Test: Samsung Galaxy Book 12 LTE im Test

Galaxy Book heißt Samsungs neueste Geräteserie der Hybrid-Klasse. Das Konzept ist ähnlich wie beim Surface: Ein leistungsfähiges Tablet, welches optional mit einem Tastaturdock und Stylus genutzt werden kann und somit auch für professionelle Anwendungen gewappnet ist. Was das Galaxy Book 12 in unserem Test gut macht und was nicht, zeigen wir euch hier.


Es ist schon eine Weile her, seitdem Samsung erstmals den Markt für Hybrid-Geräte betrat, entsprechend kann der Hersteller hier einiges an Erfahrung aufweisen, welche in das neue Gerät Galaxy Book 12 geflossen ist. Doch der Markt für hochwertige 2-in-1-Geräte ist heiß umkämpft, als perfekter Konkurrent lässt sich beispielsweise das Microsoft Surface Pro nennen. Aber auch das iPad Pro, ebenfalls mit Stylus-Support, könnte für viele Interessierte als Gegenspieler herhalten.

Preislich ist das Galaxy Book klar als Premium-Gerät einzuordnen. Los geht es bei rund 1100 Euro für die Basisversion mit 128GB Speicher und Wifi-Only. Das Topmodell, welches uns zur Verfügung steht, ist mit 256GB Speicher bestückt und funkt über LTE, es kostet rund 1500 Euro. Wirklich günstig ist das definitiv nicht, aber immerhin legt man - im Gegensatzu zu vielen Konkurrenten - standardmäßig ein Tastatur-Cover und einen S-Pen dabei, und zwar ohne Aufpreis. Nichtsdestotrotz haben wir in Anbetracht des Preieses hohe Erwartungen. Ob diese erfüllt werden, finden wir im Folgenden heraus.

Design und Verarbeitung

Das Design des 7,4 Millimeter dicken Tablets kann man als Samsung-typisch bezeichnen, es ähnelt auch dem vieler Android-Tablets, die in der Vergangenheit verkauft wurden und auch heute noch verkauft werden. Besonders auffällig ist es nicht, dafür aber dezent - abgesehen vom unschönen Samsung-Schriftzug auf der Unterseite, der bezüglich des Designs eher störend wirkt. Verzichten wollte Samsung auf diesen wohl nicht, damit das Gerät nicht mit den vielen "namenlosen" China-Geräten verwechselt wird. Würde man das Design auf die Smartphone-Welt adaptieren, entspräche das Galaxy Book vermutlich nicht dem Topmodell wie dem Galaxy S8, sondern eher einem Galaxy A5 2016.

Verarbeitungstechnisch kann das Galaxy Book vollends überzeugen. Es besteht abgesehen von der Vorderseite nahezu vollständig aus Metall und ist sehr verwindungssteif. Knarzer gibt es keine, auch unschöne Spalte sucht man vergebens. Der Vorteil der Metall-Oberfläche zeigt sich vor allem bei Last: Das Gerät erzeugt bei Belastung recht hohe Abwärme, die dann zur besseren Kühlung an die Rückseite abgegeben wird. Mit 754 Gramm fällt das Gewicht trotz Metall-Gehäuse noch recht moderat aus.

Die Technik im Detail

Zunächst zu den allgemeinen technischen Daten: Das Galaxy Book 12 verfügt in unserem Falle über ein 12 Zoll großes Super-AMOLED-Display mit 2560 x 1440 Pixeln, wodurch sich eine Pixeldichte von 245 ppi ergibt. Für Berechnungen ist der Core i5 7200U (Kaby Lake) mit einer Taktrate von 2,5 Gigahertz (3,1 Ghz im Turbo) zuständig, welcher von der internen GPU Intel HD 620 und 8GB Arbeitsspeicher flankiert wird. Als Betriebssystem ist Windows 10 Professional vorinstalliert.

