Pixel: Huawei lehnte Zusammenarbeit mit Google ab

Google hätte den eigenen Plänen zufolge hinsichtlich des aktuellen Top-Smartphones Pixel erneut auf Huawei vertrauen wollen. Bekannterweise ist es schlussendlich HTC geworden, da der chinesische Smartphone-Fertiger an einer neuen Partnerschaft nach dem Nexus 6P nicht interessiert sei.

Googles neue Pixel Smartphones sollen groß rauskommen - so will es zumindest der Hersteller. Aus diesem Grund positioniert das Unternehmen die eigenen Geräte an der preislichen Spitze aller Konkurrenten, was exklusiv und außergewöhnlich wirken soll. Eine weitere Neuerung betrifft die Corporate Identity der Geräte: Wo ehemals das Logo des Fertigungspartners prangte, steht nun Google selbst. Warum Huawei dem Deal nicht zugestimmt hatte war genau diese Entscheidung, so Colin Giles, Executive Vice President der Huawei Consumer Group. In China erklärte er, dass der chinesische Smartphone-Gigant sich nicht mehr als ODM-Hersteller gibt, sondern als eigene Marke präsent sein möchte. Dieses Umdenken bei den Chinesen trat for ungefähr 5 Jahren ein. Seit jeher brachte Huawei nun Geräte mit eigenem Label heraus und kehrte dem ehemaligen Ruf als White-Label-Hersteller den Rücken. 

Besonders profitiert hat von der Absage Huaweis das taiwanesische Unternehmen HTC, das seit einiger Zeit bekanntlich in einer Krise steckt. Letzterer hat Google dann die Zusage gegeben und findet sich damit ab, dass das eigene Logo - wie in den ersten Tagen -  nun nicht mehr auf dem Gerät zu sehen ist. Mit der nicht entstandenen Partnerschaft zwischen Huawei und Google soll laut Giles jedoch nicht Schluss sein: Sofern Google dem Hersteller in Zukunft die Chance gebe, sich selbst prominenter auf den Geräten zu platzieren, dann würde es vielleicht ein neues Google-Smartphone von Huawei geben. Selbstredend ist, dass die beiden Hersteller trotz der Uneinigkeit diesbezüglich weiterhin auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit bauen. Immerhin liefert Google weiterhin mit Android und dem gesammten Ökosystem die nötige Software-Basis.

Dass Huawei dem Deal nicht so einfach zugesagt hat, ist im Hinblick auf die eigene Position und der aktuellen Marktmacht des Unternehmens durchaus verständlich. Als Nummer drei der Smartphone-Hersteller will der chinesische Konzern Ende 2016 140 Millionen Geräte an den Mann bringen. Das erst kürzlich vorgestellte Mate 9 heimst durchweg Awards ein, während sich das Spitzenmodell P9 samt dem günstigeren Ableger P9 Lite bei der Käuferschaft positiv zeigen. Große Anstrengungen leistet sich Huawei insbesondere für Europa: Die verwöhnte Kundschaft soll durch aggressive Marketingmaßnahmen von Huawei mitbekommen - um nicht zuletzt das hochgesteckte Ziel von rund 430 Millionen verkauften Geräten bis 2020 zu erreichen.

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