Corsair RM450 und RM750 Netzteile im Test

Die beiden Netzteile der RM-Serie hinterlassen einen zwiespältigen Eindruck. Zum einen kann die Lautstärke absolut überzeugen, zum anderen sind wir über die Kondensatoren auf der Sekundärseite beunruhigt, die einer hohen thermischen Belastung ausgesetzt sind. Einerseits finden wir die Ausstattung mit den vollmodularen Kabeln und der Möglichkeit einer Software-Überwachung wirklich beeindruckend, andererseits zweifeln wir etwas an der qualitativen Umsetzung. Unserem RM450 fehlt eine Brücke, das RM750 weist hingegen einen Fehler beim Auslesen der Werte über die Software auf.

RM450

Für das Netzteil sprechen die äußerst guten Ausgangswerte in unseren Messungen. Eine derartig gute Ausstattung finden wir nur selten bei Netzteilen unter 500 Watt vor, denn weder den leisen semi-passiv Modus, noch das vollmodulare Kabelmanagement bietet die Konkurrenz. Die Erweiterungsmöglichkeit um das Monitoring via Software mag auch für manche Käufer interessant sein.

Gegen das RM450 spricht die relativ schlechte Kondensator-Auswahl auf der Sekundärseite. Die Kühlung wurde dort ebenso vernachlässigt, weshalb mit einer hohen Wärmeentwicklung zu rechnen ist und die Lebensdauer der Kondensatoren verkürzt wird. Die ansonsten recht gute Verarbeitungsqualität wird etwas durch die fehlende Brücke auf der Kabelmanagement-Platine getrübt, wobei dieser Fehler laut Corsair in der Produktion bereits beseitigt wurde. Zudem liegt kein Handbuch bei.

RM750

Für das Netzteil spricht das besonders leise Betriebsgeräusch, das dank des semi-passiven Modus bis etwa 40 Prozent Auslastung komplett entfällt. Unsere Messungen fallen relativ gut aus, denn Grenzwerte wurden stets eingehalten und die Spannungsregulation arbeitet mit maximal zwei Prozent Abweichung präzise.

Gegen das RM750 müssen wir ebenso die fragwürdige Kondensator-Wahl mit der relativ schlechten Kühlung auf der Sekundärseite anführen. Die Software zum Auslesen des Stromes zeigte in unserem Fall fehlerhafte Werte an. Die 12-Volt-Schiene, die bis 62,5 Ampere spezifiziert ist, kann mit dem Überstromschutz nicht sehr wirkungsvoll geschützt werden. Im Lieferumfang fehlt zudem ein Handbuch.

Obwohl die Garantiedauer von fünf Jahren auf den ersten Blick einen guten Eindruck macht, müssen wir dies relativieren. Denn defekte Kondensatoren machen sich nicht zwangsläufig bei der Funktionstüchtigkeit des Computers bemerkbar, sondern können auch lange Zeit unbemerkt weiter arbeiten, selbst wenn die Spezifikationen des Ripple-Stromes massiv überschritten werden.

Die Preise, die beim RM450 mit 84 Euro (Stand 11/2013) und beim RM750 mit 109 Euro (Stand 11/2013) beginnen, sind für das Gebotene ziemlich niedrig. Wer ein Gerät mit ähnlicher Ausstattung sucht, dem raten wir zu einer teureren Alternative. Wer auf bestimmte Merkmale verzichten kann, wird in dieser Preisklasse auch Alternativen finden.

Netzteile von Corsair sind über Amazon erhältlich.


Inhaltsverzeichnis

  1. Corsair RM450 und RM750 Netzteile im Test
  2. Ausstattung
  3. Technik - RM450
  4. Technik - RM750
  5. So testet PC-Max
  6. Spannungsregulation und Restwelligkeit
  7. Effizienz, PFC, Lautstärke & sonstige Messungen
  8. Fazit

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