Zwei Einstiegs-Netzteile mit 500 und 550 Watt im Test

Cougar STX 550W

Die Fertigung des Netzteils liegt in der Hand des Mutterkonzerns, HEC Compucase. Nachdem die erfolgreiche A-Serie über die letzten Jahre hinweg immer wieder kleinere Aktualisierungen erfahren hatte, zeigt Cougar nun einen Nachfolger. Das technische Grundgerüst besteht weiterhin aus einer aktiven PFC, einem Double-Forward-Konverter und einer Gleichrichtung über SBR-Dioden. Auf einen Weitbereichseingang wurde verzichtet, sodass die Induktivität und der Sättigungs-Strom der PFC-Spule vergleichsweise gering ausfallen darf, wodurch der Hersteller etwas an Kosten einsparen kann.

Die Eingangsfilterung fängt an der Netzbuchse mit einem X-, zwei Y-Kondensatoren und einer Spule an. Sogar ein IC konnte untergebracht werden, der den X-Cap entlädt, sobald das Netzteil ausgeschaltet wird. Dies erhöht den Wirkungsgrad im Vergleich zum ansonsten ständig wirkenden Entlade-Widerstand. Ein Ferrit dämpft am Übergang zur Platine außerdem unerwünschte Schwingungen. Auf der Platine wird die Filterung über einen X-, zwei weitere Y-Kondensatoren und eine Drossel vervollständigt.

Anschließend folgt ein Brückengleichrichter ohne zusätzlicher Kühlung, sowie die aktive PFC aus zwei MOSFETs (MDP13N50 von Magna Chip) und einer Diode (BYC10-600 von NXP). Die Regelung übernimmt hierbei ein Champion CM6800. Die Energie wird nun im Zwischenkreis-Elko gespeichert, der von Capxon zugeliefert wird (LP-Serie, 330 Mikrofarad, 400 Volt, 85 Grad Celsius). Nachfolgend befindet sich schließlich der Haupt-Konverter (im Double-Forward-Design), der primärseitig zwei Magna-Chip-MOSFETs nutzt.

Auf der Sekundärseite wird die Spannung schließlich über SBR-Dioden gleichgerichtet. Die 12-Volt- und 5-Volt-Schiene werden hierbei über die gleiche Primär-Wicklung gespeist, sodass beide Spannungen zusammen geregelt werden (Gruppenregulierung). Die 3,3-Volt-Rail wird außerdem passiv über einen Magnet-Verstärker erzeugt, so wie es bei den meisten Einstiegs-Netzteilen üblich ist. Zur Verbesserung des Wirkungsgrads sind jeder Schiene gleich zwei SBR-Dioden zugeteilt (STPS30L45CT von ST). Alle sechs Leistungshalbleiter werden über einen großen Kühlkörper gekühlt, an dem sich ein NTC-Widerstand zur Temperatur-Überwachung befindet.

Zur Filterung der Restwelligkeit dienen Teapo-Elektrolytkondensatoren der SC-Serie. Auf der 12-Volt-Schiene sind davon drei Typen mit jeweils 2.200 Mikrofarad verbaut. Den Großteil der Schutzschaltungen stellt der Weltrend-IC WT7527 bereit.

Die Lötqualität empfinden wir überwiegend als sehr gut gelungen. Ebenso zeigt sich bei der Verarbeitungsqualität alles von seiner besten Seite. Die Lüfter-Modellnummer lautet EFS-12E12H. Es handelt sich also um einen 120-Millimeter-Lüfter mit gewöhnlicher Sleeve-Gleitlagerung.

FSP Hexa+ 500W

Die Technik des Hexa+ 500W besteht neben der aktiven PFC ebenfalls aus einem Double-Forward-Konverter mit standardmäßiger Gleichrichtung über SBR-Dioden.

Die Eingangsfilterung an der Netzbuchse bildet sich aus einem X-, zwei Y-Kondensatoren und einem Ferrit. Auf der Platine wurde diese durch drei Spulen, einem X-, zwei Y-Kondensatoren und einem MOV (als passiven Überspannungsschutz) erweitert.

Daraufhin folgt ein Brückengleichrichter ohne zusätzlichem Kühlkörper. Die aktive PFC besitzt ebenso zwei MOSFETs von Magna Chip, hier jedoch ein Typ mit etwas höheren Leitverlusten (MDF9N50). Zusätzlich zu diesen beiden Schaltern wurde die Boost-Diode an einen gemeinsamen Kühlkörper montiert. Als Energiespeicher hat sich Cougar zu einem 85-Grad-Celsius-Teapo-Elko der LH-Serie entschieden (400 Volt Spannungsfestigkeit, 330 Mikrofarad). Die Double-Forward-Primärschaltung besteht schlussendlich aus zwei KF13N50-MOSFETs.

Sekundär werden nun die drei Ausgangsspannungen über jeweils zwei MBR3045A-SBR-Dioden gleichgerichtet. Ebenso wie das STX 550W wurde die 3,3-Volt-Schiene also über einen Magnet-Verstärker realisiert.

Die Filter-Kondensatoren auf der Sekundärseite kommen erneut von Teapo. Hierbei wurden hauptsächlich solche aus der SY-Low-Impedance-Serie genommen. Statt der drei 2.200-Mikrofarad-Elkos auf der 12-Volt-Schiene beim STX 550W, gibt es beim Hexa+ 500W allerdings nur drei derer mit jeweils 1.000 Mikrofarad. Welche nun die bessere Wahl darstellen, kann aufgrund zu vieler unbekannter Variablen wie zum Beispiel der Temperatur nicht vorausgesagt werden. Die Absicherung des Netzteils übernimmt der IC PS229, der über die zwei Kanäle für die 12-Volt-OCP verfügt.

Die Lötqualität lässt keine großartige Kritik zu und auch sonst sind wir mit der Verarbeitung zufrieden. Als Lüfter finden wir ein Modell von Yate Loon (D12SH-12) vor. Es handelt sich also um einen Standard-Gleitlager-Lüfter mit 120 Millimetern Kantenlänge.


Inhaltsverzeichnis

  1. Zwei Einstiegs-Netzteile mit 500 und 550 Watt im Test
  2. Ausstattung
  3. Technik
  4. So testet PC-Max
  5. Spannungsregulation und Restwelligkeit
  6. Effizienz, PFC, Lautstärke & sonstige Messungen
  7. Fazit

Anzeige