Plantronics BackBeat Fit 305 im Test

Sportkopfhörer gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Das gilt auch für die über Bluetooth angebunden Geräte, welche in Zeiten von Smartwatches immer mehr Zulauf finden. Mit erst kürzlich zwei neuen BackBeat Fit-Ablegern will Plantronics Sportler auf den Plan rufen. Wir testen, ob man mit dem BackBeat Fit 305 eine gute Wahl macht.


In Sachen Kopfhörer ist Plantronics keinesfalls ein Unbekannter. So zeigte man mit der BackBeat Pro- und Fit-Serie bereits, dass man massentaugliche Geräte für Sport und Freizeit bauen kann. Zwei neue Modelle der Fit-Serie kündigte das US-Amerikanische Unternehmen erst kürzlich an. Wie die Typenbezeichnung es schon erahnen lässt, werden insbesondere tüchtige Menschen angesprochen, die einen fähigen Begleiter für anstrengende Workouts suchen. Wir haben uns das kleinere In-Ear-Modell in Form des BackBeat Fit 305 in die Redaktion schicken lassen und testen unter anderem in Wettkampf-Situation, ob Plantronics nicht zu viel verspricht.

Ausstattung und Lieferumfang

Die Verpackung des In-Ear-Headsets fällt wie für ein Produkt dieser Art recht kompakt aus und zeigt von außen Kernspezifikationen und Abbildungen des Geräts an. Die Kopfhörer sind schnell ausgepackt, woraufhin auch der Lieferumerumfang zum Vorschein kommt. Hierzu gehören zwei weitere paar Ohren-Einsätze, Bedienanleitungen, eine Tasche sowie ein MicroUSB-Ladekabel.

Plantronics bewirbt die BackBeat Fit 305 als waschechte Sportler. Denn das Headset soll dank der sogenannten P2i-Beschichtung Schweiß abhaben können - das Gehäuse ist entsprechend spritzwassergeschützt. Die Klangausgabe übernehmen je Ohrteil 6mm-Treiber, die mit den aufgesetzten Ohreinsätzen Außergeräusche weitestgehend außen vor lassen. Die Akkukapazität soll laut Hersteller für etwa sechs Stunden Wiedergabezeit reichen, die Reichweite des mithilfe des Bluetooth 4.1-Standards drahtlos verbundene Gerät darf während der Wiedergabe 10 Meter nicht überschreiten. Kopfhörer des Typs BackBeat Fit 305 verfügen außerdem über integrierte Mikrofone, sodass Telefonate ohne Probleme getätigt werden können. 

Verarbeitung und Passform

Die Verarbeitung der BackBeat Fit 305 gibt im Großen und Ganzen kaum einen Anlass zur Kritik. Plantronics ummantelt das Kabel mit Stoff - das wirkt hochwertig und hilft dank Farbkodierung auch direkt den richtigen Hörer für die richtige Seite zu erwischen. 

Die Ohreinsätze sind erstaunlich leicht und lassen sich dank zwei weiterer mitgelieferten Paare dem eigenen Geschmack anpassen. Die Gummilippe als Bügel soll jeden Hörer auch bei Bewegung im Ohr halten. 

Negativ aufgefallen ist uns allerdings der scharfkantige Übergang vom Kunstoff über in das Kabelstück. Schöner und besonders angenehmer wäre entweder eine Abrundung der entsprechenden Stelle oder wie so oft ein Gummiüberzug gewesen.

Was als nächstes auffällt, ist die recht klobige Steuerungseinheit. Damit lässt sich nicht nur die Lautstärke einstellen oder zum nächsten Titel wechseln, sondern auch die Wiedergabe pausieren. Letzterer Knopf auch zum Ein- und Ausschalten des Headsets vorgesehen. Integriert ist in der Steuerungseinheit schließlich auch das Mikrofon.

Ein verschiebbarer Clip soll die richtige Fixierung unterstützen. Am T-Shirt angehängt, soll das doch recht hohe Gewicht der Steuerungseinheit nicht auffallen. Überdies soll der Clip laut Plantronics Störgeräusche durch Bewegungen beispielsweise über die Kleidung minimieren.

