Corsair Strafe RGB MK.2

Corsair hat einigen Modellen einen neuen Anstrich verpasst, so auch der neuen Strafe RGB MK.2. Sie soll ihren Vorgänger um eine Vielzahl an Funktionen sowie Features erweitern, aber auch designtechnisch hat sich einiges geändert. Des Weiteren hat sich die Auswahl der Schalter auf MX Silent und Red begrenzt. Ob die Neuauflage nicht nur eine Verbesserung der originalen Strafe ist, sondern auch auf dem heutigen Markt überzeugen kann, klärt unser Test.


Vor rund drei Jahren hat Corsair die erste Strafe-Tastatur auf den Markt gebracht, zwischenzeitlich kam nur noch eine gleichnamige RGB-Version hinzu. Aber die Konkurrenz schläft nicht und so musste der amerikanische Hersteller mit einer neuen Version nachlegen. Die Rede ist von der neuen Strafe RGB MK.2, die erst kürzlich und zeitgleich mit der ebenfalls verbesserten K70 RGB MK.2 auf den Markt kam.

Corsair Strafe RGB MK.2
SchalterCherry MX Red / MX Silent
Abtastrate1000Hz
Keyboard-RolloverFull-Key (NKRO), 100% Anti-Ghosting
BeleuchtungRGB, Per-Key-Beleuchtung
Gewicht1,46Kg
Garantie2 Jahre Herstellergarantie
SoftwareiCUE-Unterstützung
USB-Pass-ThroughUSB-2.0 Type-A, ein Anschluss
AnschlussUSB-2.0 Type-A, Kabel geflochten
ExtrasHandballenauflage, Zusatz-Keycaps für FPS/MOBA

In diesem Test geht es aber nur um die Strafe RGB MK.2, die im Vergleich zum Vorgänger ordentlich an Ausstattung zulegen konnte. Zu den wichtigsten Neuerungen zählen unter anderem der 8MB-Onboard-Speicher, die neuen Multimedia-Tasten mit Lautstärke-Rad und die Unterstützung der neuen iCUE-Software. Ob das in Verbindung mit den Cherry MX Silent Schaltern (Optional MX Red) für eine Redaktionsempfehlung ausreicht, klären wir im Folgenden.

Lieferumfang

Kommen wir zum zunächst zum Inhalt. Geliefert wird alles in der Corsair-Typischen Schwarz-Gelben Kartonage. Beim Aufmachen findet sich zunächst die Tastatur selbst, darunter kommen die abnehmbare Handballenauflage sowie die Bedienungsanleitung und Garantiekarte zum Vorschein. Zusätzlich gibt es auch extra Tastenkappen für FPS- und MOBA-Spiele, sowie einen Kunststoff-Keypuller.

Verabeitung und Design

Wie zu erwarten gibt es auch bei der Strafe RGB MK.2 keine Überraschungen was die Verarbeitungsqualität angeht, sowie im positiven als auch im negativen Sinne. Wie von Corsair gewohnt, ist die Verarbeitung sehr gut und lässt keine Wünsche offen. Nur die Materialwahl ist nicht optimal, bereits beim ersten Modell klagten viele Käufer aufgrund des vielen Kunststoffs. Corsair geht den Wünschen der Fans mit der optisch hervorgehobenen Leiste aus gebürstetem Aluminium allerdings nur teilweise nach, Hauptträger ist nach wie vor der bekannte raue Kunststoff.

In Sachen Design hat sich im Vergleich zur originalen Strafe auf den ersten Blick nur wenig geändert, doch die kleinen Dinge machen hier den Unterschied. Das Corsair-Logo ist nun illuminiert und mittig in die eben erwähnte Aluminium-Leiste eingelassen. Außerdem finden sich auf Letzteres nun vier Rubberdome-Funktionstasten sowie das Lautstärkerad, oberhalb des Num-Pads sind ebenfalls vier Multimedia-Tasten hinzugekommen.

Auffällig ist die weiße Innenfläche, welche die RGB-Beleuchtung verstärkt und gleichzeitig für einen gewissen "Schwebe-Effekt" der Tasten sorgt. Apropos RGB-Beleuchtung, jede Taste ist einzeln beleuchtet - ausgenommen der drei Funktionstasten links oben. Hinzu kommen die zwei weißen LED-Streifen an den Seiten der Tastatur.

