Nvidia GeForce RTX 2080Ti, 2080 und 2070 vorgestellt

Wie erwartet hat Nvidia seine drei neuen Oberklasse-Grafikkarten im Vorfeld der Gamescom 2018 in Köln vorgestellt. Neben der Namensänderung ging es vor allem um Raytracing - und dafür umso weniger um die generelle Performance. Dabei hat Nvidia noch einmal kräftig an der Preisschraube gedreht und kassiert dafür jetzt schon harsche Kritik.


Lange hat sich Nvidia Zeit gelassen, nach der Pascal-Serie wieder eine neue Grafikkartengeneration zu veröffentlichen. Am 20. August 2018 war ist soweit. Die neueste GPU-Serie hört auf den Turing und bringt zunächst drei neue Modelle hervor: Das Flaggschiff RTX 2080Ti sowie die Oberklasse-GPUs RTX 2080 und RTX 2070.

Zu Beginn des Live-Events sprach Nvidias Firmenchef lange Zeit über die Entwicklung der hauseigenen Technologie und speziell die Fortschritte bei der Raytracing-Berechnung, die auch ausschlaggebend für die neue Bezeichnung RTX statt GTX ist. Die wichtigsten Daten der Karten vorab:

 

GeForce RTX 2000 Lineup
ModellRTX 2080TiRTX 2080RTX 2070
Architektur12nm TU10212nm TU10412nm TU104
CUDA-Kerne435229442304
Basistakt135015151410
Boost-Takt151517101620
Speicher11GB GDDR68GB GDDR68GB GDDR6
Speicherbus352 Bit256 Bit256 Bit
Bandbreite616GB/s448GB/s448GB/s
TDP250W215W175W
Preis999 US-Dollar699 US-Dollar499 US-Dollar

Nvidia nahm sich viel Zeit, um immer wieder die Vorzüge der neuen Turing-Grafikkarten speziell bei Raytracing-Anwendungen zu betonen, bei der die Lichtreflexionen erheblich realistischer berechnet werden als bisher üblich. Diese Technologie sei zuvor nur in Hochleistungsrechnern praktisch einsetzbar gewesen. Doch die immensen Fortschritte bei Turing sollen dies auch für Endkunden verfügbar machen. Im direkten Vergleich mit der GTX 1080Ti sei die RTX 2080Ti um ein Vielfaches schneller, wenn es um die Raytracing-Berechnung geht.

Neben einigen Tech-Demons wurden auch Spielausschnitte aus Metro: Exodus, Shadow of the Tomb Raider und Battlefield 5 vorgeführt. Alle drei Spiele werden in der fertigen Version mit Raytracing-Unterstützung daherkommen. Zudem sollen bereits erhältliche Titel über Patches nachträglich mit Raytracing umgehen können, als Beispiel wurde hier PUBG genannt.

Etwas enttäuschend war der direkte Leistungsvergleich von Turing und Pascal im allgemeinen Performance-Bereich. Stattdessen ging Nvidia fast ausschließlich auch spezialisierte Aufgabengebiete wie eben Raytracing ein. Daraus lässt sich aber kaum ableiten, wie stark die neuen 2000er-Karten in realitätsnahen Vergleichstests sind. Hier ist also Geduld gefragt, bis die ersten Reviews von der Fachpresse veröffentlicht werden.

Gegenüber der Pascal-Generation lassen sich noch weitere Merkmale ausmachen: So ist die Stromaufnahme trotz der 12nm-Fertigung vergleichweise hoch, die 2080Ti etwa benötigt gleich zwei 8Pin-Stecker, die 2080 8Pin+6Pin und die 2070 immerhin noch einmal 8Pin. Entsprechend ist auch der Referenzkühler angepasst worden und kommt im Dual-Axial-Design mit zwei Lüftern daher. Standard war bis dato viele Jahre lang ein Referenzdesign mit nur einem Radiallüfter. Außerdem ist wie bei vorherigen Founders Edition eine schwarze Backplate montiert.

Interessant ist zudem der neue VirtualLink-Stecker (VL) im USB Typ C Format, welcher speziell für VR-Headsets konzipiert wurde. Er soll die Zahl der benötigten Kabel reduzieren, da so Stromversorgung sowie Datenübertragung beziehungsweise Videoübertragung über einen kombinierten Stecker laufen. Die Oculus Rift beispielsweise benötigt jeweils einen HDMI- und einen USB-Stecker züzüglich weiterer Ports für die RoomScale-Sensoren. Die Founders Editions der 2000er-Serie besitzen neben dem VirtualLink-Stecker noch einmal HDMI und dreimal DisplayPort.

Ein großer Knackpunkt war bereits im Vorfeld die Frage, wie viel Nvidia für die neuen Grafikkarten verlangen wird. Bisher sind nur die Preise für die Founders Editions bekannt, und die haben es in sich: 1259 Euro wird für die RTX 2080Ti verlangt, 849 Euro für die 2080 und 639 Euro für die 2070. Damit hat Nvidia die Preise gegenüber den direkten Vorgängerkarten stark erhöht.

Bereits beim Wechsel von Maxwell zu Pascal wurden die Einführungspreise angehoben. Entsprechend nachvollziehbar ist der Unmut vieler Nutzer, der bereits wenige Minuten nach der Ankündigung die Runde machte. Die RTX 2080Ti beispielsweise befindet sich inzwischen in einem Bereich, der vorher noch den deutlich teureren Titan-Modellen vorenthalten war.

Die eben gennanten Preise gelten allerdings nur für die Founders Edition, für die Custom-Karten hat Nvidia günstigere Preise von 999, 799 und 499 US-Dollar in Aussicht gestellt (2080Ti, 2080 und 2070). Wie sich die Dollar-Preise in Euro ummünzen lassen, wurde aber nicht verraten. Vermutlich werden erste Karten von Partnerunternehmen preislich ähnlich teuer sein wie die jeweiligen Founders Editions.

Erhältlich sind die neuen Turing-Grafikkarten ab dem 20. September, wobei die RTX 2070 voraussichtlich etwas später erscheinen wird. Im deutschen Onlineshop wird sie sogar schon als ausverkauft angezeigt. Im Herbst diesen Jahres sollen dann die Mitteklasse-Modelle RTX / GTX 2060 und 2050(Ti) folgen. Hierzu gab es von Nvidia heute aber noch keinerlei Informationen - der Fokus lag ganz auf den neuen Oberklasse-Grafikkarten.

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