Corsair RM450 und RM750 Netzteile im Test

Mit dem RM750 wurde der Hersteller Chicony beauftragt, der in letzter Zeit kaum für Netzteile aus dem Einzelhandel verantwortlich ist. Das PSU setzt wie das kleinere RM450 primärseitig auf einen speziellen PFC-IC und DC-DC-Tiefsetzer auf der Sekundärseite. Ein Wirkungsgrad nach dem 80Plus-Gold-Standard soll trotz fehlender LLC-Resonanzwandler erreicht werden.

Die Eingangsfilterung beginnt an der Netzbuchse mit zwei Y-Kondensatoren, einem einpoligen Schalter und einem Ferritkern. Auf der Hauptplatine des Netzteils sitzen ein MOV (passiver Überspannungsschutz), drei Spulen, je zwei X-Kondensatoren und Y-Kondensatoren. Die Filterung ist somit vollständig.

Der Primär-Elektrolytkondensator von Nippon Chemicon mit einer Spannungsfestigkeit von 420 Volt, 470 Mikrofarad und einer Temperaturtoleranz von 105-Grad-Celsius stellt eine hochwertige Wahl dar. Sekundärseitig müssen hingegen wieder Abstriche gemacht werden: Hauptsächlich Elektrolytkondensatoren von Ltec werden hierbei verwendet. Selbst auf der Abwärtswandler-Platine vertraut Corsair diesmal auf Kondensatoren des Herstellers Taicon, welcher uns ebenso wenig für qualitativ hochwertige Caps bekannt ist. In dieser hitzigen Umgebung, denen besonders Semipassiv-Netzteile ausgesetzt sind, hätten wir uns eine bessere Auswahl gewünscht.

Zwischen Transformator und Zusatzplatine verstecken sich die +12-Volt-MOSFETs, wovon sechs vorhanden sind. Eine Kühlung per Kühlkörper ist nicht vorgesehen, stattdessen sind die Leiter ebenso für den Wärmetransport zuständig. Aber mehr dazu auf dem nächsten Bild:

Das mittlere Wärmeleitpad ist mit den genannten Leitern in Kontakt und gibt dadurch die Hitze an das Netzteilgehäuse ab. Zur elektrischen Isolierung wird zuvor wie bei den meisten Netzteilen eine Plastikfolie eingesetzt. Die unterste Schicht bildet schließlich eine Aluminiumplatte, die den Wärmeübergang zum Netzteilgehäuse schließt.

Die Lötqualität ist ähnlich zum RM450 nicht perfekt, denn an manchen Stellen ist das Lötzinn nicht richtig verlaufen. Bei einem Gerät dieser Preisklasse hätten wir ein wenig mehr Präzision diesbezüglich erwartet. Qualitativ macht das Netzteil ansonsten einen guten Eindruck, selbst EMV-Maßnahmen zur Abschirmung von Primär- und Sekundärseite wurden am Eingang ergriffen.

Das Eingreifen der OTP bevor der Lüfter des Netzteils anspringt, konnten wir anders als in diesem Test nicht simulieren. Damit dieser Sonderfall überhaupt eintreten kann, muss die Umgebungstemperatur sehr hoch sein. Sollten Nutzer jedoch davon betroffen sein, kann das Netzteil umgetauscht werden.

Es wird genau der gleiche Lüfter wie beim kleineren RM450 eingesetzt. Dieser kommt erstmals mit dem Corsair-Logo daher und trägt die Bezeichnung "NR135L". Er scheint speziell für Netzteile konzipiert zu sein, denn im Einzelhandel wird der Lüfter nicht geführt. Als Features hebt der Hersteller im Wesentlichen den hohen statischen Druck und einen nebengeräuscharmen Betrieb dank Rifle-Gleitlager hervor.


Inhaltsverzeichnis

  1. Corsair RM450 und RM750 Netzteile im Test
  2. Ausstattung
  3. Technik - RM450
  4. Technik - RM750
  5. So testet PC-Max
  6. Spannungsregulation und Restwelligkeit
  7. Effizienz, PFC, Lautstärke & sonstige Messungen
  8. Fazit

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