Zusätzlich lässt sich die mitgelieferte Handballenauflage anbringen. Die Oberseite hat aufgrund der leichten Gummierung eine gute Haptik und sieht schick aus, jedoch ist die Handballenauflage ein wenig zu kurz und macht durch das dünne Plastik einen billigen Eindruck. Außerdem ist der Mechanismus zum Anbringen recht klapperig und sieht nur so aus, als würd er gleich abbrechen. Das 1,8m lange geflochtene Anschlusskabel endet in zwei USB-Steckern und ist gut verarbeitet, allerdings ist es ein wenig zu starr und zu kurz geraten.

Der Font der Tastatur ist Corsair-Typisch und recht futuristisch, er lässt sich jedoch leicht ablesen. Weiterhin sind die Keycaps durch die matte Oberfläche recht angenehm, die Leertaste sowie die extra Keycaps haben ein gitterartiges Muster und fühlen sich sehr gut an. Insgesamt ist das Design typisch für die Korsaren und hat sich im Vergleich zum Vorgänger, abgesehen von den kleinen Änderungen, nicht großartig verändert.

Die Technik im Detail

Wie bereits erwähnt, hat sich bei der Strafe RGB MK.2 technisch einiges getan. Dabei wurden auch viele Kundenmeinungen berücksichtigt, vor allem in Bezug auf abgesonderten Multimediatasten sowie dem Lautstärkerad. Letzteres findet sich jetzt rechts auf der Tastatur, direkt daneben ein Mute-Knopf. Direkt darunter befinden sich noch die vier neu hinzugekommene Zusatztasten für die Wiedergabesteuerung. Auf der anderen Seite finden sich noch drei weitere Tasten zur Auswahl der Profile, zur Einstellung der Beleuchtungs-Helligkeit und zum Sperren der Windows-Taste.

Kommen wir zu den verbauten Schaltern, in diesem Fall sind es die bewährten MX Silent Switches des Herstellers Cherry. Die MX Silent lassen sich im Vergleich mit anderen Tastern etwa 30 Prozent leiser betätigen, daher auch der gegebene Name. Corsair bietet die Strafe RGB MK.2 auch mit MX Red Schaltern an, die haben zwar wie die MX Silent einen geschmeidigen Tastendruck, lassen sich aber gleichmäßiger klicken und sind auch etwa lauter.

Zu den Key-Specs der Cherry MX Silent gehören neben der Betätigungskraft von 45 Gramm der Auslöseweg von 1,9 mm bzw. der Gesamtweg von 3,9 mm. Sie besitzen eine lineare Schaltcharakteristik und keinen hörbaren Klick. Die Cherry MX Red bieten ebenfalls eine lineare Schaltcharakteristik und keinen hörbaren Klick, allerdings sind sie nicht extra gedämpft, was sie merkbar lauter gegenüber den MX Silent macht. Die Betätigungskraft liegt auch hier bei 45 Gramm, nur der Auslöseweg, bzw. der Gesatmweg beträgt 2,0 mm, respektive 4,0 mm.

Zu den weiteren Features gehören außerdem das Full-Key-Rollover mit 100% Anti-Ghosting. Damit erkennt das System jede gleichzeitig gedrückte Taste, egal wie viele es sind. Die Abtastrate beträgt 1000Hz und ist damit guter Standard. Das USB-Kabel endet in zwei USB-Steckern, eines ist für die Tastatur selbst, das andere für das USB-Passthrough. An der Oberseite der Tastatur findet sich damit ein extra USB-2.0-Anschluss, an dem sich beispielsweise eine Maus oder ein Headset anschließen lässt.

Technische Informationen im Überblick:

Software

Auf der diesjährigen Computex hat Corsair seine neueste Software iCUE zur Steuerung und Synchronisation von nahezu sämtlicher hauseigener Peripherie vorgestellt. Damit soll Nutzern die Möglichkeit gegeben sein, selbst den RAM, die All-in-One-Wasserkühlung sowie die Lüfter mit der Tastatur, Maus und dem Headset untereinander abzustimmen. Die Software ist moderner und aufgeräumter als die davor herrschende Corsair-Utility-Engine und bietet darüber hinaus um einiges mehr an Einstellfunktionen.

Nach der Installation der immerhin knapp 600 MB großen Software wird die Tastatur auf Anhieb erkannt. Es stehen einem standardmäßig bereits überdurchschnittlich viele Lichteffekte zur Verfügung, individuelle Beleuchtungseffekte kann man aber nach wie vor erstellen. Außerdem hat man die Möglichkeit, verschiedene Profile anzulegen und diese mit verschiedenen vorprogrammierten Makros oder Lichteffekten zu versehen. Diese Profile (bis zu drei Stück) kann man intern auf der Tastatur speichern und anschließend auch ohne iCUE-Software mittels der Profil-Taste auswählen.

