CES 2019: AMD will mit Vega VII und Ryzen 3000 doppelt kontern

Auf der offiziellen Presseveranstaltung der CES 2019 zeigte AMD seine neueste Consumer-Grafikkarte Vega VII, die es leistungsmäßig mit Nvidias RTX-Oberklasse aufnehmen soll. Außerdem gab es eine vielversprechende Preview, bei der ein Ryzen 3000-Prototyp mit einem Intel i9 9900K verglichen wurde.


Auf der CES 2019 hat AMD neben einer Preview für die nächste Ryzen-Generation eine brandneue Grafikkarte gezeigt, welche auf den Namen Vega VII hört. Sie basiert auf der Vega 20, welche für den professionellen Einsatz gedacht ist und als erstes GPU-Modell im 7-nm-Verfahren hergestellt wird.


Glücklicherweise sparte AMD nicht mit Informationen bezüglich der Leistungsfähigkeit, weshalb sich die Vega VII schon jetzt leistungsmäßig gut einordnen lässt. Das gilt natürlich nur unter Vorbehalt, bis erste unabhängige Testberichte veröffentlicht sind. Demnach wird die Vega VII rund 30 Prozent schneller rechnen als AMDs bisheriges Consumer-Flaggschiff RX Vega 64. Sie soll damit etwa so stark sein wie eine Nvidia RTX 2080. Wieder einmal lautet die Devise: aufholen statt überholen - und das auch nur, wenn die Vega VII wirklich hält, was der Hersteller verspricht.


Da die Vega VII auf der professionellen Vega 20 basiert, handelt es sich um Grunde im eine beschnittene Variante dessen. Entsprechend besitzt die Karte nur 3840 (statt 4096) Shader, dafür aber genauso viel Speicher, nämlich 16GB HBM2, und damit doppelt so viel wie die RTX 2080. Die Speicherbandbreite wird mit 1TB/s angegeben, ebenfalls rund doppelt so viel wie bei der RTX 2080.


Einige konkrete Beispiele zeigte AMD auf der Vorstellung mit Battlefield 5, Fortnite und Strange Brigade, wo die Vega VII 35%, 25% und 42% schneller rechnen soll als die RX Vega 64. Ein weiterer Vergleich, diesmal mit der RTX 2080, zeigt, dass die Vega 7 in Battlefield 5 und Far Cry 5 ganz knapp und in Strange Brigade deutlich vor dem RTX-Konkurrenten liegt. Für diesen Performance-Vorteil bezahlt AMD und letztendlich der Nutzer aber einen hohen Preis: Die beiden 8-Pin-Anschlüsse deuten auf einen merklich höheren Verbrauch von über 250 Watt hin. Genaue Informationen bezüglich der Leistungsaufnahme ließ AMD aber nicht verlauten.


Um in Anbetracht der aktuellen Marktsituation trotzdem konkurrenzfähig zu bleiben, setzt AMD die offizielle Preisempfehlung für die Vega VII bei 699 US-Dollar an, was etwa dem derzeitgen Preis der günstigsten RTX 2080-Modelle entspricht. Erhältlich sein wird die Karte ab dem 7. Februar 2019.

Für viele kam die Vorstellung der Vega VII relativ überraschend. Es wird sogar gemunkelt, ob AMD damit vielleicht nur eine Zwischenlösung bis zum Release der neuen Navi-Architektur herausbringen wollte, um das Oberklasse-Segment in der Zwischenzeit nicht vollständig in Nvidias Händen zu lassen. Erste Neuankündigungen bezüglich Navi werden aber frühestens für die zweite Jahreshälfte 2019 erwartet.


Nvidias CEO Jensen Huang verspottete AMD unterdessen dafür, eine "enttäuschende Karte mit schlechter Performance" anzukündigen, die nicht einmal Raytracing und DLSS unterstütze und diesbezüglich gegen die RTX 2080 keine Chance habe. Doch Huang könnte sein Statement später noch bereuen, schließlich hat die Vega VII zumindest auf dem Papier entscheidende Vorteile gegenüber der RTX 2080, etwa der doppelt so große und schnelle Arbeitsspeicher. Ob AMD mit seiner neuen Grafikkarte tatsächlich wieder im Oberklasse-Segment mitmischen kann, erfahren wir aber spätestens im Februar.

Auf der nächsten Seite lest hier über AMDs Ryzen 3000er-Prozessoren und den CES-Vergleich mit der Konkurrenz aus dem Hause Intel.


Inhaltsverzeichnis

  1. CES 2019: AMD kontert doppelt mit Vega 7 und Ryzen 3000
  2. Ryzen 3000 gegen Intel 9000: Mehr Leistung, weniger Verbrauch?

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