Corsair RM450 und RM750 Netzteile im Test

Das RM450-Netzteil wird wie die Modelle mit 550, 650 sowie 1.000 Watt von CWT gefertigt und setzt primärseitig auf einen intelligenten PFC-IC und sekundärseitig auf DC-DC-Tiefsetzer, wodurch trotz fehlender LLC-Resonanzwandlern ebenso eine Effizienz auf 80Plus-Gold-Niveau erreicht werden soll.

Die Eingangsfilterung direkt an der Netzbuchse setzt sich aus zwei Y-Kondensatoren zusammen, darauf folgt ein zweipoliger Schalter und ein Ferritkern. Auf der Platine geht es je zwei X-Kondensatoren, Spulen und Y-Kondensatoren weiter. Das Vorhandensein eines MOV (passiver Überspannungsschutz) können wir nicht sicher bestätigen, weil ein das eventuell dazu passende Bauteil mit Kleber verdeckt wird.

Bei der Kondensator-Bestückung gab Corsair der Primärseite den Vorzug und griff hierbei zu einem hochwertigen japanischen Modell der KMR-Serie von Nippon-Chemicon. Dieser 105-Grad-Celsius-Kondensator ist mit einer Spannungsfestigkeit von 400 Volt und einer Kapazität von 390 Mikrofarad spezifiziert, was für ein semi-passives Gerät eine sehr gute Wahl ist.

Beim Anblick der Sekundär-Elektrolytkondensatoren sind wir dagegen etwas enttäuscht. Corsair setzt hierbei überwiegend auf die taiwanische Marke CapXon, die einen eher durchwachsenen Ruf genießt. Außerdem fällt uns ein kleiner 47-Mikrofarad-Kondensator von Jun Fu auf, den wir als noch bedenklicher erachten. Wegen der kleinen Ausmaße ist dessen Nenn-Lebensdauer sowieso schon beschränkt. Relativiert wird dies nur durch die geringere Belastung aufgrund der Platzierung abseits der Ausgänge. Einen einzelnen, japanischen Elektrolytkondensator, der ebenso von Nippon Chemicon stammt, finden wir neben dem StandBy-Transformator vor, der wohl die Filterung der +5-VSB-Schiene (+5 Volt StandBy) übernimmt. An den Tiefsetzern werden ausschließlich Feststoffkondensatoren verwendet. Dass Corsair gerade für die stark belasteten 12-Volt-Ausgänge auf CapXon Elektrolytkondensatoren vertraut, erachten wir in Kombination des semi-passiv Modus als kritisch.

Auf Kühlkörper für die drei 12-Volt-MOSFETs, die sich auf der vertikalen Platine neben dem Haupt-Transformator befinden, wurde komplett verzichtet. Dank des niedrigen Rds(on)-Widerstandes und der hohen Temperatur-Beständigkeit der Halbleiter, scheinen solche Maßnahmen nicht mehr notwendig zu sein. Mit Einsatz von Kühlkörpern hätte der Hersteller der thermischen Belastung der Kondensatoren definitiv entgegenwirken können, einzig für den Temperatursensor wurde ein kleiner Aluminiumstreifen an der Platine befestigt.

Auf der Rückseite der DC-DC-Abwärtswandler-Platine sind die sechs Transistoren zu sehen, die die Spannungen für die Minor-Rails (3,3 Volt und 5 Volt) durchschalten. Diese müssen wie die +12-Volt-MOSFETs ohne Kühlkörper auskommen.

Wie OklahomaWolf von jonnyGURU.com feststellte, sind die 5-Volt-Leitungen des 20-Pin-Mainboard-Steckers nicht mit dem Netzteil verbunden. Wir konnten dies bei unserem Testgerät ebenso feststellen, weshalb lediglich an dem 4-Pin-Zusatzstecker des Mainboard-Anschlusses die 5-Volt-Schiene angebunden ist. Das Netzteil würde daher den Dienst mit einem älteren Mainboard verweigern, das nur über die 20-Pin-Buchse verfügt. Abgesehen davon darf so ein Fehler natürlich nicht vorkommen. Mittlerweile soll der Fehler in der Produktion laut Corsair beseitigt worden sein.

Mit der Lötqualität sind wir insgesamt zufrieden, einzelne Stellen wurden etwas zu kurz oder zu kalt gelötet, die Funktionsweise sollte dadurch jedenfalls nicht beeinträchtigt werden. Ansonsten kann das Netzteil qualitativ überzeugen, denn auf eine Isolierung der Kabelenden wurde stets geachtet.

Auf dem Haupt-PCB finden wir lediglich den Sicherungs-IC WT7502 von Weltrend vor, der allerdings nicht über alle versprochenen Schutzschaltungen verfügt. Der IC stellt keine Überstrom-Sicherung bereit und die OCP wurde somit anders als angegeben nicht umgesetzt. OTP könnte Corsair über einen anderen Schaltkreis realisiert haben.

Erstmals verwendet Corsair einen Lüfter der eigenen Produktpalette für die Netzteile. Der Ventilator mit der Bezeichnung "NR135L" soll sich besonders durch einen hohen statischen Druck und einen nebengeräuscharmen Betrieb dank Rifle-Gleitlager auszeichnen.


Inhaltsverzeichnis

  1. Corsair RM450 und RM750 Netzteile im Test
  2. Ausstattung
  3. Technik - RM450
  4. Technik - RM750
  5. So testet PC-Max
  6. Spannungsregulation und Restwelligkeit
  7. Effizienz, PFC, Lautstärke & sonstige Messungen
  8. Fazit

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