Praxistest

Unser Testsample der Strafe RGB MK.2 hat Cherrys MX Silent Switches verbaut, direkt beim Ersten austesten ist die sehr geringe Lautstärke positiv aufgefallen. Als Vergleichsmodell diente uns das Cherry MX Board 5.0 mit MX Silent Schaltern, welches wir ebenfalls bei uns im Test hatten. Beide Tastaturen fühlten sich beim Schreiben nahezu identisch an, was bei gleichen Switches natürlich wenig verwundert. Allerdings sind beide Tastaturen im Gesamtpaket grundverschieden, sie sprechen ja auch ganz andere Zielgruppen an.

Das Cherry MX Board 5.0 ist eher für Vielschreiber und das Büro geeignet, die Strafe RGB MK.2 hingegen ist definitiv für Gamer gemacht. Die schnelle Profilauswahl, das Einstellen von individuellen Makros und die hübsche RGB-Beleuchtung konnten in der Praxis überzeugen. Auch die Multimediatasten sind positiv aufgefallen, vor allem das leichtgängige Lautstärkerad war ein von uns viel genutztes Feature. Hier hat nur eine gewisse Rasterung gefehlt.

Die Platzabstände zwischen den Tasten sind optimal, man konnte sich schnell an die Strafe gewöhnen. Beim Spielen haben die extra Key-Caps geholfen, durch die raue und angehobene Oberfläche konnten Fehleingaben gut vermieden werden. Negativ ist uns überwiegend die geringe Standfestigkeit aufgefallen. Auf unserem Holzschreibtisch rutschte die Tastatur nur so hin und her, hier hat Corsair definitiv noch Aufholbedarf.

In Bezug auf die Handballenauflage lässt sich nicht viel sagen, sie fühlt sich durch die softe Oberfläche gut an. Jedoch macht sie einen billigen Eindruck und ist auch ein wenig zu kurz geraten, was sie auf Dauer nicht sehr komfortabel macht. Der USB-Anschluss auf der Oberseite hingegen hat in der Praxis oft geholfen, er war der Stamm-Steckplatz für unser Headset, da er sich sehr einfach erreichen lässt. Das Sahnehäubchen wäre noch ein 3,5-mm-Klinkenanschluss gewesen, wie es beispielsweise auch das Thermaltake X1 RGB besitzt.

Fazit

Corsair hat mit der Strafe RGB MK.2 geschafft, fast jeden Kritikpunkt des Vorgängers auszumerzen. Die Multimediatasten sind jetzt in vernünftiger Anzahl vorhanden und das Lautstärkerad erwies sich in der Praxis als äußerst nützlich. Die zusätzlichen Keycaps sind ein nettes extra und ein Plus beim Spielen von FPS oder MOBA. Die verbauten MX Silent Schalter sind wie gewohnt erstklassig und vor allem ziemlich leise. Hübsch anzusehen ist insbesondere die Per-Key-Beleuchtung, die durch die weiße Innenfläche nur noch gleichmäßig reflektiert und verstärkt wird.

Allerdings stört es uns, dass Corsair bis auf die Aluminiumleiste weiterhin auf das standardmäßige raue Kunststoff setzt. Auch die Handballenauflage macht einen billigen Eindruck und ist nicht sehr stabil, geschweige denn komfortabel. Nichtsdestotrotz ist die Verarbeitung und Qualität der Tastatur vorbildlich und macht diese Kritikpunkte zum großen Teil wieder wett.

Corsair bietet die Strafe RGB MK.2 mit MX Silent Schaltern zu einem Preis von ca. 170 Euro an (Stand 10.07.2018). Die Version mit MX Red Schaltern ist derzeit nicht mehr erhältlich, sollte aber laut Hersteller ca. 160 Euro kosten (Stand 10.07.2018). Damit kostet sie genauso viel, wie auch die erste Generation der Strafe bei Markteinführung gekostet hat. Jedoch bietet Corsairs Strafe RGB MK.2 allerhand Zusatzfeatures und Verbesserungen, die sie zu einem würdigen Nachfolger machen. Aus diesem Grund gibt es auch unsere Redaktionsempfehlung.

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