Fractal Design Define XL R2 & NZXT H630

Beide sind schwer, groß und bieten mehr als genug, um anspruchsvolle Nutzer voll zufriedenstellen zu können: Sowohl Fractal Designs Define XL in der zweiten Auflage, als auch das NZXT H630 konnte in vielen Hinsichten Punkten. Einmal konnten die Skandinavier mit einer stabilen Verarbeitung überzeugen, während im Gegenzug das geräumigere Gehäuse der amerikanischen Schmiede mit mehr Platz für ausladende Kühlkonstruktionen bestechen konnte. Im Endeffekt bleibt es eine Glaubensfrage, für welches Case sich der Nutzer schließlich entscheidet. In unseren Augen bekommt man jedoch mit beiden Modellen eine ordentliche Behausung für moderne Hardware geboten. So gesehen sind es lediglich Kleinigkeiten, die wohl die Kaufentscheidung maßgeblich beeinflussen.

Für das Fractal Design XL R2 spricht zuerst einmal die äußerst auffällige Verarbeitung. Das Unternehmen vertraut auf sehr stabilen Stahl mit einer Dicke von etwas mehr als 1,2 Millimetern, sodass neben den beiden, gedämmten Seitenteilen auch der solide Korpus Schwingungen von Festplatten und Lüftern minimiert, was schließlich in einer geringeren Geräuschentwicklung resultiert. Erneut weiß das bewährte Design zu gefallen: Sowohl unter dem Schreibtisch im Büro, als auch Zuhause als Gaming-Maschine ist das Case der Skandinavier einsetzbar. Die Fronttür, welche Laufwerke und weitere Geräte formschön versteckt, sowie die Füße in HiFi-Optik sorgen für das Übrige. Doch selbst die inneren Werte sprechen für sich: Neben übergroßen Hauptplatinen fasst das Define XL R2 theoretisch bis zu neun Erweiterungskarten sowie höchstens acht Datenträger in den komplett entfernbaren HDD-Cages. Abgerundet wird das stimmige Gesamtbild von einer Lüftersteuerung, mit der der Nutzer die drei vorinstallierten Fans in drei Stufen regeln kann. Mit den werksseitigen Lüftern erreicht das Define XL R2 sogar sehr gute Werte bei der Lautstärke, wobei die Kühlleistung auch nicht zu kurz kommt und sich daher für ein Silent-Case durchaus sehen lassen kann. Mit weiteren Bauplätzen für bis zu 140-Millimeter-Rotoren ist in dieser Hinsicht auch noch Spielraum gegeben.

Gegen das rund 16 Kilogramm schwere Define XL R2 ist eigentlich nicht viel ins Feld zu führen. Wie bei den anderen Define-Derivaten kann die leider aus Kunststoff bestehende Fronttür lediglich nach links geöffnet werden. Schließlich ist die Lüftersteuerung an sich zwar positiv hervorzuheben. Allerdings kann man mit letzterer lediglich drei Lüfter ohne Adapter ansteuern. Bei einem Big-Tower mit diesen Ausmaßen für den einen oder anderen Nutzer vielleicht zu wenig. 

Nichtsdestotrotz überwiegen die positiven Aspekte gegenüber den zwei kleinen Negativ-Punkten, weshalb wir unsere Redaktionsempfehlung an dieser Stelle vergeben. Für etwa 120 Euro (Stand 09/2013) erhält der Nutzer ein durchdachtes und zugleich sehr gut ausgestattetes Gehäuse mit einem großzügigen Platzangebot.

Für das NZXT H630 ist ebenfalls die solide Verarbeitung ins Feld zu führen. Zwar reicht diese nicht an den Mitstreiter von Fractal Design heran - im Vergleich zu den hauseigenen Phantom-Ablegern ist eine deutliche Steigerung erkennbar. Die Silent-Maßnahmen erwirken zumindest im Leerlauf bei reduzierter Lüfterdrehzahl eine geringe Lautstärke, die allerdings mit ansteigender Lüfterspannung aufgrund der lauten Referenzlüfter fast schon wirkungslos erscheint. Dafür erhält der Nutzer ein Gehäuse, das mit einem dezenten Design punkten kann. So weiß die markante, asymmetrisch gestaltete Deckelpartie zu überzeugen. Ansonsten ist der Innenraum sehr durchdacht aufgebaut worden: Die drei HDD-Cages mit Platz für bis zu acht Datenträger mit 2,5- oder 3,5-Zoll-Abmessungen lassen sich mitsamt der Bodenhalterung entfernen, wodurch Platz für aufwendige Kühlkonfigurationen geschaffen wird. Ohne viel Bastelarbeit lässt sich beispielsweise ein 360-Radiator am Deckel und der Front unterbringen. Selbst bei der Auslastung des gesamten Raumangebots wegen der zumeist dicken Radiatoren gibt es dennoch Platz für zwei 2,5-Zoll-Datenträger am Mainboardtray. Gefallen haben uns außerdem die werkzeuglosen Montagevorrichtungen für 3,5-Zoll-Festplatten und optische Laufwerke in den beiden 5,25-Zoll-Schächten. Erwähnenswert ist schließlich das Anschlusspanel, das neben obligatorischen Audio- und USB-Ports zusätzlich einen Card-Reader beinhaltet. An dieser Stelle findet sich auch ein kleiner Taster zur Beleuchtung der LEDs am I/O-Panel, um die entsprechende Partie im Dunkeln gut erkennen zu können.

Gegen den kolossalen Silent-Big-Tower mit einem Leergewicht von rund 14 Kilogramm sprechen die werksseitig verbauten Lüfter, die ungedrosselt vergleichsweise laut zu Werke gehen und ohne eine integrierte Steuerung vom Nutzer leider nicht geregelt werden können. Eine Lüftersteuerung lässt sich jedoch Nachrüsten, da vom Hersteller implementierte Lösungen meist nicht viel taugen. Wichtig ist schließlich in Sachen Materialwahl klarzustellen, dass der Deckel und die Front des H630 aus Metall bestehen. Allerdings handelt es sich hierbei um eine dünne Schicht - das Grundgerüst der gedämmten Front- und Deckelpartie besteht eigentlich aus Kunststoff. Nichtsdestotrotz kann dieser Materialmix in der Praxis voll überzeugen.

Viel Platz, genügend Kühloptionen und ein stilsicheres Design verhelfen dem H630 von NZXT ebenfalls zu einer Redaktionsempfehlung. Das in weiß und schwarz erhältliche Gehäuse konnte trotz des höheren Preises von rund 150 Euro (Stand 09/2013) im Vergleich zum Define XL R2 mit zahlreichen Vorzügen überzeugen.

Bei Amazon sind beide getesteten Gehäuse erhältlich. Fractal Designs Define XL R2 geht im Marketplace in der Ausführung "Titanium Grey" oder "Pearl Black" für rund 115 Euro über die virtuelle Ladentheke. Für das H630 von NZXT  in weiß oder schwarz muss der Käufer knapp 150 Euro aufbringen.


Inhaltsverzeichnis

  1. Fractal Design Define XL R2 & NZXT H630
  2. Ausstattung und Spezifikationen
  3. Erscheinungsbild
  4. Innenaufbau
  5. Einbau der Hardware
  6. So testet PC-Max
  7. Messungen und Eindrücke
  8. Fazit

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