AMD Navi: Radeon RX 5700 und 5700 XT sollen RTX 2060 und RTX 2070 übertrumpfen

Mit zwei neuen Navi-Grafikkarten der RDNA-Architektur will AMD Nvidias obere Mittelklasse-Modelle angreifen. Die Radeon RX 5700 und RX 5700 XT genannten GPUs sollen mit der Nvidia RTX 2060 und RTX 2070 konkurrieren und diese im Gaming sogar überholen.


AMD hat im Rahmen der E3 2019 die ersten zwei Modelle seiner Navi-Produktlinie enthüllt. Den Start machen die Radeon RX 5700 und RX 5700 XT zu Preisen von 379 respektive 449 US-Dollar. Erstere Karte soll sich leistungsmäßig mit der Nvidia RTX 2060 messen, letztere mit der RTX 2070. AMD verspricht, sogar, dass man mit den Radeon-Karten in der Summe mehr Gaming-Leistung bekommt als mit den jeweiligen Turing-Konkurrenten. Das Unternehmen selbst vermarktet die Karten als perfekte 1440p-Pixelbeschleuniger. Im Folgenden schauen wir uns an, was die beiden neuen Modelle an Features zu bieten haben.



Die leistungsstärkere Radeon RX 5700 XT besitzt einen vollausgebauten Navi 10 Chip mit 40 Compute Units und 2560 Shadern. Ihre Leistung ist in Teraflops gemessen (9,75) niedriger als die der RX Vega 64 (12,6). Doch wegen der deutlich verbesserten RDNA-Architektur im 7nm-Fertigungsverfahren ist die RX 5700 XT laut AMD 14 Prozent schneller und 23 Prozent sparsamer als die RX Vega 64. Im Vergleich mit der RTX 2070 ist sie laut AMD sechs Prozent schneller. In einigen Spielen wie etwa Battlefield 5 soll der Leistungsunterschied sogar bei 22 Prozent Plus liegen, gemessen in 1440p-Auflösung.



Bei der Radeon RX 5700 handelt es sich im Grunde um die abgespeckte Version des XT-Modells. Hier sind nur 36 der Compute Units aktiv. Zudem wurde der Takt etwas reduziert, dieser liegt nur noch bei 1465 bis 1725 Megahertz anstelle von 1605 bis 1905 Megaherz. Gleich bleibt hingegen der 8GB große GDDR6-Speicher mit 14 GBbps und einer Bandbreite von 448 GB/s. Gegenüber der RTX 2060 nennt AMD eine um zehn Prozent bessere Performance. Übrigens: Der in den Datenblättern erwähnte "Game-Takt" ist laut AMD derjenige Takt, der ungefähr beim Zocken erreicht wird. Er liegt etwas unter dem Boost-Takt, der bei Last nicht dauerhaft erhalten werden kann.



Parallel zu den neuen Ryzen-Prozessoren und den zugehörigen X570-Mainboards werden auch die neuen Radeon-Grafikkarten PCIe 4.0 unterstützen. Zugegeben: Bisher sind die Vorteile des neuen Standards eher theoretischer Natur, doch früher oder später werden Komponenten von dieser Technik Gebrauch machen, weshalb AMDs Schritt auf jeden Fall zukunftsweisend ist.


Ganz anders sieht es beim Thema VirtualLink aus. Während Nvidia mit deinen RTX-Grafikkarten auch den passenden VR-Anschluss um USB-C-Format unterstützt, hat AMD dieses Thema komplett außen vor gelassen und seine Referenzkarten nur mit HDMI- und DP-Anschlüssen gezeigt. Jedoch ist es trotzdem möglich, dass die Partnerunternehmen ihren späteren Custom-Modellen einen VirtualLink-Stecker verpassen. Noch weniger Hoffnung darf man sich aber auf Raytracing machen. AMD hat auf diese Technik bei seinen Navi-Karten gänzlich verzichtet, eine Unterstützung der Raytracing wurde erst für künftige Navi-Grafikkarten in Aussicht gestellt.


Die Radeon Media Engine wurde bei der Komprimierung der Standards H264 und H265 sowie VP9 verbessert. Außerdem wird DisplayPort 1.4 mit DSC unterstützt, was eine 8K-Wiedergabe mit 60 Hertz oder 4K HDR mit 144 Hertz erlaubt. HDMI wird hingegen in der Version 2.0 unterstützt, womit nur Übertragungen in 4K mit 60 Hertz möglich sind. Damit ist DisplayPort bei Navi der technisch überlegenere Standard.


Da auch die RTX 2060 und RTX 2070 für 4K-Gaming grundsätzlich zu schwach sind, vermarktet auch AMD seine neuen Radeon-Modelle als optimal für QHD beziehungsweise WQHD, also 1440p. Schenkt man den hauseigenen Benchmark-Vergleichen Glauben, dann dürfte das Konzept aufgehen. Zwar sind die Vorab-Tests der Hersteller meist kritisch zu betrachten, jedoch scheint es realistisch, dass die Radeon 5700 XT summa summarum die bessere Gaming-Leistung erzielt als die RTX 2070 (analog Radeon 5700 zu RTX 2060). Wir sind jedenfalls auf erste, unabhängige Tests gespannt.

Zum Marktstart am 7. Juni wird es die RX 5700 und RX 5700 XT in der Referenzversion geben, die über einen Kühlkörper mit Radiallüfter verfügt. Sie weisen einen Verbrauch von 180 Watt und 225 Watt auf und sollen auch für Overclocking geeignet sein. Die Preise liegen bei 379 US-Dollar und 449 US-Dollar, wobei die Euro-Preise inklusive Steuern wohl leicht über den eben genannten Preisen liegen dürften. Weitere Custom-Modelle sollen laut AMD später folgen.


Quelle: TechSpot

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