PicoPSU und Power-Boards im Test

Effizienz

Zur standardmäßigen 80Plus-Zertifizierung wird das Netzteil mit einer Eingangsspannung von 115 Volt betrieben. Wir messen hingegen mit den im europäischen Niederspannungs-Netz üblichen 230 Volt. Dadurch arbeiten Netzteile insbesondere im höheren Lastbereich effizienter.

Im Vergleich mit dem ATX-Netzteil "Antec VPF550" fällt der Wirkungsgrad bei sehr geringer Auslastung von 25 Watt etwas besser aus, allerdings können die Kleinst-Netzteile bereits bei 50 Watt schon keinen Vorteil mehr ausspielen. Die beste Effizienz von den Power-Board-AC-DC-Wandler-Kombinationen erzielt die Lösung von Impactics.

Aufgrund der stärker belastbaren Minor-Rails des Chieftec werden diese auch höher in unserer Lastkalkulation belastet, womit auch die Verluste anwachsen. Letztendlich fallen die Unterschiede untereinander also geringer aus.

Zusätzliche Messungen

12-Volt-AC-DC-Wandler im Vergleich
Effizienz in Prozent 25 Watt Last 50 Watt Last 20 Prozent Last 50 Prozent Last 100 Prozent Last 110 Prozent Last
Impactics 84 Watt 86,9 84,9 85,4 87,4 85,5 85,5
Chieftec 90 Watt 85,2 86,5 82,5 86,9 83,7 Ausfall
LEICKE 120 Watt 83,0 83,3 82,9 83,8 81,3 80,5
Powertron 84 Watt 80,1 81,7 79,3 81,6 81,1 80,9
12-Volt-AC-DC-Wandler im Vergleich
Leistungsfaktor 25 Watt Last 50 Watt Last 20 Prozent Last 50 Prozent Last 100 Prozent Last 110 Prozent Last
Impactics 84 Watt 0,490 0,875 0,414 0,543 0,942 0,951
Chieftec 90 Watt 0,460 0,550 0,408 0,545 0,931 Ausfall
LEICKE 120 Watt 0,520 0,580 0,500 0,585 0,614 0,618
Powertron 84 Watt 0,730 0,939 0,650 0,922 0,974 0,977

Die Effizienz der Netzgeräte von Impactics und Chieftec überzeugen am meisten. Aufgrund von Messtoleranzen können allerdings nur Tendenzen festgehalten werden.

Der Wirkungsgrad der Kombination aus LEICKE-Netzteil und Impactics-Power-Board sinkt bei Vollauslastung auf 75,2 Prozent.

Leistungsfaktorkorrektur (PFC)

Aufgrund der Spannungstransformation im Netzteil wird die Leistung nicht mehr sinusförmig aufgenommen, sondern ist mit Oberschwingungen behaftet, die sich in der Blindleistung ausdrücken. Damit der ideale Leistungsfaktor von "1" erreicht werden kann, müsste die Blindleistung vollständig kompensiert werden. Je besser die PFC arbeitet, desto näher kommt der Leistungsfaktor an den Ideal-Wert heran.

Auch wenn das netzseitige Impactics-Netzteil eine aktive PFC verbaut hat, fällt der Leistungsfaktor gegenüber einem ATX-Netzteil dennoch geringer aus. Hierbei spielen also auch die kleiner dimensionierten Bauteile in der Eingangsfilterung eine Rolle. Das für die anderen Wandlerplatinen verwendete LEICKE-Netzteil hat keine PFC und wichtige Netzfilter fehlen. Das hat einen sehr schlechten Leistungsfaktor selbst bei Volllast zur Folge.

Zusätzliche Messungen

Die aktive Leistungsfaktorkorrektur der ersten beiden Netzteile zeigt erst bei höheren Leistungen seine Stärken, das Powertron kann hingegen schon bei besonders niedrigen Belastungen Oberwellen effektiv unterdrücken.

Sonstige Messungen

Neben den bisherigen Messungen gibt es zusätzliche Eigenschaften, die ein Netzteil einhalten sollte. Diese sind zwar nicht für einen ordnungsgemäßen Betrieb von höchster Bedeutung, jedoch müssen auch dafür die Spezifikationen eingehalten werden, um Störungen zu vermeiden. Die Hold-Up-Dauer gibt an, wie lange die Ausgangsspannungen aufrecht gehalten werden können, wenn die Versorgungsspannung unterbrochen wird. Das Netzteil wird dazu zu 100 Prozent ausgelastet. Beim Power-Good-Signal messen wir die Verzögerung vom Zeitpunkt des Einschaltens bis zur Betriebsbereitschaft.

Power-Good-Dauer
Angaben in ms Minimum Messung Maximum
Impactics 130 Watt Wandlerplatine 150 271 500
Chieftec CDP-090ITX 150 477 500
Hold-Up-Dauer
Angaben in ms Minimum Messung
Impactics 130 Watt Wandlerplatine 150 89,6
Chieftec CDP-090ITX 150 98,4
PicoPSU-90 150 98,8

Die sonstigen Messungen sind kein größeres Problem. Ganz im Gegenteil liegt die Hold-Up-Dauer sogar auf einem Vielfachen der Mindest-Anforderungen.


Inhaltsverzeichnis

  1. PicoPSU und Power-Boards im Test
  2. Ausstattung
  3. Technik
  4. So testet PC-Max
  5. Spannungsregulation und Restwelligkeit
  6. Effizienz, PFC & sonstige Messungen
  7. Fazit

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