120-Millimeter-Lüfter im Test

Noiseblocker NB-Multiframe M12-1 & M12-2

Die Multiframe-Serie von Noiseblocker macht als Debüt des Herstellers in diesem Vergleichstest klar, dass das Unternehmen kein Interesse daran hat, jahrelang immer wieder von Herstellern aufgegriffene Standards im Bereich der Kompaktlüfter unbedacht weiter zu verwenden. Im Falle dieser Lüfter wurde vor allem davon abgesehen den Rahmen der Ventilatoren aus einem Stück zu fertigen. Das mehrteilig konstruierte Chassis ermöglicht es die Schwingungen bereits im Lüfter selbst fast vollständig auszuschalten. Zusätzliche Maßnahmen zur Geräuschreduzierung, wie Entkoppler oder Dämmmatten, können damit bei diesen Fans entfallen. Geliefert werden die Multiframe-Modelle in einer simplen, hauptsächlich schwarzen Pappverpackung, die Auskunft über das Produkt und dessen Features gibt. Der Lieferumfang setzt sich aus dem Lüfter selbst, vier herkömmlichen, schwarzen Montageschrauben, einem Logo-Badge sowie einem Silikonrahmen zusammen. Letzterer ist dabei, wie zuvor erwähnt, nicht notwendig um den Ventilator gegen das Gehäuse zu entkoppeln, sondern dient vielmehr als eine Art Dichtungsrahmen, mit dem sich der Airflow optimieren lässt.

Das Design der Multiframe-Reihe weiß definitiv zu gefallen. Besonders durch den Sieben-Flügel-Rotor aus rauchschwarzem Makrolon-Kunststoff entsteht ein edler Look, mit dem sich die Lüfter optisch in quasi jedes System problemlos integrieren lassen. Gleichzeitig kommt für die Impeller eine Antidust-Oberfläche zum Einsatz, was ebenfalls ein nettes Feature darstellt. Wie der Name allerdings bereits vermuten lässt werden die eigentlichen Highlights dieser Lüfter am Rahmen deutlich. Zunächst bewirken Abrundungen an den Verstrebungen, die zur Mitte führen sowie am Chassis selbst eine Reduktion der Verwirbelungen und bewirken damit einen leiseren Luftstrom. Das gewählte Material weist zudem eine bestimmte Masse auf, wodurch mögliche Betriebsgeräusche dunkler und damit für das menschliche Ohr subjektiv leiser sowie angenehmer wahrgenommen werden.

Neben zahlreichen anderen Optimierungen, die von Noiseblocker in ausgiebiger Entwicklungsarbeit herausgestellt wurden, stellen letztlich die Schwingungsabsorber eines der wichtigsten Features der Multiframe-Serie dar. Diese sind mit dem Rahmen über jeweils zwei Schwingungsableiterstege verbunden und ermöglichen so erst die eigentliche Montage der Fans. Zusammen mit der sogenannten "Rücksprungkonstruktion", welche den Rahmen gegenüber den Eckpunkten etwas zurücktreten lässt, kann so die Kontaktfläche zum Gehäuse auf ein Minimum reduziert werden, was letztlich die Reduktion der Schwingungsübertragung abrundet.

Beim Anschlusskabel setzt Noiseblocker auf eine 50 Zentimeter lange Ausführung mit hochwertigem Gewebemantel. Dieses führt letztlich zu einem speziell optimierten EKA-Außenläufer-Motor, welcher für höhere Laufruhe und eine reduzierte Vibrationsentwicklung sorgen soll. Außerdem bringt das Unternehmen sein NB-NanoSLI-Longlife-Gleitlager zum Einsatz. Bei diesem wurde besonderes Augenmerk auf die Langlebigkeit gelegt. Zusätzlich zu einer Lebensdauer von etwa 160.000 Stunden je nach Modell kann sich der Nutzer daher ähnlich wie bereits bei den Noctua-Lüftern über eine Garantie von stolzen sechs Jahren freuen.

