Fractal Design S36 vs Raijintek Leto Pro RGB im Vergleich

Fractal Designs Celsius S36 ist recht schnell ins Testsystem eingezogen. Der Einbau ist recht unkompliziert, denn genutzt wird die Backplate des AMD-Retention-Moduls, auf Seite des Kühlers selbst wird statt des Intel-Rings einfach der AMD-Ring eingedreht. Da werden dann die Schrauben durchgesteckt und mit der AMD-Backplate verschraubt.


Den Radiator zu montieren, wäre vielleicht die Sache, die länger als die Kühlermontage selbst dauert. Je nach Möglichkeit kann der Radiator entweder am Deckel oder an der Front seinen Platz finden. Die drei Lüfter können außerdem noch vor dem Radiator drückend (Push) oder aber hinter dem Radiator ziehend (Pull) montiert werden. Wir machen den Push-Test an der Front sowie am Deckel und klären, welche Variante die höchste Leistung aus der Celsius S36 kitzelt.


Ohne Radiator und dadurch deutlich schneller konnte Raijinteks Leto Pro RGB fixiert werden. Raijintek setzt im Falle der AMD-Montagelöstung auf eine eigene Backplate, sodass das Retention-Modul weichen muss. Im Anschluss werden vier langen Schrauben durch die Backplate geschoben und von oben fixiert. Dann kommt der Halterahmen drauf, welcher dann von Thumbscrews an Ort und Stelle gehalten wird.


Für die Montage müssen spätestens jetzt die beiden Lüfter entfernt werden. Das ist, wie bereits erwähnt, etwas fummelig - hier muss man also vorsichtig sein, um den Kühler nicht zu beschädigen. Zwischen die Heatpipes wird dann ein Steg zwischengeschoben, der dann mithilfe von zwei Schrauben an den Halterahmen geschraubt wird. Das hält den Kühler zuverlässig, sodass nur noch die beiden Lüfter an den Radiator festgemacht werden müssen.


Zugegebenermaßen ist der Vergleich etwas unfair - doch die Frage stellt sich allzu oft: Lohnt sich eine Komplettwasserkühlung oder tut es auch ein einfacher Tower-Kühler, der dank RGB-Fans ebenfalls optisch etwas hermacht? Im Folgenden prüfen wir, ob die Celsius S36 am Deckel oder in der Front am meisten Leistung bringt und wie gut Raijinteks Leto Pro RGB gegenhalten kann.


Getestet wurden die Kühlungen in unserem Testsystem:

Kühler-Testsystem Spezifikationen
ProzessorIntel Core i9-9900K
ArbeitsspeicherPatriot Viper DDR4-3200
MainboardEVGA Z370 Classified K
GrafikkarteSapphire Nitro+ Radeon RX580 LE 8GB
NetzteilEVGA SuperNova G3 750W
GehäuseFractal Design Define S2
SpeicherCorsair MP500 480GB

Praxistest

Bevor es losgeht, erstmal ein paar Worte zum durchaus unfairen Vergleich: Die Celsius S36 von Fractal Design kommt mit einem 360mm Alu-Radiator daher, der von drei Lüftern mit einer maximalen Drehzahl von 2000 Umdrehungen pro Minute (mindestens 500 RPM) beatmet wird. Der Leto Pro RGB von Raijintek hat zwei Lüfter (Drehzahlbereich 800 - 1.800 RPM), die Wärme wird hier von eimem 127x155x101 Millimeter großen, schwarz beschichteten Alu-Radiator verteilt. Angesichts dessen klären wir mit Rücksicht auf den gegebenen Umständen: Ist eine Komplettwasserkühlung von großem Vorteil? Oder reicht doch ein "einfacher" Luftkühler in Form des Leto Pro RGB von Raijintek? Die folgenden Messungen sollen Unentschlossenen die Entscheidung einfacher machen.

Bei halber Drehzahl überrascht der Leto Pro RGB von Raijintek mit soliden Temperaturen - er lässt sogar die am Deckel montierte Celsius S36 hinter sich, die gerade an dieser Position mit der bereits erwärmten Luft aus dem Innenraum klarkommen muss. Deutlich stärker schneidet die Fractal Design-Wasserkühlung mit dem Radiator an der Front ab - damit wird auch unter Last der augenscheinlich schwächere Leto Pro RGB auf Platz 2 verwiesen.

Gibt es mehr drauf auf den Radiator, dann setzt sich die Celsius S36 unabhängig vom Montageort an die Spitze. Weiterhin soll die erste Platzwahl auf die Vorderseite fallen, da die Kühllösung bei der Deckelmontage keine frische Luft abbekommt. Etwas abgeschlagen, aber dennoch bemerkenswert schneidet Raijinteks Leto Pro RGB ab - unter Volllast bei 75 Prozent Drehzahl sind die Temperaturen unseres Core i9-9900K weiterhin sehr gut.

Lässt man die Lüfter auf Maximaldrehzahl aufdrehen, dann werden die Unterschiede unter Last noch einmal deutlicher und die Werte der beiden Radiatorausrichtung bei der Celsius S36 nähern sich einander an. Dementsprechend macht es kaum einen Unterschied, ob der Radiator an der Front oder im Deckel montiert ist - allerdings nur bei maximaler Lüfterdrehzahl. Oftmals werden die Rotoren zumindest automatisch gedrosselt und gerade bei sinkenden Drehzahlen werden die Unterschiede immer größer. Etwas abgeschlagen, aber weiterhin stark schlägt sich Raijinteks Leto Pro RGB. 


Bei der Lautstärke gibt es Unterschiede - sie fallen aber nicht so gravierend wie erwartet aus: Die Celsius S36 sowie der Leto Pro RGB von Raijintek liegen dicht beieinander, weshalb Nuancen und das persönliche Gehörempfinden den Sieger ausmachen. Die Celsius S36 emittiert bei niedriger Lüfterdrehzahl ein leicht hörbares Pumpengeräusch, was AiO-Wasserkühlungen so an sich haben. Wichtig ist erneut die Radiatorenlage: In der Front gibt es abermals bessere Werte, was unter Umständen wohl an der Luftzufuhr liegt. Gleich ist hingegen die getestete Art der Belüftung: Sowohl in Deckel- als auch in Frontmontage haben wir die Lüfter blasend vor den Radiator montiert - die Luft geht entweder aus dem Gehäuse (Deckel) oder ins Gehäuse (Front).
Ein kleiner Kommentar zum Leto Pro RGB: Ganz mithalten kann der Kühler bei den niedrigen Drehzahlstufen nicht - das muss er auch nicht. Die Leistung stimmt insgesamt und das macht den Kühler zu einer sehr guten Alternative.

Inhaltsverzeichnis

  1. Fractal Design S36 vs Raijintek Letho Pro RGB im Vergleich
  2. Die Kühler im Detail
  3. Einbau und Praxistest
  4. Fazit

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