KFA2 GeForce RTX 2080 Ti EX im Test

Design

Kommen wir zur Hardware selbst, angefangem beim Design. Dieses ist wie für KFA2 üblich, keineswegs überspektakulär oder ausgefallen. Auch die Dimensionen halten sich für eine Karte dieses Kalibers in Grenzen. Knappe zweieinhalb Slots nimmt sie ein und ist dazu noch recht schmal. Sie reicht vom PCIe-Slot gerade einmal zu den Befestigungsschrauben. Dafür ist sie relativ lang, besonders der Kühler erstreckt sich nochmal einige Zentimeter um das PCB heraus. Die genaue Länge der Karte bzw. des Kühlers beträgt 32,0 cm, sie ist außerdem 11,0 cm tief und 5,0 cm dick.
Die auffälligsten Merkmale scheinen die RGB-Beleuchtung und die Backplate zu sein. Letztere überdeckt das gesamte PCB, wobei sie einige Öffnungen hat, welche sich dem Dreieck-Design anpassen. Damit ist der nötige Airflow gesichert, generell ist die Aluminium-Backplate für eine gleichmäßigere Ableitung der Wärme zuständig. Das eben angesprochene Design wird durch weiße Pfeile und einem "What's your game?"-Schriftzug abgerundet. Auf der Seite findet sich ein "GeForce RTX"-Logo und einige RGB-Elemente. Andere Beleuchtungen gibt es an der Karte nicht, auch die Lüfter bleiben dunkel. Die Stromanschlüsse bestehen aus zwei Achtpin-Anschlüssen, welche auch ein potentes Netzteil fordern.
Ansonsten erkennt man bereits den großen Kühlkörper, welcher nach rechts ein ordentliches Stück herausschaut. Um den Kühler herum zieht sich ein Kunststoff-Gehäuse, welches mit einigen unauffälligen Metallapplikationen aufgewertet wurde. Ingsesamt sind drei Lüfter mit einem Durchmesser von 80 cm und je neun Rotorblätter verbaut. Sie besitzen eine Wellenform, was sie leiser und den Airflow effizienter machen soll. Farblich ist alles recht einheitlich, bis auf die wenigen weißen Akzente auf der Backplate und der GeForce RTX-Schriftzug ist zumindest äußerlich alles mattschwarz gehalten. Die Metallapplikationen auf der Vorderseite sind aus gebürstetem Aluminium und ebenfalls matt-schwarz. Ein wenig Farbe ins Spiel bringt die RGB-Beleuchtung, welche jedoch nicht besonders imposant ist. Das muss aber kein Nachteil sein, wer es schlicht und unauffällig mag, wird auch damit zufrieden sein.
Kommen wir zu den Videoausgängen, welche wie für KFA2 üblich, auf das Nötigste reduziert werden. Nein, so schlimm ist es diesmal nicht, aber wieder einmal fehlt der Virtual-Link-Anschluss. Bei einer Karte mit einem Preis, der die 1000-Euro-Marke überschreitet, darf es ruhig mal ein USB-C-VR-Stecker sein. Aber gut, drei mal DisplayPort 1.4 und ein mal HDMI-2.0 ist gegeben, damit kann bzw. muss man leben.


Aufgeschraubt

Auch hier schauen wir uns das Innenleben des Pixelbeschleunigers an. Zunächst müssen jedoch einige Schrauben an der Backplate gelöst werden - zehn Stück, um genau zu sein. Anschließend folgen vier Schrauben, welche den Kühler am PCB halten. Das Anheben bedarf ein wenig Kraft, die Wärmeleitpaste und -pads wollen nicht so leicht loslassen. Anschließend hat man den Blick aufs PCB frei, zumindest fast. Es fehlt noch das Aluminiumbracket, welches Großteile der Komponenten auf dem PCB mitkühlt. Nach vier weiteren Schrauben ist auch die Hürde beseitigt und das PCB liegt komplett frei.
Im Großen und Ganzen ist das PCB der RTX 2080 Ti EX von keinen Besonderheiten geprägt. Der allgemeine Aufbau gleicht den bisherigen Turing-Karten wie beispielsweise der RTX 2070 EX. Auf der rechten Seite ist der Bereich, welche sich dem Controlling und der Steuerung von Strom- und Spannungsversorgung widmet. Es fällt auf, dass KFA2 bei den Spannungsphasen gespart hat. Während die Founders Edition der RTX 2080 Ti mit 13+3 Spannungsphasen aufwartet, sind es bei der RTX 2080 EX insgesamt nur 10. Die aufwendigere Technik, bei der jede Phase einzeln angesprochen wird, bleibt jedoch erhalten. So können je nach Auslastung, Spannungsphasen hinzu- oder abgeschaltet werden.
In der Mitte des PCBs ruht das Herzstück der RTX 2080 Ti EX. Der Grafikchip der Turing-Generation trägt die Bezeichnung "TU102-300-K1-A2" und ist im 12-nm-Verfahren gefertigt. Das "TU102-300" steht für die Ausbaustufe. Derzeit ist das die höchste, in der RTX 2080 wird der TU104 und in der RTX 2070 der TU106-Chip eingesetzt. Modelle der RTX 2080 Ti, welche fürs Overclocking bestimmt sind, tragen die Bezeichnung "TU102-300A-K1-A1". Unser Testmodell besitzt zwar ein Chip ohne "A", jedoch lässt sich auch hier laut Hersteller noch etwas rausholen. Dazu später mehr. Was bei der GPU der RTX 2080 Ti auffällt, ist vor allem die Größe. Ganze 754 mm² ist die Fläche groß, beinahe soviel wie der GV100-Chip, welcher in der Tesla V100 verbaut wird.


