Drohung vom StarForce-Kopierschutzhersteller

Ein Artikel des Online-Magazin "Boing Boing" über die StarForce-Kopiersperre hat den russischen Kopierschutzhersteller zu wüsten Drohungen veranlasst. StarForce-Manager Dennis Zhidkov sieht den fraglichen Artikel "voller Beleidigungen, Lügen, falschen Anschuldigungen und Gerüchten" und will darin Verstöße gegen elf internationale Gesetze erkennen. StarForce bedroht das Magazin nun mit einer Klage auch das FBI habe man bereits eingeschaltet

StarForce über Artikel wütend: Man habe FBI eingeschaltet

Das Online-Magazin Boing Boing sieht sich als "ein Verzeichnis wunderbarer Dinge" und wurde mitgegründet von Cory Doctorow, zuvor Mitglied der Electronic Frontier Foundation (EFF). Die Artikel auf Boing Boing informieren oft über Mechanismen zur digitalen Nutzungskontrolle. Die Leserschaft gibt Hinweise und Anregungen zu den Themen und trage zu kommenden Artikeln bei.

Der StarForce-Managers hatte von dem Boing Boing-Artikel über die Spiele-Kopiersperre StarForce erfahren, der ihn zu den Drohungen brachte.

StarForce integriert sich permanent als Treiber

Die StarForce-Kopiersperre wird auf zahlreichen Spiele-Titeln eingesetzt und nistet sich permanent als Gerätetreiber in das System ein. Der StarForce-Treiber würde zum Verlust von Datenpaketen führen, was Windows XP als Übertragungsfehler interpretiere und die Transferrate stetig herabsetzt. Zudem würde die StarForce-Kopiersperre nicht immer bei der Deinstallation der Software entfernt, was dauerhaft zur Beeinträchtigung Systemstabilität führe. Es tauchen immer wieder Berichte über Probleme im Zusammenhang mit der StarForce-Kopiersperre auf.

Verlust von Datenpaketen und Hardware-Schäden

Der Verlust von Datenpaketen durch die StarForce-Kopiersperre könne bis zur Reduzierung des Systems auf den 16-Bit-Kompatibilitätsmodus führen, wodurch an CD/DVD-Brennern sogar Hardware-Schäden entstehen können. Der Artikel führt weiter an, die StarForce-Treiber könnten minderprivilegiertem Code zu System-Privilegien verhelfen, was eine Hintertüre für Viren oder Trojaner öffne.

Artikel: StarForce ist unerwünschte Software = Malware

Der Artikel hat für StarForce den Begriff für eine unerwünschte Anwendung "Anti-Kopier-Malware" verwendet, womit StarForce-Manager Zhidkov eine ähnliche PR-Katastrophe befürchtet, wie es Platten-Label Sony BMG mit seinem als "Rootkit" eingestuften CD-Kopierschutz erging.

Gegen StarForce wird auch von anderer Seite zu "Boycot Starforce" aufgerufen. Es gibt auch Listen zu Star-Force-Kopierschutzsperre enthaltenden Spiele-Titeln. Auf der Seite gibt auch eine Anleitung, wie PC-Besitzer auf ihrem System eingenistete StarForce-Treiber feststellen können. Ein Tool zur Beseitigung der StarForce-Kopiersperre ist ebenfalls bereitgestellt, allerdings laufen dann die geschützen Spiele-Titel nicht mehr.

Kommentare

Starforce ist schon recht übel. Vor allem wegen Kompatibilitätsproblemen und
geblacklisteter Software. Wie du hat Deamon-Tools installiert? Dann darfst du
das Spiel nicht spielen..... Wie,du hast ne gemoddete DVD-Brenner Firmware?
Dann darfst du das Spiel auch nicht spielen.....
Dabei ist Starforce keinesfalls ein wirklich effektiver Kopierschutz. Die Bezeichnung
Malware trifft es schon recht gut. Möchte nicht wissen wieviel Leute sich ein
Starforce geschütztes Spiel gekauft haben und sich später die gecrackte Version
gezogen haben weil das Original nicht lief.
Verstehe sowieso nicht warum in den letzten Jahren so der Affe gemacht wird.
Half-Life z.B. ist in den USA ganz ohne Kopierschutz rausgekommen und es gab
an jeder Ecke des WWW ne Copy zu ziehen. Trotzdem habens sich sehr sehr
viele Leute gekauft und Valve fett gemacht. Warum wohl?
Aber IMHO lohnt es sich nicht sich über Starforce aufzuregen. Der echte Nerver
kommt noch in Form des nächsten MS OS.

geschrieben am 04.02.2006 um 06:28 Uhr

Zum Thread im Forum

Axel Groß

Datum:
01.02.2006 | 10:16 Uhr
Rubrik:
Multimedia
Quelle:
Heise.de

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