Die BackBeat Fit 305 von Plantronics im Praxiseinsatz

Die Ersteinrichtung ist ein Ding, über das man nicht viele Worte verlieren muss. Denn nach dem Einschalten über den Mittelknopf (auch Pause) versetzte sich der BackBeat Fit 305 direkt in den Kopplungsmodus. So konnte das Smartphone direkt mit dem Kopfhörer ohne Umwege verbunden werden. Hier sind uns Ansagen aufgefallen: Genannt wird der Betriebsmodus (Kopplung) sowie die grobe Ladekapazität (niedrig, mittel, hoch).

Das erste Einsetzen und die Handhabung überzeugt. Die BackBeat Fit 305 sitzen bombenfest im Ohr. Nichts wackelt oder zieht, was besonders bei laufintensiven Einheiten wichtig ist. Noch sicherer hält der Kopfhörer mit dem bereits erwähnten Clip, dann jedoch kommt es gerne mal zu Verschlingungen von Clip, Kabel und Kleidungsstück.

Das Ziel hat Plantronics mit dem Clip allerdings verfehlt: Dieser ist nach der dritten Benutzung (2 Tage) gebrochen und so nicht wiederverwendbar. Beim Seilspringen oder Warmlaufen macht sich das Gewicht der Steuerungseinheit im Anschluss oft negativ bemerkbar, womit der rechte Hörer gerne mal herausfällt und der linke entsprechend unangenehm zieht. Der ersten Freude mit dem Clip und dem guten Halt weicht der Ernüchterung.

Sieht man vom Clip und der doch recht schweren Einheit ab, dann sitzen die BackBeat Fit 305 durchaus gut im Ohr, wenn die Bewegungen des Trägers nicht umfangreich ausfallen. Damit würde aber auch ein wichtiges Verkaufsargument entkräftigt werden. Im Wettkampfeinsatz während der intensiven sportlichen Betätigung lassen die BackBeat Fit 305 von Plantronics außerdem federn, insbesondere im Vergleich zu den Kopfhörern die uns privat zur Verfügung stehen.

Die Kopfhörer klingen an und für sich gut, fehlen tut uns gelegentlich der Bass - so ganz viel Druck wie erhofft erzeugen die BackBeat Fit 305 nicht. Aufgefallen ist auch ein Übersteuern bei maximaler Lautstärke - es empfiehlt sich daher nicht mit der Lautstärke auf Anschlag zu hören, zumal die Kopfhörer konstruktionsbedingt störende Geräusche von außen weitestgehend abschirmen. Ein Herumspielen mit dem Equalizer unseres Smartphones half uns nicht weiter.

Die Akkulaufzeit gibt Plantronics selbst mit sechs Stunden an, was wir auch erreichen konnten. Mit einer kleinen Abweichung von etwa 30 Minuten bei maximaler Lautstärke wählt der Hersteller aus unserer Sicht auf jedenfall eine realistische Angabe. Den Deep-Sleep-Modus der BackBeat Fit 305 haben wir im großen Ausmaß nicht getestet, doch selbst nach einer Woche Nichtnutzung hat sich der Akkustand nicht merkbar verringert. Die Rede ist von offizieller Seite von satten sechs Monaten im Schlaf-Modus, wofür ein tüchtiger Athlet jedoch kaum Verwendung findet. Denn Kopfhörer dieser Art verwendet man möglichst bei jedem Workout.

Plantronics nennt eine Reichweite von 10 Metern im Freien, wenn sich dazwischen keine störenden Objekte oder Wände befinden. In einer großen Sporthalle entfernten wir uns knapp 40 Meter von unseren Smartphone (Google Pixel 2XL) - so gesehen ist die Reichweite ausgezeichnet und übertrifft den offiziell angegebenen Wert um das vierfache.

Fazit

Plantonics Kopfhörer für Sportler ist sicherlich nicht schlecht, lieferte im Test aber gleich mehrere Patzer. Bei maximaler Lautstärke klingen die Backbeat Fit 305 übersteuert, zudem fehlt es in Sachen Bass etwas an Druck. Viel wichtiger ist allerdings die Passform: An und für sich ziemlich gut, allerdings macht die schwere Steuerungseinheit dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung. Ein Fauxpas ist in unseren Augen der recht scharfkantige Übergang des Hörers mit dem Kabel, dem man mit einfachen Mitteln entgegenkommen könnte.

Plantronics verfolgt einen guten Ansatz mit den BackBeat Fit 305, der aber an einigen Stellen noch Optimierungsbedarf hat.

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