Arctic Liquid Freezer 240 Wasserkühlung im Test

Die Arctic Liquid Freezer 240 Wasserkühlung soll euren Prozessor stets zuverlässig kühlen und dabei leise zu Werke gehen. Ob die Kompaktwasserkühlung euren Prozessor in arktische Gefilde verfrachtet und ob sie wirklich selbst unter Last eure Ohren schont, haben wir in unserem neusten Test für euch herausgefunden. 


Die Arctic Liquid Freezer 240 ist eine klassische All-in-One-Wasserkühlung. Sie setzt sich aus einer Pumpe, die auf dem Prozessor befestigt wird, sowie einem 240-mm-Radiator zusammen. Arctic verspricht eine Kühlleistung von 300 Watt TDP, wodurch die Wasserkühlung auch für sehr leistungsstarke Prozessoren geeignet ist. Sie ist mit den Intel-Sockel 2011(-3) 1150, 1151, 1155 und 1156 kompatibel sowie den AMD-Sockel AM2(+), AM3(+), FM1 und FM2(+). 

Design & Verarbeitung

Die Umverpackung der Arctic Liquid Freezer 240 lässt uns bereits etwas frösteln. Sie ist in den für den Hersteller typischen Farben Weiß und Blau gehalten. Im Lieferumfang sind neben der Wasserkühlung noch vier Lüfter, eine Kurzbedienungsanleitung, das Montagematerial für die verschiedenen Sockel sowie eine kleine Packung Wärmeleitpaste enthalten. Somit steht einem direkten Einbau der Wasserkühlung nichts mehr im Weg.

Das Gehäuse der Pumpe besteht größtenteils aus Kunststoff. Ein Teil der Oberseite ist in Klavierlackoptik gehalten und wird vom weißen Arctic-Schriftzug geschmückt. Die restliche Oberseite weist hingegen eine matte Oberfläche auf. Bei Betrachtung der Unterseite kommt die konzentrisch gefertigte Kupferplatte zum Vorschein, die die Kontaktfläche zur CPU darstellt. Der Durchmesser der Pumpe beträgt 82 Millimeter und die Bauhöhe beträgt 40 mm. Die von der Pumpe abgehenden Schläuche sind gummiert, in etwa 320 Millimeter lang und mit dem Radiator sowie der Pumpe fest verbunden. Es ist daher nicht möglich, den Kühlkreislauf zu erweitern. Ihr äußerer Schlauchdurchmesser beträgt 10,6 mm. 

Das andere Ende der Schläuche endet im 240-mm-Radiator, der rund 38 Millimeter tief ist. Er besteht aus schwarz lackiertem Aluminium und verteilt die Abwärme der Kühlflüssigkeit auf in neun Reihen angeordnete Lamellen. Pro Seite lassen sich zwei 120-mm-Lüfter an den Radiator festschrauben, deren Lüfterblätter in einem matten Weiß gehalten sind. Die Lüfter sind 25 mm tief, wodurch die Arctic Liquid Freezer 240 bei voller Lüfterbestückung auf eine Gesamttiefe von 88 Millimeter kommt. Daher eignet sie sich nicht besonders gut für Midi-Tower. Über einen PWM-Anschluss werden die Lüfter mit dem Mainboard verbunden. Dieses kann diese dann mit 500 bis 1.350 Umdrehungen pro Minuten kreisen lassen. Hinsichtlich der Verarbeitung gibt sich die Arctic Liquid Freezer 240 keine Blöße. Sowohl die Pumpe, die Schläuche und der Radiator sind einwandfrei verarbeitet.

Installation

Die Installation der Wasserkühlung ist denkbar einfach. Wir haben die Wasserkühlung auf unser Testsystem mit dem Intel LGA 1151-Sockel installiert. Im ersten Schritt wird die Backplate befestigt. Dazu wird sie ganz einfach mit den mitgelieferten Abstandsbolzen verschraubt. Anschließend wird der Montagering mittels einer Drehbewegung an der Pumpe befestigt. Der Montagering kann nun mit den Abstandbolzen verschraubt werden. Die Lüfter werden ebenfalls mit dem Radiator verschraubt. Um den Radiator am Gehäuse zu befestigen, werden die Schrauben für die oberen Lüfter durch die Montagevorrichtung des Gehäuses gesteckt und alle Einheiten miteinander verschraubt. Eine bebilderte Anleitung ist im Lieferumfang enthalten und hilft bei der Montage. 

