Roccat Vulcan 80 Aimo im Test

Die Auswahl an Gehäusen ist groß, die Verarbeitung von Modellen jenseits der 100 Euro stets konkurrenzfähig. Letzteres trifft auch auf die Vulcan 80 zu. Wichtiger ist also, wie sich die Tastatur im Praxistest macht und wie sich die neuen, taktilen und gleichzeitig leisen Titan-Switches schlagen. 

Wer eine mechanische Tastatur gewohnt ist, wird mit der Vulcan 80 definitiv etwas bekanntes in den Fingern haben. Um es also in Worten zu fassen: Die Titan-Switches fühlen sich an wie eine Mischung aus Cherry MX Brown und Cherry MX Black. Der erste Druck ist deutlich spürbar, der Widerstand nach dem Auslösen auf dem Rückweg deutlich stärker betont. Ein gesunder Mix aus linear und taktil trifft es ganz gut, zudem hat Roccat den Auslöseweg mit 1,8mm äußerst kurz gehalten - der Gesamtweg einer jeden Taste beträgt höchstens 3,6 Millimeter, was gegenüber Cherry-Switches vom Typ Brown oder Black deutlich weniger ist. Letztere lösen bei etwa 2,2 Millimeter aus.

Beim Schreiben dieser Zeilen kann durchaus gesagt werden, dass eine Eingewöhnung an das Layout und Design der Vulcan 80 durchaus schnell geht. Angesichts der doch hohen Tasten-Schalterkombination waren wir zunächst ernüchtert - wir haben aufgrund der Produktfotos auf eine flache Tastatur gehofft. Aber gerade deshalb weiß die Vulcan 80 im Punkt Design zu gefallen. Wo Roccat einst mit Standard-Tastenkappen und Cherry-Switches ein Design von der Stange angeboten hat, greift man mit der Vulcan eine gewisse Eigenständigkeit auf. Das schließt die flachen Tastenkappen ein, die eher aus optischen Gründen gewählt wurden. So kann man nämlich besser die transparenten Schalter-Sockel sehen, der dank der LEDs aktuell ein Alleinstellungsmerkmal darstellen. Mit Blick auf die Beleuchtung ist festzuhalten, dass die Ausleuchtung homogen ist und Unregelmäßigkeiten nicht festzustellen sind. Was ab und zu mal auftreten kann ist ein Surren oder Fiepen bei gedrosselter Helligkeit. Die Vulcan 80 ist in jeder Helligkeitsstufe ruhig und absolut silent-tauglich.


Das passt auch zu der generellen Verarbeitung: Nicht knarzt, nichts hängt und auch die Titan-Switches geben keinerlei Anlass zur Kritik. Auch das Betätigen einer Taste am Rand bringt die Vulcan 80 nicht aus der Fassung - Der Schalter gleitet geradlinig in die Führung und löst in 1,8 Millimetern zügig aus.

Vom Komfort her gibt es weder Ausreißer nach oben, noch nach unten. Will heißen: Die Finger tun nach einer gewissen Zeit Schreiben nicht weh, eine Handballenauflage dürfte aber gerne mit dazu gehören. Letztere ist leider nur der Vulcan 120 Aimo vorbehalten. Die Vulcan 80 Aimo bietet zwei Anstellwinkel, was guter Durchschnitt ist. 


Das war aber nur ein Teil der Beurteilung - Roccat liefert mit "Swarm" auch eine Software mit, mit der das Potential der Vulcan 80 ausgereizt werden kann. Zum Download.

Gleich beim Starten von Swarm wurden wir gebeten die aktuellste Firmware-Version für unsere Vulcan 80 zu installieren. Das ist schnell getan, da der Aufbau der Software klar und verständlich durch den Prozess leitet. Und auch abseits davon lassen sich übersichtlich sämtlich Parameter anzeigen und darstellen. Unter "Allgemeine Funktionen" kann unter anderem bei Bedarf ein Sound-Feedback eingestellt werden - der Nutzer hat dabei zwischen vier verschiedenen Presets die Wahl. 

Im zweiten Tab "Tastenkonfiguration" lassen sich Makros einstellen. Es stehen vier Profile bereit, um verschiedene Einstellungen in Kombination zu Speichern. Um einen noch besseren Überblick zu bekommen lässt sich das Ganze entweder in der Tastatur-Ansicht oder in der Listenansicht anzeigen. Dank "Easy-Shit[+] kann der Nutzer, wenn benötigt, 20 Tasten im WASD-Bereich doppelt belegen - spätestens hier erscheinen die vier individuell programmierbaren Profile nützlich.

Der letzte Reiter "Tastenbeleuchtung" bringt selbstredend sämtliche Funktionen rund um die Beleuchtung mit. Der Nutzer hat sechs Presets zur Auswahl (Dauerbeleuchtung, Herzschlag, Atmen, Verblassen, Kräuseleffekt, Schlängeln) - dazu bietet sich die Möglichkeit an eine eigene Beleuchtungsabfolgen festzulegen. Hierfür kann jede einzelne Taste im bestimmten Muster angeleuchtet werden.

Im Punkt Beleuchtung will Roccat aber gegenüber der Konkurrenz Einen draufsetzen. Das Zauberwort heißt hier "Aimo" und ist als eine Art AI zu verstehen, die lernt, wie der Nutzer die Tastaturbeleuchtung in verschiedenen Situationen einsetzt. Eingelernt, soll Aimo-fähige Roccat-Peripherie dynamisch die Beleuchtung nutzerabhänging ganz von alleine Regeln. Das Ganze spielt besonders bei RGB-fähiger Hardware eine wichtige Rolle - dazu zählt unser Testmuster in Form der Vulcan 80 Aimo leider nicht.


Inhaltsverzeichnis

  1. Roccat Vulcan 80 im Test
  2. Lieferumfang und Ausstattung
  3. Design
  4. Praxistest
  5. Fazit

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