Arbeitsspeicher wird noch teurer als zunächst erwartet

Mit dem Bericht von DRAMeXchange war ohnehin klar, dass die Arbeitsspeicherpreise weiterhin steigen werden. Geschuldet wird dies der generellen Liefersituation, welche alles andere als gut aussieht. Nun kommt in dieser Sache eine weitere Nachricht: Im aktuellen Quartal soll der Durschnittspreis eines 4GB DDR4-Moduls um weitere 12,5 Prozent steigen.

Wer sich einen PC zusammenbauen wollte und den Preisvergleich bemüht hat wird unweigerlich feststellen, dass Arbeitsspeicher inzwischen beim Preis extrem zugelegt hat. Der Bericht von DRAMeXchange bestätigt entsprechende Tatsache und untermauert den Tatbestand mit Qualitätsproblemen bei der Fertigung sowie einer generell schlechten Liefersituation. Geschätzt wird daher, dass ein weiterer Preisanstieg von 12,5 Prozent auf die Kunden zukommen könnte. So soll der Durschnittspreis eines 4GB DDR4-Moduls statt ehemals 24 US-Dollar nunmehr 27 US-Dollar betragen. Komplett-PC-Hersteller sind bereits in den Verhandlungen, da bekannt ist, dass Samsung und Micron schon mit den 17- und 18nm-Verfahren beginnen. Das ist auch der Knackpunkt: Beide Fertiger haben bei der Herstellung entsprechender Flash-Produkte Probleme, da die Ausbeute nicht den Vorstellungen entspricht. Daraus resultierend ist die Liefersituation weiterhin angespannt - die Preise steigen weiter. 

Und ein Ende ist hier nicht in Sicht. Die beiden zuvor genannten Fertiger Samsung und Micron bekommen regelmäßig Probleme bei der Umstellung des Verfahrens. So hat beispielsweise Samsung bei der Verfeinerung auf unter 20nm Design-Schwierigkeiten - Module für den Einsatz in Mobilgeräten sind kaum kompatibel. Mit der hohen Ausfallrate macht ein weiteres Problem den Herstellern zu schaffen. Micron als zweites genanntes Unternehmen hat generell Schwierigkeiten und musste die Massenproduktion von 17nm-Chips verschieben. Der dritte große Player in der Industrie - SK Hynix - bleibt seinem bisher verwendeten Verfahren treu und hat demnach keine größeren Probleme aufzuweisen. Das zeigt auch, dass die Weiterentwicklung insbesondere zu feineren Fertigungsverfahren mit größeren Problemen behaftet ist.

So gibt es keine Preisentspannung in Sichtweite, dem Bericht zufolge sollen die Anschaffungskosten für RAM weiterhin ansteigen. Insgesamt wird eine Steigerung von 10 bis 15 Prozent im zweiten Quartal 2017 erwartet. Das trifft sowohl auf herkömmlichen PC DRAM, als auch auf Server-RAM zu. Mit einem Plus von 5 Prozent kommen SODIMM-Module für Notebooks mit einer geringeren Preissteigerung daher. 
Dass Lieferschwierigkeiten und Umsatz der Unternehmen nicht unbedingt korrelieren müssen zeigt das Umsatzplus von 18,2 Prozent im letzten Quartal des Jahres 2016. 

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