Das erste hier getestete Modell ist der M12-1. Dieser arbeitet mit 750 Umdrehungen je Minute bei einer Leistungsaufnahme von 0,36 Watt. Neben einem Volumenstrom von 58 Kubikmetern pro Stunde erzeugt der Lüfter einen statischen Druck von 0,39 Millimetern Wassersäule sowie einen Schalldruck von 7,6 Dezibel. Der M12-2 hingegen ist mit 1.250 Rounds per minute etwas schneller und hat eine Leistungsaufnahme von 0,96 Watt. Maximal lassen sich damit nach Messungen von Noiseblocker 87 Kubikmeter Luft pro Stunde bewegen und ein Druck von 1,12 Millimetern Wassersäule erzeugen. Die Geräuschentwicklung wird mit 16,4 Dezibel angegeben.

 

Noiseblocker NB-eLoop B12-1 & B12-2

Die Modelle aus Noiseblockers NB-eLoop stellen in diesem Round-Up sicher die ungewöhnlichsten beziehungsweise fortschrittlichsten Lüfter dar. Wie Noiseblocker selbst sagt, handelt es sich beim Markt der Computer-Lüfter von Hause aus um einen eher innovationsschwachen Sektor. Daher ist es besonders erfreulich zu sehen, dass Hersteller hin und wieder auch neue Wege einschlagen. Mit diesen Lüftern ist dies besonders hinsichtlich der Flügelform geschehen. Noiseblocker beschreibt diese nun als bionisch und kann damit nach eigenen Aussagen je nach Optimierung der Technologie die Geräuschemission der Luft verringern, die Luftfördermenge bei gleicher Drehzahl auf einer definierten Fläche erhöhen oder Energieeinsparungen beim Betrieb realisieren. Der Hersteller begründet diesen Schritt damit, da die Geräuschkulisse der zuvor behandelten Lüfterserie mit Multiframe-Technik bis auf das Geräusch des eigentlichen Luftstroms reduziert werden konnte. Mit den eLoops machte es sich Noiseblocker also im Prinzip zur Aufgabe die Luft beziehungsweise den Luftstrom selbst leiser zu machen.

Die genaue Wirkungsweise des sogenannten "Schlaufenrotors" ist dabei schwer in wenigen Worten zusammenzufassen und geht auf einen mehrjährigen Forschungsauftrag des Bundesministeriums für Forschung und Technologie zurück. Wichtig zu erwähnen ist dabei allerdings, dass, wie das Attribut bionisch bereits vermuten lässt, der Ursprung auf die Natur und genauer die Federn von Seevögeln sowie Pinguinen zurückzuführen ist. Die Forschungsergebnisse von Dr. Rudolf Bannasch führten letztlich zur bionischen Lüfterform des Schlaufenrotors, welcher die Verwirbelungen auflöst, die  bei klassischen Rotoren normalerweise an den Flügelspitzen entstehen. Wie Noiseblocker mitteilt, stellen diese Randwirbel die größte Quelle für eine Lautstärkeentwicklung im Luftstrom dar. Ihre Auflösung soll den gewünschten nächsten Schritt in der technischen Entwicklung, nämlich die Geräuschreduzierung des Luftstroms selbst, bewirken.

Die eigentliche Umsetzung dieser technischen Innovationen geschieht, wie von Noiseblocker gewohnt, auf höchstem Niveau und ohne jeglichen Grund zur Beanstandung. Im Vergleich zu den zuvor behandelten Multiframe-Fans findet sich zwar keine mehrteilige Rahmenbauweise mehr, dennoch sind in den schwarzen Rahmen aus zu 30 Prozent glasfaserverstärktem Polybutylenterephthalat-Kunstoff insgesamt acht hellgraue Schwingungsentkoppler integriert, welche sich problemlos entfernen und reinigen lassen. Sowohl Rahmen als auch die Nabe des Rotors sind äußerst schlank gehalten, was definitiv auch optisch einige Vorteile hat. Was den Impeller angeht, setzt Noiseblocker auf glänzenden, weißen Makrolon-Kunststoff mit staubabweisender Oberfläche. Der Name Schlaufenrotor macht dabei die Veranschaulichung leichter, da tatsächlich alle sechs Rotorblätter schlaufenförmig an den Enden zusammengeführt werden, was den Eindruck eines geschlossenen Ringes erzeugt. An den Unterseiten verfügen die Flügel über leichte Riffeln, während auf der Oberseite der Nabe das Logo des Bionic Loop Fan eingeprägt ist.

