AMD Radeon VII Grafikkarte im Test

Obwohl sowohl Nvidia, als auch AMD als große Grafikkartenhersteller bekannt sind, hat AMD derzeit das Nachsehen, wenn man die tatsächlichen Marktanteile im GPU-Markt vergleicht - nicht zuletzt auch wegen der starken Leistungsdifferenzen im Oberklasse-Segment. Mit der Radeon VII will AMD zumindest der RTX 2080 aus dem grünen Lager Paroli bieten. Ob dies gelingt, zeigt unser Test.


Der Kampf Nvidia gegen AMD ist schon seit längerer Zeit einseitig: Nvidia hat technisch klar die Nase vorn und nutzt diesen Umstand auch gerne aus. Zwar konnte AMD durch den Kryptomining-Boom wieder einige Marktanteile an sich reißen, aber inzwischen ist auch dieser Trend größtenteils verflogen und Nvidia hat mit der Turing-Architektur samt neuen Raytracing-Grafikkarten ordentlich nachgelegt. Unter starkem Zugwang stellte AMD auf der diesjährigen CES in Las Vegas schließlich die Radeon VII vor, die es leistungstechnisch mit der RTX 2080 aufnehmen und dabei preislich konkurrenzfähig bleiben soll.

Zunächst einmal lohnt sich ein genauerer Blick auf die Bezeichnung der Radeon VII (VII = 7), denn wie bereits einige Fachkundige und Fans festgestellt haben, lassen sich sich daraus gleich mehrere Merkmale ablesen: Einerseits handelt es sich um die erste eigene GPU im 7nm-Fertigungsverfahren, anderseits aber auch um Vega II, also die zweite Generation der Vega-Grafikkarten. Nicht zuletzt spiegelt sich in der Bezeichnung aber auch der Release-Termin wieder, den AMD auf den 7. Februar gelegt hat.


Nach den zugegebenermaßen eher trivialen Fakten wird es nun aber ernst: Wie viel Leistung bietet die Radeon VII und kann es die GPU tatsächlich mit der RTX 2080 aufnehmen, wie von AMD versprochen? Oder kann der Pixelbeschnleuniger sogar der RTX 2080Ti das Wasser reichen?

Aus technischer Sicht muss man sich bei der Radeon VII trotz der 7nm-Architektur größtenteils mit bestehender Technik begnügen. Das zeigt sich schon daran, dass als Basis der gleiche Die dient wie bei der Vega 20, dem großen Bruder der Radeon VII, der aber eher für den professionellen Einsatz vorgesehen ist. Von der kommenden Navi-Generation ist hier noch keine Spur. Das liegt wohl schlicht daran, dass die Architektur nicht reif für den Massenmarkt ist - Neuigkeiten in dieser Hinsicht sind vermutlich erst zur Computex Mitte dieses Jahres zu erwarten.


Die technischen Daten der Radeon VII können sich aber dennoch sehen lassen: Ein Die mit 13,2 Milliarden Transistoren in 7nm-FinFET-Fertigung mit einer Fläche von 331mm² kombiniert mit stolzen 16GB HBM2-Speicher mit einer Bandbreite von 1TB/s lesen sich beeindruckend - genauso wie die hohe TDP von 300 Watt, weshalb zwei 8-Pin-Kabel für die Stromzufuhr benötigt werden. Der Takt beträgt unterdessen 1400 Mhz (Base) bis maximal 1800 Mhz (Boost).

Mit 267 x 106 x 40 mm bei einem Gewicht von knapp 1,3 Kg inklusive Backplate wirkt die Radeon VII nicht nur auf den ersten Blick kolossal. Auch das kantige Design und die drei Lüfter lassen die Karte leistungsstark aussehen. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich aber, dass die Lüfter jeweils nur neun Blätter beherbergen. Die RTX 2018 hingegen bietet 13 Blätter pro Lüfter, was sich deutlich auf die Laustärke bei Last auswirken könnte - ein kleines, aber nicht unwichtiges Detail im späteren Vergleichstest.


Bei den Anschlüssen hat AMD gegenüber Nvidia einen (bisher eher theoretischen) Nachteil: Es wird kein VirtualLink via USB C unterstützt. Ansonsten sind aber sowohl DisplayPort (3x) und HDMI (1x) vertreten, womit die Radeon VII ausreichend viele Videoanschlüsse für die meisten Anwendungsfälle bereitstellt.


Inhaltsverzeichnis

  1. AMD Radeon VII Grafikkarte im Test
  2. Testmethoden
  3. Benchmark: 3DMark
  4. Benchmark: Spiele
  5. Stromaufnahme, Temperatur und Lautstärke
  6. Fazit

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