Tesoro Zone Speed Gaming Chair im Test

An ein Gaming-System gehört auch ein passender Gaming-Chair - das finden nicht nur viele Zocker, sondern auch immer mehr Hersteller solcher Stühle. Aus diesem Grund greifen immer mehr Nutzer zu entsprechendem Modellen, die passend zum System optisch aufregend, aber auch bequem sein sollen. Tesoro bietet mit dem Zone Speed eine geeignete Sitz-Unterlage zum vergleichsweise günstigen Preis, weshalb wir ein entsprechendes Muster getestet haben.


Der Schritt ins Geschäft für Gaming-Stühle bereits wurde von vielen Herstellern vollbracht - ganz nach dem Motto: Es wird Zeit für eine Erweiterung abseits der klassischen Hardware. Tesoro hat in dem Fall mit dem Zone Balance F710 bereits Erfahrung in Sachen Gaming-Sessel - mit dem Zone Speed will man ein einen weiteren Stuhl nachlegen. Mit einem Preis von gerade einmal knapp 160 Euro will man diesmal insbesondere preisbewusste Käufer ansprechen, die möglichst viel Komfort für ihr Geld sehen wollen. Und mit einem zulässigen "Zuladegewicht" von 120 Kilogramm können auch die etwas schwereren unter den Gamern Platz nehmen. Wir testen, ob der Zone Speed seinen Preis wert ist und für wen sich der Stuhl besonders eignet.


Lieferumfang

Im recht sperrigen, schweren Karton liefert Tesoro den Zone Speed aus. Der Fokus liegt ganz klar auf dem Produkt selbst, denn von außen finden sich keine offensichtlichen Indizien dafür, was sich eigentlich im Inneren des großen Kartons befindet. Öffnet man die Kartonage, dann findet man gut gepolstert sämtliche Bauteile des Stuhls. Angekommen ist die Ware also ohne Schäden, womit wir gleich mit dem Zusammenbau loslegen können.


Das Paket beinhaltet neben den beiden Grundlegenden Bestandteilen in Form der Rückenlehne und des Sitzpolsters außerdem noch ein Nackenkissen, die beiden Armlehnen, die Stahl-Basis plus fünf Rollen und die massive Metallkonstruktion inklusive der Mechanik zum Verstellen des Stuhls. Die Schrauben finden sich in einem separaten, mit Buchstaben und Nummern versehenen, Blister-Karton, welcher Zusammen mit der Anleitung durch den Zusammenbau-Prozess führt.

Spezifikationen
Hersteller:Tesoro
Modell:Zone Speed F700
Farbe:Schwarz/Schwarz
Konstruktion:Metall / Stahlrohre
Material:PU-Leder, PU-Kaltschaum
Verstellbarkeit:Armlehne (2D - höhenverstellbar, drehbar nach Innen/Außen), Rückenlehne (120 Grad), Wipp-Funktion (19 Grad), Höhenverstellbarkeit (8cm)
Maximalbelastung:120 kg
Sitzpolstergröße:52 x 53 cm
Rollen:6 Stück, Durchmesser: 60mm
Gewicht:
23 kg
UVP / aktueller Preis:
159,99 Euro / ca. 140 Euro (Stand: 04/2019)


Verarbeitung und Ausstattung

Den Zone Speed gibt es in drei Farbausführungen - wir wählten die ganz klassisch komplett schwarze Variante, die auch in Büros ohne Weiteres ins Gesamterscheinungsbild passt. Beim Grundmaterial handelt es sich um PU-Leder, also Kunstleder, das an den verschiedenen Nahten sauber verarbeitet ist. Aufgesetzt ist das Ganze auf ein Stahlrohr-Skelett, das mit PU-Kaltschaum weichgepolstert ist. Stickereien im Racing-Look mit quer verlaufenden Linien sollen Akzente setzen.

Grundsätzllich ist die Verarbeitung angesichts des ausgerufenen Preises von ca. 160 Euro sehr gut, unserer Meinung nach würde man mit einer offenen Konstruktion  im Bereich der Schulter das I-Tüpfelchen setzen können. Denn Tesoro schließt die entsprechende Stelle mit Kunstleder ab, was man mit bloßer Hand leicht durchdrücken kann.


Die Armlehnen sind entgegen dessen weniger stabil konstruiert. Wie bei vielen Gaming-Chairs üblich wackeln diese und lassen sich außerdem nur in der Höhe und im Anstellwinkel verstellen. Ein nach Vorne- oder Hintenschieben oder die Verstellung an der Basis (breiter stellen) ist nicht möglich. Für etwas dickere Unterarme dürften die Armlehnen eher weniger passen: Sie fallen recht schmal aus und sind relativ schmal gehalten - hier zollt der Preis seinen Tribut.


Positiv hervorzuheben ist, dass Tesoro auf eine Gusseisen-Basis setzt, in die die fünf Rollen einfach eingesteckt werden. Weitere Probleme mit beispielsweise unsauber sitzenden Blenden umgeht Tesoro einfach, in dem die Höhen- und Rückenlehnenverstellung an der massiven Stahlkonstruktion unter dem Stuhl sitzen. Das bringt allerdings einen Nachteil mit sich: Die entsprechendem Verstellmöglichkeit sind nicht auf Anhieb zu erreichen. Weiteres dazu aber später.


Ab Werk liegt dem Zone Speed ein Nackstützkissen bei, eine integrierte oder beigelegte Lordosenstütze gibt es nicht. Das Nackstützkissen wird übrigens einfach mithilfe eines straffen Haltegummis am Stuhl fixiert. Eher unsauber ist der Übergang zwischen Rückenlehne und Sitzpolster verarbeitet. Die Naht verläuft an dieser Stelle leicht schrägt - damit ist nicht das Design gemeint.


