be quiet! TFX Power 2 300W Gold im Test

be quiet! setzt für das TFX Power 2 weiterhin auf den Fertiger FSP Fortron/Source, mit dem nun schon längere Zeit kooperiert wird. Die technische Basis besteht aus einer Active-Clamp-Schaltung, wie wir sie von vielen anderen be-quiet!- und FSP-Netzteilen kennen. Dazu gesellt sich sekundär zudem eine synchrone Gleichrichtung, wobei die Spannungs-Schienen nur gruppenreguliert sind.

Die Netzfilterung beginnt direkt an der Eingangsbuchse mit einem X- und zwei Y-Kondensatoren. Die Kabel, die Phasen- und Neutralleiter auf die Platine führen, fallen verglichen zu den meisten ATX-Netzteilen ziemlich dünn aus, weshalb uns eines beim Auseinanderbau gleich gebrochen ist. Aufgrund der geringeren Ausgangsleistung des TFX Power 2 ist die Wahl der Kabelstärke dennoch ausreichend. Zur weiteren Filterung wurde beim Übergang ein Ferritkern verwendet.

Auf der Platine folgen zwei Spulen, ein X- und zwei Y-Kondensatoren. Weil diese Bauteile recht nahe aneinander liegen, wurde eine elektromagnetische Abschirmung zwischengeklebt. Auf einen MOV (passiver Überspannungsschutz) wurde leider verzichtet.

Anschließend wurde eine Gleichrichterbrücke eingebaut, dahinter liegt die aktive PFC. Als Primärkondensator findet ein taiwanischer Teapo-Elektrolyt-Kondensator aus der LH-Serie (420 Volt, 180 Mikrofarad, 85 Grad Celsius) Verwendung. Dies ist eine durchaus treffende Wahl für ein Netzteil dieser Leistungsklasse. Weil das Design auf einer Active-Clamp-Schaltung basiert, wird ein PFC/PWM-Controller von FSP (6600D) verbaut, den wir bereits von der Straight-Power- und Power-Zone-Serie kennen.

Der Haupt-Transformator des TFX Power 2 wurde gekippt eingebaut. Im hinteren Teil konnten wir schließlich noch den 12-Volt-MOSFET für die Gleichrichtung ausmachen, der an einen kleinen Kühlkörper angebracht ist. Interessant ist, dass dafür auf lediglich ein Halbleiterbauelement gesetzt wird. Der Infineon 034NE7N mit einer maximalen Stromstärke von 100 Ampere scheint für diese Zwecke jedenfalls auszureichen. An genanntem Kühlkörper befindet sich zudem ein Temperatur-Sensor, der vermutlich für die temperaturgeregelte Steuerung des Lüfters zuständig ist.

Die 3,3- und 5-Volt-Schiene werden gesondert gleichgerichtet, weshalb die Spannungs-Schienen gruppenreguliert sind und so weniger stabile Spannungen zu erwarten sind, als bei einer DC-DC-Abwärtswandlung. Auf der Rückseite befinden sich hierfür zwei MOSFETs, auf der Vorderseite (links neben dem Transformator) sind letztlich noch die dazugehörigen Kondensatoren und Drosseln untergebracht. Für die Filterung gibt es neben gewöhnlichen Elektrolyt-Kondensatoren ebenso Feststoff-Kondensatoren, von denen man sich eine besonders lange Lebensdauer verspricht. Bei den anfälligeren Elektrolyt-Energiespeichern vertraut be quiet! überwiegend wieder auf taiwanische Teapo-Kondensatoren der SY-Serie. Dank 105-Grad-Celsius-Spezifizierung haben wir eher keine Bedenken bezüglich Ausfällen.

Als Sicherungs-IC wird ein WT7527 eingesetzt, der die versprochenen Schutzschaltungen bereitstellt.

Von der qualitativen Umsetzung sind wir insgesamt zufrieden. Zwar hätte die Lötqualität durchaus besser ausfallen können, Probleme sind dadurch trotzdem nicht zu erwarten.

Beim Lüfter wird auf den Hersteller Protechnic gesetzt, der ebenso die be-quiet!-eigenen Lüfter fertigt. Aufgrund der geringen Ausmaße des Netzteils musste auf ein 80-Millimeter-Modell mit 20 Millimetern Höhe zurückgegriffen werden. Die Bezeichnung lautet "MGA8012LR-A20". Es handelt sich also um einen Lüfter mit Sleeve-Gleitlager, einer Maximaldrehzahl von 1.815 Umdrehungen pro Minute und einer Maximal-Stromstärke von 0,15 Ampere.


Inhaltsverzeichnis

  1. be quiet! TFX Power 2 300W Gold im Test
  2. Ausstattung
  3. Technik
  4. So testet PC-Max
  5. Spannungsregulation und Restwelligkeit
  6. Effizienz, PFC, Lautstärke & sonstige Messungen
  7. Fazit

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