 

CPUIntel i5 7200U
GPUIntel HD 620
RAM8GB DDR3L
Speicher256GB SSD
Display12" (2160 x 1440)
Wlan802.11ac
NahfunkBluetooth 4.1
MobilfunkLTE
PositionsbestimmungGPS/GLONASS
Akkukapazität39Wh
Gewicht754g
Abmessungen291x200x7,4mm
SpeichererweiterungmicroSD
Frontkamera5MP
Hauptkamera13MP
SystemWindows 10 Pro

 

Ein wichtiger Sidekick des Galaxy Book 12 ist die ansteckbare Schutzhülle, welche gleich zwei wichtige Funktionen erfüllt. Einerseits dient die Rückseite zum Aufstellen des Tablets, beispielsweise auf einem Tisch. Anderseits ist hier die physische Tastatur integriert. Letztere ist erwartungsgemäß sehr flach und damit recht kurz, was den Hubweg betrifft. Dafür ist das Tippgefühl aber knackig und präzise, das Layout generell ist ebenfalls sehr gut gewählt.

Auf der Innenseite sind die verschiedenen Positionen abgebildet, in denen sich das Tablet abstützen lässt. Das Aufstellen mithilfe des Covers geht leicht von der Hand, zeigt aber auch den Nachteil dieses Systems auf. Im Gegensatz etwa zum Surface, wo sich die Halterung im Gerät selbst befindet, wird beim Galaxy Book zwingend die Schutzhülle zum Aufstellen benötigt. Abseits davon: Uns ist immer wieder ein stechender, chemischer Geruch bei der Nutzung des Covers aufgefallen.

Die zweite Besonderheit ist der S-Pen, den man auch schon aus vielen anderen Geräten wie dem Galaxy Note kennt. Hinzu kommen noch einige spezielle Samsung-typische Anwendungen, in denen der Stylus zum Einsatz kommt, beispielsweise die Notizen-App. Vorteilhaft ist prinzipiell, dass der Stift passiv arbeitet und damit keinen Strom für den Betrieb benötigt. Er reagiert darüber hinaus sehr präzise und erlaubt genaue Eingaben - unterschieden werden zwischen 4096 unterschiedlichen Druckstufen.

Grundsätzlich sind Kameras bei Tablets oder Notebooks eher nebensächlich, doch mit der 13MP-Kamera schafft das Galaxy Book 12 recht passable Bilder. Videos werden unterdessen in FullHD mit 30 FPS aufgenommen. Auf der Vorderseite bietet das Gerät abgesehen von der Frontcam mit 5MP keine weiteren Sensoren. Zumindest ein Fingerscanner oder ein Windows Hello-kompatibler Sensor wären bei dem Preisschild mehr als willkommen gewesen, vor allem wenn das Gerät für geschäftliche Zwecke genutzt wird.

An Anschlüssen wird seitens Samsung nur das allernötigste geboten. Zweimal USB 3.1 Typ C sind prinzipiell keine schlechte Wahl, jedoch unterstützen beide Ports kein Thunderbolt 3. Auch den geläufigen Typ A-Standard sucht man vergebens. Selbst Adapter hierfür liegen nicht bei, weshalb man sich als Käufer selbst um dessen Anschaffung kümmern muss. Zudem wäre es schöner gewesen, wenn Samsung die Ports auf beide Seiten verteilt hätte, anstatt diese direkt nebeneinander zu platzieren. Immerhin gibt es einen 3,5mm-Port, microSD-Einschub und je nach Version noch einen Simslot für die LTE-Funktion. Ein Pluspunkt ist außerdem der klare und laute Lautsprecher auf der rechten Seite.

Praxistest

Bei mobilen Lifestyle- und auch Arbeitsgeräten stehen meist nicht die rohen Leistungswerte im Vordergrund. Eher geht es um die Frage, wie sich das Gerät im Alltag behaupten kann und welche Usability hier zu erwarten ist. Dennoch haben wir zum Vergleich mit PCMark 10 und CrystalDiskMark zwei praxisrelevante Benchmarks gewählt, mit denen die Performance des Testgeräts objektiv dargestellt werden kann.