Aufbau und Praxistest

Die bebilderte Anleitung mit den klar gekennzeichneten Schrauben machen den Aufbau des Zone Speed einfach. Ungeübte schaffen das wohl in maximal 30 Minuten, mit den beiden mitgelieferten Inbus-Schlüsseln braucht man außerdem nicht zusätzlich Werkzeug herbeizuschaffen.


Zunächst wird die Basis mit den Rollen vereint. Daraufhin kommt die Gasdruckfeder in die Mitte der Basis woraufin die drei Kunststoffkappen darübergelegt werden.


Im Anschluss wird die Mechanik auf das Sitzpolster geschraubt. Da herein gesteckt wird dann die Rückenlehne. Mit den beigelegten Schrauben wird dann alles festgezogen. Mit jeweils zwei Schrauben sind die Armlehnen schnell angebracht, sodass zum Schluss der Stuhl selbst auf die Basis gesteckt, respektive gelegt wird. Hierfür bedarf es kein Werkzeug. Zum Abschluss wird das Nackstützkissen eingespannt.

Die Schritt vor der Inbetriebnahme sind schnell gemacht, auf Probleme sind wir während des Aufbaus nicht gestoßen. Nun geht es ans Probesitzen.


Der Zone Speed ist wahrlich kein weicher Stuhl. Die Sitzfläche ist aber angenehm breit und auch die Rückenlehne bietet überdurchschnittlich viel Platz für breitere Schultern. Mit einem Körpergewicht von ca. 100 Kilogramm ist der Probesitzer und Chefredakteur keinesfalls ein Leichtgewicht, wohl aber eher klein. Menschen mit einer Körpergröße von 1,70m bis 1,75m könnten Probleme bekommen, die Füße selbst auf niedrigster Stufe auf den Boden zu bekommen.

Die Rückenlehne hingegen passt mit der Größe sehr gut. Da ist auch noch etwas Luft für Menschen bis zu einer Größe von 1,85m. Wichtig war in jedem Fall, dass die Flanken des Stuhls den Sitzenden nicht einengen. Das ist beim Zone Speed definitiv der Fall. Deutlich größere Menschen dürften aber mit der Höhe der Rückenlehne Probleme bekommen, wohingegen die Sitzfläche für den 1,71m großen Probanden ein Stück weit zu tief ist - auch ein Grund, warum die Füße ganz knapp den Boden berühren. Übergroße Spieler ab 1,90m könnten indes sich mit dem Kopf über der Rückenlehne wiederfinden - keine sehr angenehme Position.


Das Nackenkissen ist zwar weich und gut positioniert, doch ein Lordosenkissen empfänden wir als dringend nötigt, vorallem deshalb, weil kleinere Menschen wie gesagt weit hinten sitzen und am Schreibtisch ein Holhkreuz entsteht, sofern man den Rücken unbedingt an die Rückenlehne legen möchte. 

Die Armlehnen sind recht wackelig, halten aber in der dafür bestimmten Position ihre Einstellung. Apropos Einstellung: Um den Stuhl zu kippen oder in der Höhe zu verstellen, muss man unter das Sitzpolster greifen. Insbesondere das Kippen der Stuhls muss daher gelernt sein. Auf Anhieb erreicht man den entsprechenden Hebel nicht, sodass ein schnelles und intuitives Kippen des Stuhls schwierig ist. Der bereits von uns getestete Zone Balance hat hierfür an der rechten Seite einen Hebel, der wesentlich leichter zu erreichen ist.

Keine Frage: Der Zone Speed ist bequem, wohl aber dürften Menschen ab 1,75m eine größere Freude mit dem Stuhl haben. Dann nämlich kommen die Füße zum Boden und die Tiefe des Sitzpolsters wäre dann angemessener dimensioniert. Die Verarbeitung nach mehreren Tagen Arbeiten und Zocken mit dem Zone Speed gibt keinen Anlass zur Kritik. Zum Preis von ca. 160,00 Euro als UVP geht das völlig in Ordnung. Gewünscht hatten wir uns einen größeren Kipp-Winkel - Schluss ist hier bei "nur" 120 Grad, außerdem sind die Rollen auf unserem PVC-Boden nicht so leichtgängig, wie wir es von anderen Stühlen kennen.

Fazit

Tesoros zweiter Stuhl soll für erneut deutlich unter 200,00 Euro an den Start gehen und preisbewusste Käufer ansprechen, die für das Sitzmöbel nicht das größte Budget parat haben. Geglückt ist der Angriff auf den Budget-Sektor auf jeden Fall: Grundsätzlich lässt es sich auf dem Zone Speed bequem sitzen, sofern man eine normale Körpergröße im Bereich 1,80m hat. Kompromisse eingehen muss man aber mit der Rückenlehnenverstellung auf maximal 120 Grad, zudem sind die Armlehnen nicht ganz so robust wie gewünscht.


Die Kippfunktion ist umständlicher zu erreichen, was aber der generellen Verarbeitung zugute kommt. So wird auf meist minderwertige Kunststoff-Blenden verzichtet, was Tesoro letztendlich auch in puncto Design in die Hände spielt. Und mit einem zulässigen Gewicht von 120 Kilogramm und der breiten Sitz- und Rückenauflagefläche dürften auch stemmigere Personen mit dem Zone Speed voll auf ihre Kosten kommen.

Angesichts des Preises von momentan teils knapp unter 140,00 Euro (Stand: 03/2019) und den gegebenen Features vergeben wir an dieser Stelle unsere Redaktionsempfehlung. Die Verarbeitung ist solide und Platz gibt es endlich für "breitere" Masse an Menschen in jedem Fall. Das bieten selbst deutlich teurere Stuhle nicht immer.

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