Der Grund für die Größe sind auch die extra Tensor- und RT-Kerne, welche auch ihren Platz benötigen. Eigentlich besitzt die RTX 2080 Ti insgesamt 4.608 Shadereinheiten, 576 Tensor- und 72 RT-Kerne. Diese sind in Streaming Multiprozessoren miteinander verschaltet (auch SMs genannt). Ein SM setzt sich aus 64 Shader, acht Tensor- und einem RT-Kern zusammen. In dieser Version des Chips ist die Anzahl der Kerne jedoch etwas herabgesetzt, denn Nvidia schaltet bei der "Gaming-Version" der RTX 2080 Ti vier SMs ab. Somit bleiben dem in der RTX 2080 Ti EX von KFA2 verbauten Grafikchip  4.352 CUDA-Kerne, 544 Tensor- und 68 RT-Kerne.

Um den massiven Grafikchip herum reihen sich die Speichermodule ordentlich in Reih und Glied. Bis auf einen sind alle 12 Speicherbänke besetzt, verbaut sind jeweils 1GB große GDDR6-Chips des Herstellers Micron. Sie tragen die Bezeichnung "MT61K256M32JE-14:A". Die Chips haben ein Speicherinterface von 352 Bit, sind also mit 32 Bit pro Chip an die GPU angebunden. Sie bieten 8GBit/1 GB pro Chip und laufen bei einer Spannung von 1,35 V.


Kommen wir zum Kühlkörper, angefangen bei der Bodenplatte. KFA2 nutzt zum Großteil Aluminium, in Bereich der GPU ist glücklicherweise Kupfer eingelassen. Das sollte die Leistung verbessern, auch die massiven Heatpipes bestehen aus Kupfer und schlängeln sich durch den gesamten Kühler. Insgesamt sind zehn Heatpipes verbaut, welche die Wärme gleichmäßig zu den Aluminiumkühlfinnen ableiten sollen. Auf dem PCB direkt verschraubt ist noch ein Aluminium-Bracket, welches weitere Komponenten der Karte mit Hilfe von Wärmeleitpads zusätzlich kühlt. Die Speicherchips um die GPU herum werden direkt von der Bodenplatte des Kühlkörpers ebenfalls mit Wärmeleitspads mitgekühlt.
Insgesamt ist der Kühler der RTX 2080 Ti EX recht massiv und sollte ausreichend Reserven mit sich bringen. Auch das Triple-Fan-Setup mit jeweils 80-cm-Durchmesser sollte den gewünschten Kühleffekt bringen. Ob das in der Praxis zutrifft und wie Leise die Karte bei Last arbeitet, klärt sich später. Bevor wir die Karte wieder verschraubt haben, kam jedoch neue Wärmeleitpaste drauf. Die Paste ab Werk war schon ein wenig vertrocknet, was natürlich bei dieser Preisklasse nicht sein soll. Wenn man sich das zutraut, sollte man beim Kauf also zunächst die Wärmeleitpaste durch Hochwertigere ersetzen. Wir benutzen die altbewährte MX-4 von Arctic, die immer zuverlässig ihren Job vollbringt.

Folgend nochmal alle wichtigen Spezifikationen im Vergleich mit der RTX 2080 Ti FE aufgelistet:


Technische Spezifikationen
KFA² RTX 2080 Ti EX
RTX 2080 Ti Founders Edition
GPU:TU102-300-K1-A1TU102-300A-K1-A1
CUDA-Kerne:4.3524.352
Streaming Multiprozessoren:
6868
Tensor-Kerne:544544
RT-Kerne:6868
TMUs:288288
ROPs:9696
L2-Cache:6 MByte
6 MByte
Speicher-Geschwindigkeit:14 Gbps
14 Gbps
Speichergröße:11 GB GDDR6
11 GB GDDR6
Breite der Speicherschnittstelle:352-bit352-bit
Speicherbandbreite:616 GB/s616 GB/s
Standardtakt:
1.350 MHz
1.350 MHz
Boost-Takt:
1.545 MHz
1.635 MHz (OC)
Overclocking:1.590 MHz (Über Software per 1-Click-OC)
-
Stromversorgung:8-polig + 8-polig8-polig + 8-polig
Leistungsaufnahme:260W260W
Anschlüsse:3x DisplayPort 1.4, 1x HDMI 2.0
3x DisplayPort, HDMI, USB Type-C
Maße (Höhe x Länge + Slots):
101 x 308 mm + 3 Slots
115,7 x 266,74 mm + 2 Slots
SLI-Fähig:Ja, 2-fach
Ja


Inhaltsverzeichnis

  1. KFA2 GeForce RTX 2080 ti EX im Test
  2. Lieferumfang, Testsystem
  3. Die Karte im Detail, technische Informationen
  4. Benchmark, Games und Software
  5. Fazit

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