Im PCMark 10 erreichte das Galaxy Book 12 im Akkubetrieb 3071 Punkte und im Netzbetrieb 3182 Punkte - die Leistungsdifferenz ist hier also relativ gering. Auch beim CrystalDiskMark sind die Messwerte bei angeschlossenem Stromkabel tendenziell besser, in der Praxis wird man aber natürlich kaum einen Unterschied spüren. Auch entsprechen die Ergebnisse ziemlich genau dem, was Samsung als Spezifikation veröffentlicht hat: Maximal 540 MB/s beim Lesen und 520MB/s beim Lesen. Besonders schnell ist das zwar nicht, reicht zum zügigen Arbeiten auf einem Mobilgerät aber aus. 

Als mobiler Begleiter tut sich das Galaxy Book prinzipiell gut. Es ist recht leicht und kompakt und kann dank potenter Hardware ein zügiges Arbeitstempo gewährleisten. Sich mit der Hülle anzufreunden, viel uns aber schwer: Sie macht das Gerät deutlich klobiger und wird zwingend benötigt, wenn man unterwegs halbwegs produktiv arbeiten möchte. Die Klapppositionen sind aber fest vorgegeben und der Anstellwinkel recht knapp bemessen, weshalb sich das Arbeiten auf dem Schoß als recht kompliziert gestalteen kann. Letzteres Problem gibt es aber häufig bei Hybrid-Geräten. Positiv aufgefallen ist aber die Hintergrundbeleuchtung der Dock-Tastatur.

Wie häufig man den S-Pen verwendet, kommt vermutlich auf den Nutzer selbst an. Fakt ist aber, dass er sei präzise arbeitet und mit den zusätzlichen Tools von Samsung auch sinnvoll eingesetzt werden kann. Nicht ganz so gefallen haben uns aber die Makel bei der Software. Beim Testen hatten wir beispielsweise das Problem, dass sich der Bildschirm (ohne vorherige Änderung der Einstellungen) nach jeder Berührung ausgeschaltet hat  - erst ein Werksreset hatte das Problem behoben. Auch dass der Tabletnutzung die Tastatur beim Antippen eines Eingabefeldes nicht immer die Tastaur erscheint, kann nervig sein. Als Windows-Nutzer kann man solche Probleme mit etwas Geduld meist selbst lösen, aber Out-of-the-Box laufen Geräte wie das iPad Pro eben deutlich intuitiver.

Der Stromspeicher im Galaxy Book verfügt über eine Nennkapazität von 39 Wattstunden. Das soll für rund 10,5 Stunden ausreichen, wenn es nach den offiziellen Angaben von Samsung geht. Ganz so viel ist es in der Praxis nicht, jedoch sind 7-8 Stunden durchaus realistisch - ausschlaggebend ist vor allem die Displayhelligkeit. Bei geringster Helligkeit kamen wir im Test sogar auf mehr als 10,5 Stunden, allerdings nur bei gelegenentlicher Nutzung des Geräts und überwiegendem Idle-Betrieb.

Fazit

Samsung bietet mit dem Galaxy Book 12 ein sehr sauber verarbeitetes und schnelles Hybrid-Gerät an, welches überdies mit standardmäßig beigelegtem Extra-Zubehör daherkommt. Außerdem besitzt es eines der besten Displays unter den Convertibles - das AMOLED-Panel im 2:1-Format ist messerscharf und brilliert bei der Farbwiedergabe. Als mobiles Arbeitsgerät ist es daher ebenso geeignet wie für den Einsatz im privaten Umfeld.

Allerdings hat sich Samsung Patzer geleistet, die in Anbetracht des hohen Preises nicht tolerierbar sind. Da wäre zum einen die nicht ganz ausreichende Bestückung an Anschlüssen sowie das fehlende Thunderbolt 3 und eine nur mittelmäßige Speichergeschwindigkeit. Auch fehlt dem Tablet das Gewisse Extra - das Design ist nicht das beste und die Kombination aus Hardware/Software eben gut, aber nicht herausragend.

Das Galaxy Book mit 128GB / 4GB kostet derzeit 1130 Euro. Das Topmodell mit 256GB / 8GB ist für 1360 Euro zu haben, mit LTE-Funktionalität sind es 1510 Euro (Stand 10/2017).

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