Antec Nineteen Hundred Gehäuse im Test

Ehrlich gesagt hat es Antec in Anbetracht der überaus potenten Konkurrenz in dieser Zeit nicht wirklich leicht. Fest steht allerdings, dass der Hersteller mit der Veröffentlichung des Nineteen Hundred im High-End-Segment ein gewisses Wörtchen mitreden möchte. Eine - zumindest auf dem Datenblatt - üppige Ausstattung steht dem Case jedenfalls gut zu Gesicht. Wie das Ganze umgesetzt wird, ist jedoch eine  andere Sache: Workstation-User mit einen erhöhten Platzanspruch hinsichtlich der maximal verbaubaren Datenträger finden mit dem Nineteen Hundred eine solide Basis. Wer allerdings eine Wasserkühlung nutzen möchte, auf maximale Lüfterkühl-Performance aus ist oder ein massives Case mit einem modularen Innenraumaufbau sucht, muss sich leider woanders umschauen. Nichtsdestotrotz ist ein Vergleich mit den Flaggschiffmodellen der Hersteller Cooler Master oder Corsair schwer. Selbige kosten deutlich mehr als das Gehäuse von Antec, weisen allerdings ein wesentlich flexibleres Konzept vor, das für viele Nutzungsmöglichkeiten geeignet ist. Alles in allem kann das Nineteen Hundred mit einigen einzigartigen Merkmalen aufwarten, weshalb sich interessierte Nutzer das Case von Antec allemal näher ansehen sollten.

Für das Nineteen Hundred spricht der geräumige Innenraum, der für ein Gehäuse mit diesen Ausmaßen Standard ist. Das Design ist soweit gefällig sowie keinesfalls aufdringlich und dank der beiden Varianten (rot und grün) ist für einige Geschmäcker etwas dabei. Mit ganzen zwölf Laufwerkseinschüben, welche außerdem überdurchschnittlich gut entkoppelt sind, bietet es sich mehr als an, im Nineteen Hundred zahlreiche Festplatten unterzubringen. Ebenso sind leistungsfähige Konfigurationen dank zweier Netzteilvorbereitungen sowie neun Erweiterungsslots kein Problem. Ferner ist das Anschluss-Panel mit vier USB-3.0- und weiteren USB-2.0-Ports von der Ausstattung her über dem Durchschnitt. Eine Ansage sind zudem die satten sechs werkseitig montierten Lüfter, die sich mit bereits implementierten Regellösungen steuern lassen.

Gegen das Topmodell aus dem Hause Antec spricht die plastiklastige Materialwahl, welche von der Verarbeitung her dennoch solide ist. Für ein Gehäuse dieser Größe ist außerdem der unflexible Innenraumaufbau ins Feld zu führen: Die Käfige können nicht entfernt werden und es bietet sich lediglich der Einbau eines 240-Millimeter-Radiators an. Zwar sind Staubfilter vorhanden, selbige sind jedoch verschraubt und müssten zur Reinigung umständlich entfernt werden. Der untere Teil des Nineteen Hundred soll anscheinend primär für das Netzteil dienen. Dafür sprechen dort angebrachte Gummiauflagen sowie der Staubfilter. Allerdings kann dort kein langer Stromspender verbaut werden. Und falls doch, dann wird die Länge der Kabel in den wenigsten Fällen reichen, um die Anschlussbuchsen der Grafikkarten- oder Mainboard-Stromversorgung zu erreichen. Die fehlenden Verlängerungskabel stellen also ein Problem dar. Grundsätzlich ist ein Fancontroller am Gehäuse eine gute Sache. Fest steht aber auch, dass Antec selbigen an der Rückseite sehr ungünstig platziert hat. Die Frontlüfter sind entgegen dessen sogar noch komplizierter zu Regeln: Dank direkt am Lüfterkabel angebrachter Potentiometer muss zur Steuerung der entsprechenden Rotoren das Seitenteil angenommen werden. Überdies stören die Kabel der Lüftersteuerung in Deckelnähe erheblich, falls auf das ordentliche Aussehen des Innenraums viel Wert gelegt wird. 

Antec hat mit dem Nineteen Hundred zwar ein interessantes, aber in unseren Augen relativ unfertiges Gehäuse auf den Markt gebracht. Für etwa 220 Euro (Stand 04/2014) muss unserer Meinung nach der Innenraum gründlich überarbeitet und die Ausstattung logisch auf das Nötigste reduziert werden. Immerhin sind zwölf Festplattenplätze viel mehr als eigentlich nötig. In Zeiten von drei bis vier Terabyte großen Festplatten ist der Sinn einer schieren Anzahl von Laufwerksplätzen nicht gegeben. Wer also ein Gaming-System ohne Wakü oder eine Workstation aufbauen will, sollte das Antec Nineteen Hundred in die Wahl einbeziehen.

Im Amazon-Marketplace ist das Nineteen Hundred von Antec zum Preis von rund 220 Euro erhältlich.


Inhaltsverzeichnis

  1. Antec Nineteen Hundred Gehäuse im Test
  2. Ausstattung und Spezifikationen
  3. Erscheinungsbild
  4. Innenaufbau
  5. Einbau der Hardware
  6. So testet PC-Max
  7. Messungen und Eindrücke
  8. Fazit

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