Kühlung & Lautstärke

Letztendlich zählt bei einer Kühllösung vor allem die Kühlleistung sowie die entstehende Geräuschkulisse durch die Pumpe und die Lüfter. Um die Kühlleistung zu testen, haben wir einen Intel Core i7-6700K für mehrere Stunden mit der Software CPU Burn-in ausgelastet und den Temperaturverlauf mit der Software Core Temp ausgelesen. Die Lüfter waren über den PWM-Anschluss angeschlossen und ihre Drehzahl wurden dementsprechend vom Mainboard der CPU-Temperatur angepasst. Wir haben die Arctic Liquid Freezer 240 auf folgenden, offenen Testsystem getestet:

 

•Prozessor: Intel Core i7-6700K 4,0 GHz (Skylake), Turbo Boost aktiv, Hyperthreading aktiviert

•Mainboard: Asus Maximus VIII Extreme

•Kühler: Arctic Liquid Freezer 240

•Ram: 16 GB G.Skill Ripjaws V DDR4 2.400 MHz CL 15-15-15-35

•Systemlaufwerke: Intel SSD 750 420 GB

•Grafikkarte: MSI Radeon R9 390X

•Betriebssystem: Windows 10 Professional x64

•Netzteil: be quiet Straight Power 1.000 Watt

Die Kühlleistung der Wasserkühlung kann sich wirklich sehen lassen! 27 Grad Celsius im Leerlauf sind bereits ein guter Wert, aber vergleichsweise uninteressant. Schließlich möchten wir wissen, wie gut die Wasserkühlung unseren Prozessor bei voller Last zu kühlen vermag. Und auch hier muss sich die Arctic Liquid Freezer 240 nicht verstecken: 49°C ist ebenfalls ein sehr guter Wert. Weder die Pumpe noch die Lüfter sind uns negativ aufgefallen und haben ihre Arbeit angenehm leise verrichtet.

 

Fazit

Für rund 75 Euro bietet Arctic eine preisgünstige und trotzdem leistungsstarke und gleichzeitig leise Wasserkühlung an. Unter Volllast bleiben die Temperaturen stets im grünen Bereich und die Lautstärkeentwicklung ist gering. Die Kerndisziplinen einer Wasserkühlung beherrscht die Arctic Liquid Freezer somit schon mal. Werden alle Lüfter verbaut, wächst die Tiefe der Wasserkühlung allerdings auf stolze 88 mm an, weshalb vor dem Kauf überprüft werden sollte, ob genügend Platz vorhanden ist. Gerade im Deckel könnte es bei einigen Gehäusen Probleme geben. Hervorzuheben ist auch die leichte Montage, die dank der bebilderten Anleitung gut von der Hand geht. Einen erweiterbaren Kühlkreislauf bietet die Arctic Liquid Freezer 240 nicht an, was angesichts des geringen Kaufpreises ein verschmerzbares Manko ist.

Für die Arctic Liquid Freezer 240 sprechen die sehr gute Verarbeitung, die leichte Montage und die sehr gute Kühlleistung bei gleichzeitig geringer Lautstärkeentwicklung. All das erhält der Käufer zu einem preisgünstigen Preis von gerade einmal 75 Euro. 

Gegen die Arctic Liquid Freezer 240 sprechen die hohe Tiefe, wenn alle vier Lüfter verbaut werden sowie das Fehlen eines erweiterbaren Kühlkreislaufs. 

Letztlich können wir eine klare Kaufempfehlung für die Wasserkühlung aussprechen. Für den Preis bietet sie extrem viel und lässt lediglich Funktionen missen, die man in hochpreisigen Gefilden erwarten würde. 

 

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