Cooler Master G650M

Effizienz

Zur standardmäßigen 80Plus-Zertifizierung wird das Netzteil mit einer Eingangsspannung von 115 Volt betrieben. Wir messen hingegen mit den im europäischen Niederspannungs-Netz üblichen 230 Volt. Dadurch arbeiten Netzteile insbesondere im höheren Lastbereich effizienter.

Von 50 auf 100 Prozent Auslastung fällt der Wirkungsgrad etwas stärker ab, sodass es zum nächstbesseren 80Plus-Silber-Zertifikat nicht gereicht hat. Mit den prozentualen Auslastungen von 20 und 50 Prozent kann das G650M mit den sehr guten Werten des VPF550 gleichziehen. Bei den festen Lasten von 25 und 50 Watt kann jedoch das VPF550 ein paar Prozentpunkte effizienter arbeiten.

Leistungsfaktorkorrektur (PFC)

Die impulsförmige Aufnahme des Stromes mit Frequenzen vielfacher der des Versorgungsnetzes führt zu EMV-Problemen, weshalb für Netzteile ab einer Ausgangsleistung von 75 Watt strenge Richtlinien für den Oberschwingungs-Gehalt gelten. Eine passive oder aktive Leistungsfaktorkorrektur geht diesem Problem entgegen, wobei für eine 80Plus-Zertifizierung die effektivere letztere Lösung benötigt wird.

Der Leistungsfaktor gibt nun an welcher Wirkleistungs-Anteil aus dem Versorgungsnetz aufgenommen wird. Für einen idealen Leistungsfaktor von "1" müsste die Blindleistung in Form der Oberschwingungen vollständig kompensiert werden. Umso besser die PFC arbeitet, desto näher kommt der Leistungsfaktor an den Ideal-Wert heran.

Die aktive PFC zeigt keine großen Besonderheiten und bei halber Last kann die geforderte Grenze von 0,9 überschritten werden.

Lautstärke

Weil es sich beim Schallpegel um ein logarithmisches Maß handelt und zum Lautstärke-Empfinden ein subjektiver Eindruck mit eingeht, müssen bei der Bewertung gewisse Dinge beachtet werden. Ein Anstieg des Schallpegels zwischen sechs und zehn dBA bedeutet demnach eine Verdoppelung der empfunden Lautheit. Im Folgenden tragen wir den Schallpegel des Lüfters und dessen Drehzahl über ausgewählte Lastzustände auf:

Bis zur halben Auslastung bleibt der Lüfter auf gemäßigten 795 Umdrehungen pro Minute noch sehr leise. Allerdings fällt ein Schleifen und Rattern des Doppelkugel-Lagers geringfügig auf, wenn man direkt am Netzteil horcht. Bei 80 Prozent Last dreht der Lüfter auf 895 Umdrehungen hoch, bleibt aber immer noch vergleichsweise leise. Erst mit 1.370 Umdrehungen pro Minute kann das Luftrauschen deutlich erkannt werden, wobei die Nebengeräusche in den Hintergrund treten, sodass die Geräuschcharakteristik weiterhin nicht wirklich störend auffällt. Mit einer Überlast von 110 Prozent der Nennleistung empfinden wir den Lüfter schließlich als laut und ein hörbares Summen fällt zudem störend auf.

Insgesamt macht das Lüfterprofil aber einen guten Eindruck, da das Netzteil in den wichtigsten Auslastungs-Stufen kaum Aufmerksamkeit auf sich ziehen sollte. Ausgehend von den dBA-Werten kann ein kleiner Vorteil zum VPF550 verzeichnet werden.

Sonstige Messungen

Neben den bisherigen Messungen gibt es zusätzliche Eigenschaften, die ein Netzteil einhalten sollte. Diese sind zwar nicht für einen ordnungsgemäßen Betrieb von höchster Bedeutung, jedoch müssen auch dafür die Spezifikationen eingehalten werden: Die Hold-Up-Dauer gibt an, wie lange die Ausgangsspannungen aufrecht gehalten werden können, wenn die Versorgungsspannung unterbrochen wird. Das Netzteil wird dazu zu 100 Prozent ausgelastet. Beim Power-Good-Signal messen wir die Verzögerung vom Zeitpunkt des Einschaltens bis zur Betriebsbereitschaft.

Sonstige Messungen
Angaben in msMinimumMessungMaximum
Hold-Up-Dauer16,015,6 
Power-Good-Dauer150333500

Überraschend wird die Mindest-Hold-Up-Dauer minimal unterschritten, obwohl die beiden Primär-Kondensatoren zusammen über eine relativ hohe Kapazität verfügen. Allerdings kann man insbesondere unter Berücksichtigung der Preisklasse von einem relativ guten Abschneiden sprechen.


Inhaltsverzeichnis

  1. Cooler Master G650M
  2. Ausstattung
  3. Technik
  4. So testet PC-Max
  5. Spannungsregulation und Restwelligkeit
  6. Effizienz, PFC, Lautstärke & sonstige Messungen
  7. Fazit

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