Supercomputer gewinnt Jeopardy gegen echte Gegner (Update!)

Ein Computerprogramm von IBM schaffte es, in einer Sendung der beliebten amerikanischen Quizshow gegen echte menschliche Gegener zu gewinnen. Dabei waren die beiden Kontrahenten wahre Meister des Quizspiels.

Jeopardy wurde in Deutschland nie so populär wie in den USA und in vielen anderen Teilen der Welt. Die Quizshow hatte ihre Hochphase in den 90er Jahren und ist vor allem für ihr extravagantes Konzept bekannt. Denn bei Jeopardy werden die Antworten auf eine Frage vorgelesen, anschließend müssen wie Kandidaten die korrekte Frage zur Antwort formulieren.

IBM entwickelte in den letzten Jahren ein Programm namens Watson. Diese Software schaffte es nun tatsächlich, zwei ehemalige Jeopardy-Champions in einer Aufzeichnung der Sendung zu besiegen. Dabei bekommt der Computer die Fragen gleichzeitig wie die Kandidaten übermittelt. Allerdings bekommt er die Frage in Textform vorgelegt, da die Spracherkennung viel zu lange dauern würde. Nichtsdestotrotz ist es eine große Herausforderung für eine Maschine, die komplexe menschliche Sprache zu verstehen. Gerade die Tatsache, dass die Antwort gegeben ist, und eine Frage gefunden werden muss, erfordert ein immenses Verständnis von Syntax und Grammatik.

(Bildquelle: Wikipedia / Raul654)

Genau das ist schließlich auch das Ziel der Watson-Software. Sie soll menschliche Sprache so gut wie möglich verstehen. Für die Aufzeichnung der Sendung wurde das Programm auf einem IBM-Supercomputer ausgeführt. Watson ist übrigens nicht mit dem Internet verbunden. Es geht also nicht darum, möglichst schnell Google zu bedienen, sondern vielmehr darum ein riesiges Datenarchiv zu durchsuchen. Watsons wissen basiert auf ca. 100 GByte an Textdaten. Darunter u.A. die gesamte englischsprachige Wikipedia.

Bei der Recherche wendet Watson viele verschiedene Such-Algorithmen an und vergleicht deren Ergebnisse miteinander. Während der Jeopardy-Sendung sahen die Studio-Zuschauer auf einem Monitor die drei möglichen Antwortmöglichkeiten von Watson und deren "Sicherheit". Erst wenn sich Watson einer Antwort zu mehr als 90% sicher war, betätigte er den Buzzer um die Antwort per Sprachausgabe zu formulieren. Durchschnittlich benötigt Watson drei Sekunden um eine Frage zu beantworten. Damit war er ein harter Gegner für die zwei ehemaligen Jeopardy-Rekordhalter. Die Sendung wird im Februar ausgestrahlt. Bisher ist nur eine Proberunde bei den Kollegen von engadget auf Video zu finden, und diese konnte Watson deutlich für sich entscheiden.

Update (17.2.11 - 12:21 Uhr): Inzwischen wurden drei Spielrunden absolviert und an drei Abenden live im amerikanischen Fernsehen übertragen. Watson konnte dabei leicht den Gesamtsieg einfahren. Zwar lag er in der ersten Runde mit einem der beiden menschlichen Kandidaten gleich auf, in der zweiten und dritten Rund konnte er sich jedoch deutlich absetzen. Ein Mitschnitt der Sendungen ist auf YouTube verfügbar!

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Moritz Stückler

Datum:
14.01.2011 | 01:44 Uhr
Update:
17.02.2011 | 12:33 Uhr
Rubrik:
Hardware Weltgeschehen
Quelle:
Engadget
Tags:
IBM Jeopardy SuperComputer Watson

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