NZXT HUE 2 Ambient RGB Lightning Kit im Test

Von vielen Nutzern verpöhnt, von genauso vielen geliebt: Die RGB-Beleuchtung. Es gibt sie in diversen Produkten und Peripherie, oder man greift direkt zu Beleuchtungsmitteln wie LED-Streifen. Im diesem Test geht es um eben Letzteres, nämlich das HUE 2 Lightning Kit von NZXT. Im Test klärt sich, ob sich eine Anschaffung für jeden lohnt.


Der RGB-Hype ist längst nicht vorbei, viele Hersteller werten ihre Produkte weiter mit hübschen Beleuchtungen in den verschiedensten auf. Um die volle RGB-Dröhnung zu bekommen, greift man daher häufig zu Beleuchtungskits mit LED-Streifen oder Ähnlichem. NZXT ist hier ebenfalls mit dabei und hat bereits einige Produkte genau dieser Art der Illuminierung gewidmet. Realtiv neu ist hierbei das HUE 2 Ambient RGB Lightning Kit, welches den Monitor auf dem Schreibtisch in Szene setzen soll. Dafür gibt es mehrere LED-Streifen und einen Controller, mit dem alles gesteuert wird. Wie gut das tatsächlich in der Realität aussieht und was das Kit sonst noch drauf hat, lest ihr im Folgenden.


Lieferumfang

Schauen wir uns erstmal an, was man so alles für die Einrichtung erhält. Zuerst das wichtigste, die LED-Streifen. Man bekommt acht Stück in drei verschiedenen Größen, zwei mal 30 cm, vier mal 25 cm und zwei mal 20 cm. Dazu gibt es zwei 15-cm-Verbindungskabel, zwei L-Verbindungsstücke, ein 2,5-Meter-Anschlusskabel und vier verschiedene Adapter für die Steckdose. Letzteres dient wohl nur zur Kosteneinsparung, da man so mehrere Märkte leichter abdecken kann. Für die Steuerung benötigt man den NZXT HUE 2 Ambient RGB-LED-Controller, welcher mit einem Feucht- und Trockentuch zur Reinigung beiliegt. Zu guter Letzt gibt es noch die Bedienanleitung, die man für die optimale Einrichtung definitiv gebrauchen kann.


Das Kit im Detail

Auch wenn die eigentlichen Komponenten im Betrieb gar nicht sichtbar sind, werfen wir dennoch einen kurzen Blick darauf, angefangen beim Controller, der sehr kompakt und äußerst leicht ist. Das ist auch zu erwarten, allzuviel Technik sollte wohl nicht drin stecken. Er ist hauptsächlich aus Kunststoff, die Oberseite mit dem NZXT-Logo ist aus Metall gefertigt. Farblich ist alles matt-schwarz gehalten. Auf der Unterseite sind die Stellen sichtbar, auf denen man die Klebestreifen montiert. Diese sind eigentlich Klettverschlüsse, die jeweils auf dem Monitor und dem Controller geklebt werden. Ist die Oberfläche magnetisch, hält der Controller auch ohne Klettverschlüsse. Das ist allerdings recht unwahrscheinlich, in der Regel muss der Kleber ran.


Auf der unteren Seite gibt es zwei 4-Pin-RGB-Anschlüse, einen Micro-USB-Anschluss und einen Stromanschluss. Das resultiert leider in viel Kabelgeschwirr, da man einem Strom von der Steckdose braucht und den Controller gleichzeitig per USB mit dem PC verbinden muss. Die RGB-Strips sind wie schon erwähnt in drei verschiedenen Größen aufgeteilt, haben demnach auch eine verscheidene Anzahl an LEDs. Die 30-cm-Streifen haben jeweils zehn LEDs, die 25-cm jeweils acht und die mit 20 cm je 6 LEDs. Sie sind an beiden Enden mit einem Fe- bzw. Male-4-Pin-RGB-Anschluss versehen, was eine unkomplizierte Erweiterung ermöglicht.



Praxistest

Bevor wir den RGB-Effekt bestaunen können, kommt erstmal die Einrichtung dran. Prinzipiell ist diese recht unkompliziert, allerdings können einige Faktoren dem ein Strich durch die Rechnung machen. Fangen wir bei Problem Nummer ein an: Die Monitoranzahl. Das Kit ist offiziell nur für einen Monitor ausgelegt, das ist schon mal klar. Möchte man dennoch zwei Monitore beleuchten, müsste man sich entweder ein zweites Kit für viel Geld dazukaufen, oder man improvisiert.
Bei der Benutzung mit einem Monitor, wie vorgegeben, läuft alles tadellos. Es sind ausreichend LED-Bänder begelegt, um auch Widescreen-Monitore abzudecken. Ein wenig bitter ist die Tatsache, dass abgesehen von den L-Verbindungsstücke überhaupt keine weiteren Kabel zur Verbindung von einzelnen Strips beigelegt sind. Damit ist man in der Platzierung ziemlich eingeschränkt. Dazu kommt, dass der Kleber extrem stark ist. Das mag zunächst nach einem Vorteil klingen, in der Praxis ist das aber eher das Gegenteil. Rückstandlos lassen sich die Streifen dadurch nicht mehr entfernen und eine zweite, saubere Anbringung fällt damit flach.