Noiseblocker setzt erneut auf das, aus unserer Sicht anderen Lösungen überlegene, äußerst kurze Anschlusskabel direkt am Lüfter und legt Verlängerungskabel bei, die ein besseres Kabelmanagement ermöglichen und damit nicht zuletzt den Luftstrom im Gehäuse verbessern können. Die Verlängerungen messen dabei 20 respektive 50 Zentimeter und verfügen nicht nur über schwarze Anschlüsse, sondern auch eine äußerst hochwertige, schwarze Gewebeummantelung. Zusätzlich dazu finden sich in der hellgrauen Pappverpackung jeweils vier schwarze Feingewindeschrauben und passende Rändelmuttern, die zusammen mit acht beiliegenden Silikon-Slics eine schwingungshemmende Montage möglich machen.

Unter dem abnehmbaren Schlaufenrotor findet sich beim eLoop ein lageinvariantes, gekapseltes und staubgeschütztes Magnetschwebelager vom Typ NB-NanoSLI 2. Lageinvariant beschreibt dabei die Tatsache, dass die Fans sowohl horizontal als auch vertikal an- und absaugend betrieben werden können. Außerdem sind ein lautloser NB-EKA-P2-Antrieb und eine automatische Restart-Funktion integriert. Noiseblocker bietet zahlreiche andere Ausführungen mit höheren Drehzahlen oder auch Pulsweitenmodulation an. Zudem wurde erst kürzlich angekündigt, dass das Unternehmen die Wünsche seiner Nutzer umsetzen und auch 140-Millimeter-eLoop-Lüfter in das eigene Portfolio aufnehmen wird.

Das Modell B12-1 dreht bei einer Leistungsaufnahme von 0,33 Watt mit 800 Umdrehungen in der Minute, fördert dabei 57,3 Kubikmeter pro Stunde und erzeugt einen statischen Druck von 0,585 Millimetern Wassersäule. Die Lautstärke misst Noiseblocker mit 7,83 Dezibel aus einem Meter Entfernung. Der B12-2 verfügt über eine Maximaldrehzahl von 1.300 Rounds per minute, eine Leistungsaufnahme von 0,85 Watt und bewegt bis zu 86,9 Kubikmeter Luft in der Stunde. Bei einer Geräuschentwicklung von 16,7 Dezibel werden bis zu 1,042 Millimeter Wassersäule erreicht.

 

Thermaltake Pure 12 LED White

Der Pure 12 LED White von Thermaltake erreicht den Nutzer in einer herkömmlichen Pappverpackung, welche durch ein großes Sichtfenster freien Blick auf den innenliegenden Lüfter gewährt. Neben dem eigentlichen Ventilator finden sich im Inneren ein 4-Pol-Molex-Adapter, vier schwarze Schrauben und eine Kurzanleitung.

Der Aufbau des Pure 12 LED White ist äußerst simpel. Komplett aus transparentem Kunststoff gefertigt findet sich zunächst beim Rahmen des Fans quasi keine Besonderheit in Form von Vibrationshemmern oder sonstigen Finessen. Allerdings sind hier die vier kaltweißen LEDs eingelassen, welche im Betrieb für einen tollen Effekt sorgen. Es finden sich neun recht steil angestellte Lüfterblätter, die in einer konisch zulaufenden Nabe zusammentreffen. Da auch hier auf durchsichtiges Kunststoff gesetzt wird, ist der Leuchteffekt im Betrieb noch etwas effektiver.

Beim Kabel setzt Thermaltake auf eine robuste Gewebeummantellung, welche der aktueller Noctua-Lüfter stark ähnelt. Die Länge beträgt hier gut 45 Zentimeter. Der Pure 12 LED White leistet mit seinem Gleitlager maximal 1.000 Umdrehungen pro Minute bei einer Leistungsaufnahme von 1,86 Watt. Die Förderleistung wird mit 69,65 Kubikmetern pro Stunde, die Lautstärke mit 19,5 Dezibel und die Förderhöhe mit 0,61 Millimetern Wassersäule angegeben.

 

Thermaltake Luna 12 LED White

Ähnlich wie der gerade beschriebene Thermaltake Pure 12 LED White, erreicht auch das Luna-Modell des Herstellers seinen Käufer in einer Pappverpackung mit Sichtfenster. Diese gibt einige Informationen zum Produkt bekannt und beinhaltet erneut einen 4-Pol-Molex-Adapter, vier schwarze Befestigungsschrauben sowie eine Kurzanleitung.

