Zwei Einstiegs-Netzteile mit 500 und 550 Watt im Test

Spannungsregulation

Um einen möglichst störfreien Betrieb der Hardware zu gewährleisten, ist es wichtig, dass die Ausgangsspannungen des Netzteils nicht zu stark vom Sollwert abweichen. Daher sind für die Spannungen nach dem ATX-Power-Supply-Design-Guide Grenzwerte von +/- fünf Prozent vorgegeben, die wir nun anhand der sechs Auslastungsstufen des Netzteils untersuchen.

Während bei normalen Belastungen die Spannungsregulation keine Probleme bereitet, sind die Crossload-Szenarien designbedingt eine größere Hürde. Der sehr ungewöhnliche Fall von voller Auslastung der Minor-Rails bei gleichzeitig geringer 12-Volt-Last (CL2) bereitet beiden Netzteilen Probleme. Bei dem viel eher anzutreffenden Crossload-Verhalten (CL1) bleiben die beiden Testkandidaten noch innerhalb der Spezifikation, wobei das Hexa+ knapp an den Grenzwerten kratzt.

Da die Magnet-Verstärker zur Generierung der 3,3-Volt-Schiene gegenüber DC-DC-Wandlern im Nachteil sind, haben wir zusätzlich zu den Crossload-Tests außerdem einen Test zur Haswell-Kompatibilität entworfen. Intel hat dafür die ATX-Spezifikationen angepasst, jedoch wird lediglich beschrieben, dass das Netzteil eine Auslastung der 12-Volt-Schiene bis hinab zu 0,05 Ampere verkraften muss. Cougar sowie FSP folgen offiziell diesen aktualisierten Spezifikationen (ATX 2.4), auf Nachfrage soll die Haswell-Kompatibilität allerdings nur an realen Systemen nachgewiesen worden sein.

Dementsprechend verlassen die Spannungen die Spezifikationen sobald wir eine zu hohe Last an der 3,3-Volt-Schiene anlegen. Im Falle des Hexa+ 500W ist mindestens ein Ampere nötig, damit die Spannung unter 3,0 Volt fällt. Diese Symptome erfährt das STX 550W erst mit mindestens zwei Ampere. Für die 12-Volt-Schiene haben wir zwischen unterschiedlichen Lasten von 0,05 bis 0,6 Ampere und für die 5-Volt-Rail zwischen 0,2 bis 1,0 Ampere (5V) variiert.

Ob die vom RAM überwiegende Leistungsaufnahme ausreicht, um eine derartig hohe 3,3-Volt-Belastung im Niederlast-Fall hervorzurufen, können wir nicht eindeutig bestätigen.

Restwelligkeit

Die Aufgabe des Netzteils besteht darin die eingehende Wechselspannung in eine Gleichspannung zu transformieren. Dabei bleiben jedoch Rest-Schwingungsanteile übrig, die als Restwelligkeit bezeichnet werden. Dafür sind ebenso Grenzwerte festgelegt, die auf der 12-Volt-Schiene 120 Millivolt und auf den restlichen Schienen 50 Millivolt nicht überschreiten dürfen.

Bei der Filterung der Restwelligkeit zeigen sich schließlich deutlichere Unterschiede. Während sich das STX 550W von dem Szenario der Vollauslastung wenig beeindrucken lässt, übersteigt das Hexa+ die Spezifikationen auf den Minor-Rails und weist auch auf der 12-Volt-Schiene höhere Werte auf. Das STX 550W kann die Spezifikationen durchgehend gut innerhalb der Grenzen einhalten.


Inhaltsverzeichnis

  1. Zwei Einstiegs-Netzteile mit 500 und 550 Watt im Test
  2. Ausstattung
  3. Technik
  4. So testet PC-Max
  5. Spannungsregulation und Restwelligkeit
  6. Effizienz, PFC, Lautstärke & sonstige Messungen
  7. Fazit

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