In unserem Fall haben wir ein wenig improvisiert und ein Kit für zwei Monitore verwendet. Da keine weiteren Verbindungskabel beilagen, mussten wir eines von einem Dritthersteller verwenden. Aber Achtung: Falls bei Verwendung von Nicht-NZXT-Kabeln etwas kaputt gehen soll, zieht man den Kürzeren. Nachdem wir die Kabel so optimal es geht platziert haben und angeschlossen haben, konnte der Spaß schon losgehen.
Der Leuchteffekt ist in der Praxis tatsächlich recht imposant. Hier kommt es aber vor allem auf den Hintergrund und die Entfernung zu diesem an. Den besten Effekt erhält man bei einer weissen Wand und direkter Nähe zu dieser. Die Leuchtkraft ist definitiv ausreichend und farbtechnisch lässt sich logischerweise das gesamte RGB-Spektrum ausnutzen. Einstellen lässt sich alles über NZXTs hauseigener CAM-Software, zu der wir nun kommen.

Allgemein ist die CAM-Applikation nicht nur zur Beleuchtungseinstellung vorhanden, sondern dient als allgemeines Tool für den gesamten PC. Von der Überwachung der technischen Daten wie FPS, Temperaturen und Taktfrequenzen bis hin zum Overclocking wird viel geboten. In diesem Fall geht es natürlich nur um die Beleuchtung, aber auch hier gibt es eine Fülle an verschiedenen Optionen und Effekten.
Insgesamt gibt es fünf Punkte mit verschiedenen Einstellmöglichkeiten. Zu diesen gehören PRESET, SMART, CUSTOM, AUDIO und GAME. Unter "Preset" finden sich knapp 20 voreingestellte Effekte, die sich zusätzlich noch anpassen lassen. Bei "Smart", passt sich die Farbe entweder der CPU- oder GPU-Temperatur, dem Ambiente oder der aktuellen FPS an. Die Ambiente-Funktion wollte allerdings nicht so recht laufen. So verlangt die Software mindestens drei angebundene LED-Streifen, was in unserem Setup auch der Fall war. Am Ende funktionierte es aber dennoch nicht, weshalb wir einfach von einem Bug ausgehen.
Unter "Custom" gibt es drei Modi, welche neben einfachen Farbeinstellungen auch die einzelne Anpassung jeder einzelnen LED erlauben. Bei "Audio" passen sich die LED wie es der Name schon sagt, akustischen Signalen an. Dabei richten sie sich entweder an "Level", "Sync", "Bass" oder "Gain". Beim letzten Punkt "Game" gibt es je nach Spiel und Aktion in diesem, verschiedene Lichteffekte. Beispielsweise leuchten die LED bei CS:GO rot auf, wenn eine Granate in der Nähe detoniert.
Insgesamt ist die Auswahl an Effekten beachtlich und lässt praktisch keine Wünsche offen. Die Oberfläche ist modern und lässt eine unkomplizierte Bedienung zu. Auch der eigentliche Effekt ist hübsch anzusehen und wertet das Gesamterscheinungsbild des Schreibtischs definitv auf. Doch das RGB Lightning Kit von NZXT ist nicht gerade günstig. Ob sich dennoch eine Anschaffung lohnt, klären wir im Fazit.

Fazit

Das HUE 2 Ambient RGB Lighting Kit tut kurz gesagt genau das was es soll. Die Lichteffekte werden gut in Szene gesetzt und werten so den eigenen Schreibtisch auf. Was stört, ist die fehlende Wiederverwendbarkeit und die eingeschränkte Flexibilität. Wenn man das Kit bei mehr als einem Monitor benutzen möchte, hat man entweder die Option, ein zweites Kit zu kaufen oder man muss gezwungenermaßen improvisieren.

Wir haben bereits erwähnt, dass das HUE 2 Ambient RGB Lighting Kit kein Schnäppchen ist. Ab ca. 100 Euro ist das Kit derzeit erhältlich (Stand 07/2019), was viele Kunden abschrecken dürfte. Und damit bekommt man zusätzlich die Bindung an NZXTs Ecosystem aufgebrummt. Denn Zubehör von Drittherstellern wird in der Regel nicht unterstützt und NZXTs eigene Auswahl an Zubehör hält sich in Grenzen. Auch die Tatsache bedauerlich, dass Nutzer von Doppel-Monitor-Setups eigentlich zwei Kits kaufen müssten, um alle Funktionen optimal nutzen zu können. Bei dieser Preisklasse sollte man mehr Flexibilität und Nutzerfreundlichkeit erwarten können, womit wir auch keine Empfehlung aussprechen können. Das ist Schade, denn an sich macht das RGB-Kit, vor allem optisch, ordentlich was her.

Ilias Ammour

Datum:
29.07.2019 | 12:00
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