Das Design ist beim Luna etwas ausgefeilter als bei seinem Geschwistermodell aus der Pure-Reihe. Thermaltake setzt auf ein schwarz-rotes Design für den Rahmen. Die roten Akzente sind dabei aus einem verhältnismäßig harten Gummi gefertigt und sollen die Übertragung von Vibrationen reduzieren. Der zudem verwendete schwarze Kunststoff ist leicht transluzent. Deutlich stärker lichtdurchlässig, allerdings ebenfalls mit einer leicht rauen Oberfläche versehen, sind die sieben Rotorblätter, welche über zwei verschiedene Wölbungen im Querschnitt verfügen. Dies soll nach Aussagen von Thermaltake zu einem gesteigerten Luftdruck bei niedrigerer Geräuschentwicklung führen. Ein weiteres Mal setzt Thermaltake auf eine Beleuchtung durch vier LEDs, die in den Rahmen eingelassen sind und in dieser Version ein kaltweißes Licht abgeben.

Aus technischer Sicht arbeitet der Luna 12 LED White bei einer Leistungsaufnahme von 1,92 Watt mit bis zu 1.200 Umdrehungen in der Minute. Thermaltake setzt für diesen Lüfter auf das gleiche schwarz ummantelte, etwa 45 Zentimeter lange Kabel wie schon für den letzten besprochenen Fan und gibt eine Förderleistung von 85,7 Kubikmetern in der Stunde sowie einen Schallpegel von 20,7 Dezibel an. Der Wert des Luftdrucks liegt für den Luna 12 LED White bei 1,32 Millimetern Wassersäule und es kommt ein Hydrauliklager zum Einsatz, welches für reduzierte Geräuschentwicklung sowie eine Lebensdauer von 40.000 Stunden sorgen soll.

 

Thermaltake Odin 12 LED

Auch für den dritten und letzten Lüfter setzt Thermaltake auf eine ähnliche Verpackung wie für die beiden anderen Modelle, allerdings ist diese nun etwas tiefer, da sich im Lieferumfang nicht mehr nur der Lüfter, die vier Montageschrauben, der 4-Pol-Molex-Adapter und diesem Fall sogar zwei Beilagezettel befinden, sondern auch drei Kunststoffringe enthalten sind. Letztere erlauben zusammen mit dem bereits am Lüfter montierten dritten eine farbliche Abstimmung auf rote, weiße oder blaue oder gelbe Systeme wie es bereits mit Corsairs Lüftern der Fall war, welche wir auf der vorherigen Seite genauer beschrieben haben.

Mit dem Odin 12 LED bedient sich Thermaltake insgesamt eines äußerst ähnlichen Aufbaus wie Corsair mit seinen Lüftern. Das wesentliche Feature sind dabei die angesprochenen Kunststoffringe, welche sich problemlos austauschen lassen. Allerdings erweitert Thermaltake diese Besonderheit noch um die bereits mit den beiden zuvor behandelten Modellen zum Einsatz gekommene LED-Beleuchtung. Die neun sogenannten "Thunder-Shaped Rotorblätter" sind aus leicht transparentem, rauchig schwarzem Kunststoff gefertigt um den Leuchteffekt zu steigern. Am matt-schwarzen Lüfterrahmen gibt es abgehsehen von der integrierten Beleuchtung keine Besonderheiten und auch auf eine Entkopplungsbefestigung wurde verzichtet.

Das schwarze Kabel dieses Lüfters mit Gleitlager misst erneut 45 Zentimeter und verfügt über eine etwas grobmaschigere Sleeve-Ummantelung. Der Odin 12 LED leistet bei 1,92 Watt bis zu 1.200 Umdrehungen in der Minute. Thermaltake gibt an, dass der Fan in der Lage ist 53,86 Kubikmeter Luft pro Stunde zu bewegen und einen Luftdruck von 0,63 Millimetern Wassersäule zu erzeugen. Nach den Messmethoden des Herstellers liegt die Geräuschentwicklung mit diesem Ventilator bei 21,8 Dezibel.


Inhaltsverzeichnis

  1. 120-Millimeter-Lüfter im Test
  2. Die Lüfter im Detail
  3. Die Lüfter im Detail 2
  4. Die Lüfter im Detail 3
  5. So testet PC-Max
  6. Lautstärke
  7. Temperaturen
  8. Fazit

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