Test: Roccat Horde Aimo Gaming Tastatur im Test

Haben Rubberdome-Tastaturen im hochpreisigen Segment heute noch eine Chance? Roccat ist zumindest davon überzeugt und bietet mit der Horde Aimo ein entsprechendes Modell an, das mit einer üppigen Ausstattung samt RGB-Beleuchtung aufwarten möchte. Ob die Tastatur empfehlenswert ist, klärt unser Test.


Mit der Horde Aimo hat der deutsche Hersteller Roccat eine Rubberdome-Tastatur im Angebot, die mit vielen Features vor allem - aber nicht nur - bei Gamern punkten will. Tatsächlich ist die Nachfrage nach Rubberdome-Modellen nach wie vor gegeben. Dennoch haben es die Tastaturen mit dem Aufschwung der mechanischen Konkurrenz deutlich schwerer. Aushelfen sollen hier aber die verbesserten Membran 2.0-Tasten und Features wie die intelligente RGB-Beleuchtung, wie wir sie auch schon bei der Roccat Kone Aimo beobachten konnten. Ob das für eine Redaktionsempfehlung ausreicht, finden wir jetzt heraus.

 

Roccat Horde Aimo
ProduktseiteLink
AufbauRubberdome
LayoutQWERTZ (deutsch)
BeleuchtungJa, RGB
NummernblockJa
AnbindungKabel (USB 2.0)
HandballenauflageJa, abnehmbar
Gewicht1100g

 

Verarbeitung und Ausstattung

Bei unserem Testmuster handelt es sich um die schwarze Variante (DE), welche mit 85 Euro auch rund 15 Euro günstiger ist als das weiße und graue Modell zu je 99 Euro (Stand 08/2018). Verpackt ist die Horde Aimo in einem mittelgroßen, farbigen Karton, auf dem das Produkt und die wichtigsten Features abgedruckt sind. Im Inneren finden wir neben der Tastatur noch die optional ansteckbare Handballenauflage und die obligatorischen Papiere.

Verarbeitenstechnisch haben wir wenig auszusetzen: Die Tastatur ist äußerst stabil und die Oberfläche aus rauem Kunststoff fühlt sich dem Preis entsprechend wertig an. Dasselbe gilt für die Tasten selbst und das sehr groß geratene Lautstärkedrehrad. Der Halt auf dem Schreibtisch ist dank der großzüzigen Gummiflächen ebenfalls gut. Über die Klappfüße lässt sich die Tastatur auch aufstellen. Die Länge des Kabels ist mit 1,8m ausreichend.

Wie schon erwähnt, gibt es bei der Horde Aimo keine mechanischen Tasten, sondern die von Roccat modifizierten Membran 2.0-Schalter. Sie sollen gegenüber gewöhnlichen Membran-Tasten einen Geschwindigkeitsvorteil von 1,2 Millisekunden erreichen (7,8ms statt 9ms). Die Makrotasten reagieren laut Roccat sogar noch schneller mit nur 1,2ms, damit im Eifer des Gefechts auch ein kurzer Druck die gewünsche Reaktion folgen lässt. Der Auslösedruck beträgt unterdessen 45 Gramm und damit vergleichsweise wenig für eine Membran-Tastatur.

Neben den fünf Makrotasten links gibt es rechts oberhalb der Haupttasten noch elf weitere Media-Tasten und ein Lautstärkerad. Letzterer kann aber theoretisch für jede beliebige Funktion genutzt werden, die entsprechende Einstellung finden wir in der Einstellungssoftware Roccat Swarm.

Praxistest

Roccat bietet die Swarm-Software auf seiner Webseite zum Download an. Sie ist optisch hübsch gestaltet und listet die wichtigsten Funktionen übersichtlich auf. Von größter Bedeutung wären da die Konfiguration der einzelnen Tasten und die Einstellung der RGB-Beleuchtung. Bedingt durch den Rubberdome-Aufbau gibt es aber keine einzelne Tastenbeleuchtung, sondern nur komplette Zonen, die jeweils eingestellt werden können.

Während wir die Lichtoptionen bei der Kone Aimo noch gelobt haben, finden wir die RGB-Beleuchtung bei der Horde Aimo nicht besonders beeindruckend - das können viele Konkurrenten im gleichen Preisbereich ebenso gut oder besser. Zudem ist das dringt das Licht speziell bei Tag kaum durch, sodass man von den bunten Farben kaum noch etwas sehen kann. Eine Besonderheit ist aber immerhin die namensgebende, intelligente Aimo-Beleuchtung, welche auf Basis des Nutzungsverhaltens eine individuelle Beleuchtung ausgibt.

In unserer Praxisnutzung leistete die Tastatur auch mit Membran-Tasten eine gute Performance. Die Tasten lassen sich tatsächlich recht leicht betätigen und geben ein ausreichend präzises Feedback. Dennoch gibt es einen klaren Unterschied zu mechanischen Tastaturen, die sich beim Tippen nochmal merklich feiner verhalten. Dafür ist die Horde Aimo sehr leise, was je nach Präferenz des Anwenders ein großer Vorteil sein kann. Im Vergleich mit mechanischen Schaltern sind jene der Horde Aimo schon fast unhörbar.

Erkennt wurde die Tastatur übrigens auf Anhieb ohne Probleme. Allerdings vermissen wir eine Hub-Funktion, mit der zusätzliche Geräte wie Headset, Maus oder USB-Stick angeschlossenen werden können. Mindestens ein, optimalerweise gleich zwei USB-Anschlüsse wären hier wünschenswert gewesen.

Fazit

Für eine Rubberdome-Tastatur bietet die Roccat Horde Aimo eine überzeugende Performance und ein Feature-Set, das auch für die meisten Gamer ausreichend sein dürfte. Auch bei Design und Verarbeitung gibt es eigentlich nichts zu kritisieren. Wer es auf die RGB-Beleuchtung abgesehen hat, sollte aber beachten, dass diese nur jeweils komplette Zonen anleuchten kann.

Leider ist das Gerät mit einem Preis mit derzeit knapp 100 Euro (je nach Farbvariante, Stand 08/2018) nur bedingt zu empfehlen. Schließlich gibt es hierfür schon mechanische Tastaturen, die ebenfalls mit starken Features aufwarten. Deshalb reicht es an dieser Stelle nicht für eine Redaktionsempfehlung.

Kommentare

Noch keine Kommentare abgegeben. Sei der Erste und teile der Welt deine Meinung mit!

Zum Thread im Forum

Anzeige

Preisvergleich

Verwandte Themen