ASUS ROG Ryujin 360 im Test

Beim Einbau ähneln sich die Designs der vielen Hersteller auf dem Markt. Auch Asus' Ryujin 360 setzt auf das bewährte Montagesystem. Genutzt wird hierbei die Standard-Backplate der AM4-Mainboard, worauf dann die vier Standoffs geschraubt werden. Im Anschluss wird der Kühler draufgesetzt und mit vier Rändelschrauben fixiert.

Der Radiator hingegen ist, wie so oft, das Haarige an der ganzen Sache. Die drei Lüfter werden nämlich vor den Radiator gesetzt (Push-Betrieb) und dann mit vier Schrauben (je Lüfter) durch den Halterahmen des Gehäuses fixiert. Soweit ist auch hier alles von anderen Kühlern dieser Art bekannt.

Kommen wir nun zum Praxistest. Asus schickt die Ryujin 360 mit drei Lüftern der Industrial PPC-Serie von Noctua ins Rennen. Diese Lüfter schreiben sich insbesondere einen hohen statischen Druck auf die Fahne - optimal also für Radiatoren mit geringen Lamellenabständen wie im Falle der Ryujin 360. Mit 2.000 Umdrehungen pro Minute in der Spitze drehen die Lüfter auch ordentlich auf - wenn nötig. Zusätzlich gibt es noch einen kleinen 60mm-Lüfter - ebenfalls von Noctua - der sich versteckt hinter der Platine des OLED-Display befindet. Im Folgenden finden wir heraus, wie sich die Ryujin 360 in der Praxis schlägt und werden darüberhinaus einen Blick auf die Regelmöglichkeiten mithilfe der Software.


So wirklich leise ist die Ryujin 360 mit halbierter Lüfterdrehzahl nicht. Wir testen in der Regel alle Kühler zunächst bei 50 Prozent der maximalen Drehzahl und stellen an dieser Stelle fest, dass ein leiser Betrieb mit entsprechend niedriger Lüfterdrehzahl bei der Ryujin 360 nicht leise ist. Insbesondere der kleine Lüfter sticht unangenehm hervor und macht einen leisen Betrieb kaum möglich. Ab 30 Prozent der maximalen Drehzahl wird der kleine 60mm-Lüfter hinter dem OLED-Display still - das gilt auch für die drei Noctua-Fans.

Drehen wir an der Drehzahlschraube, dass wird es entsprechend nicht besser. Wir messen mit 46,2 Dezibel (mit 60mm-Lüfter) einen recht hohen Wert und auch mit auf 30 Prozent abgeregeltem 60mm-Lüfter ist die Ryujin 360 bei 43,4 Dezibel bei 75 Prozent Lüfterdrehzahl nicht wirklich leiser. Drehen alle Lüfter auf die Maximaldrehzahl auf, dann ist die Ryujin 360 kaum erträglich: Gemessen haben wir stattliche 54,1 Dezibel (mit 60mm-Lüfter) und ebenfalls nicht gute 51,7 Dezibel mit reduzierter 60mm-Lüfterdrehzahl. An und für sich ist der Betrieb der Ryujin 360 nur bei deutlich verringerter Lüfterdrehzahl angenehm. Der geneigte Nutzer ist also in der Pflicht eine geeignete Lüfterkurve festzulegen, um den Vorteil einer solchen Kühllösung voll auszukosten.


Die Temperaturen hingegen fallen gut, aber nicht überragend aus - immerhin suggeriert das die gemessene Lautstärke. Bei maximaler Drehzahl bleibt der Prozessor bei 21 Grad Celsius, nicht wirklich viel schlechter fallen die Temperaturen mit verringerter Lüfterdrehzahl aus. Wir messen bei halbierter Drehzahl 22 Grad Celsius und bei 30 Prozent Drehzahl immer noch gute 24 Grad Celsius im Leerlauf. 

Unter Last bleibt es ungefähr gleich: Die Temperaturen sind gut - angesichts der emittierten Lautstärke aber ist das mindestens zu erwarten: Der Prozessor erhitzt sich unter Vollauslastung auf maximal 58 Grad Celsius bei einer Lüfterdrehzahl von 30 Prozent. Laufen die Lüfter auf Anschlag, dann sind es noch bessere 50 Grad Celsius - der Betrieb in diesem Modus tut den Ohren aber nicht gut. Bestwerte liefert Asus mit der Ryujin 360 allerdings nicht.


Asus liefert als Steuermöglichkeit zwei Software-Suites mit, mit der die Ryujin 360 den eigenen Vorlieben angepasst werden kann. Mit Live Dash kann der Nutzer das OLED-Panel individualisieren. Die Möglichkeiten erstrecken sich von der Anzeige von beliebigen Bildern oder Text über die Ausgabe von Systemdaten wie die Prozessortemperatur oder die Lüfterdrehzahlen.

Wer die Lüfterkurve anpassen will und weitere Parameter einsehen möchte, muss sich zusätzlich noch die Software AI Suite installieren. Mit AI Suite kann der Nutzer nicht nur den Betriebsmodus der Ryujin 360 anpassen, sondern auch (Asus-Mainboard vorausgesetzt) Anpassungen an der Leistung des Gesamtsystems vornehmen. Zurück aber zur Ryujin 360: Es stehen insgesamt vier Presets bereit, angeraten ist aber das Festlegen einer eigenen Lüfterkurve. In unseren Augen ist die Software recht träge, zudem könnten sich unerfahrene Nutzer auf Anhieb nicht gänzlich zurechtfinden. Es braucht einiges an Einarbeitungszeit, um sich mit der Software und den gegebenen Möglichkeiten vertraut zu machen.



Inhaltsverzeichnis

  1. ASUS ROG Ryujin 360 im Test
  2. Impressionen
  3. Einbau und Praxistest
  4. Fazit

Anzeige