Thermaltake Urban S71

Die Urban-Serie scheint in unseren Augen der richtige Weg für Thermaltake zu sein. Klar wird dies spätestens in Anbetracht der entsprechenden Modelle, die mit dem aussagekräftigen Werbespruch "Simple, yet elegant" beworben werden und daher eine größere Zielgruppe ansprechen sollen. Am Beispiel des S71 konnten wir uns einen Eindruck von Thermaltakes neuer Ausrichtung machen: Das Exterieur des S71 weiß zu gefallen und ist in Hinblick auf den heutigen Trend der Schritt in die richtige Richtung. Auch bei der Ausstattung dürfte der Normalverbraucher mit Lüftersteuerung, Hot-Swap-Dock und den vier Front-USB-Ports weitestgehend zufriedengestellt werden. Zusammenfassend ist zu sagen, dass Thermaltakes Urban-Serie gut umgesetzt wurde, wenn auch mit fehlenden Kleinigkeiten, die das von uns getestete Modell schließlich zum Top-Case machen könnten. 

 

Für das Urban S71 spricht zunächst das elegante, zeitlose Design, das im Vergleich zu vielen weiteren Modellen im hauseigenen Portfolio von Thermaltake keinesfalls überladen und verspielt wirkt. Vielmehr macht das Topmodell der neuen Baureihe dank der Alu-Front einen soliden Eindruck. Das insgesamt durchdachte Konzept scheint zudem aufzugehen: Einfach zu entnehmende Staubfilter, ein stabiles Window mit optimaler Größe, die Lüftersteuerung und genügend Anschlussmöglichkeiten inklusive des Hot-Swap-Docks erleichtern den täglichen Umgang. Doch nicht nur der Aufbau oder das Design sind für das Thermaltake-Case ins Feld zu führen: Überzeugt hat uns überdies die Performance des Urban S71. Trotz fehlender, schalldämmender Matten wurden erstklassige Lautstärkewerte erzielt, wobei selbst die Kühlperformance - wenn auch mit einigen Abstrichen - positiv hervorzuheben ist. Schließlich ist noch der Lieferumfang an dieser Stelle zu erwähnen, der unter anderem mit einer 8-Pin-EPS-Verlängerung, ausreichend Befestigungsmaterial sowie einem Mini-Speaker erfreulich umfangreich ausfällt.

Gegen das Thermaltake-Gehäuse der neuen Urban-Series ist der geringe Raum für hohe Prozessorkühler und lange Grafikkarten ins Feld zu führen. Passend dazu fällt folglich der Platz hinter dem Mainboardtray überschaubar aus und erschwert unter Umständen das Kabelmanagement. An dieser Stelle ist leider auch das praktisch nicht vorhandene Platzangebot für Radiatoren zu erwähnen, nicht zuletzt wegen des fixen Festplattenkäfiges lassen sich ohne Bastelarbeit keine Wärmetauscher im Innenraum unterbringen. Ferner störten uns die Spaltmaße zwischen den beiden Deckelelementen. Letztere schließen zudem nicht bündig mit anderen Gehäuse-Bestandteilen ab. Die Blende des in der Oberseite befindlichen Hot-Swap-Docks wies gleich nach der ersten Benutzung einen Defekt auf. Solch ein Fehler sollte bei einem Gehäuse dieser Preisklasse nicht vorkommen.

Alles in allem erhält der geneigte Käufer ein interessantes Gehäuse aus dem Hause Thermaltake für etwa 130 Euro (Stand: 08/13), das in vielen Punkten für sich sprechen kann. Kleinere Makel trüben allerdings das Gesamtbild, weshalb es dieses Mal nicht für eine Redaktionsempfehlung reicht. Falls einige der von uns genannten Punkte bei einer eventuellen Neuauflage verbessert werden, dann dürfte einem Award nichts mehr im Wege stehen.

Bei Amazon ist das Urban S71 von Thermaltake neben den weiteren Schwestermodellen in Form des Urban S21, Urban S31 sowie dem Urban S41 erhältlich. 


Inhaltsverzeichnis

  1. Thermaltake Urban S71
  2. Ausstattung und Spezifikationen
  3. Erscheinungsbild
  4. Innenaufbau
  5. Einbau der Hardware
  6. So testet PC-Max
  7. Messungen und Eindrücke
  8. Fazit

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