumindest für die Theorie, denn in der Praxis wollte die Software unser Headset partout nicht erkennen. Auch beim Anschließen an mehrere USB- und Audio-Ports sowie an mehreren Systemen gab die Engine stets an, dass kein Zubehör erkannt worden ist.

Fazit

Der dänische Hersteller hat es mit dem Arctis 3 Bluetooth geschafft, ein gutes Headset noch besser zu machen. Es bietet ausgezeichneten Komfort, guten Gaming-Sound und ein modernes Design. Doch das alles hat das normale Arctis 3 auch schon, also warum kostet die BT-Variante knapp 50 Prozent mehr? Lohnt sich der Aufpreis nur um Bluetooth mit an Bord zu haben?

Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Für absolute Kabelmuffel lohnt sich die BT-Version sicherlich, doch wer damit keine Probleme hat, ist mit dem normalen Arctis 3 wohl besser bedient. Für 149,99 Euro (SteelSeries Online-Shop) bekommt man ein absolut solides und komfortables Gaming-Headset, welches sich auch als Alltags-Kopfhörer behaupten kann. Aus diesem Grund gibt's auch unsere Redaktionsempfehlung.

 

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