Test: ASUS Zenfone 4 im Test

ASUS ist bekannt dafür, bei der Ankündigung einer ZenFone-Generation gleich mehrere Modelle auf den Markt zu bringen. Das ZenFone 4 ist im Gegensatz zur Pro-Version aber nur in der Mittelklasse angesiedelt. Dass Leistung nicht alles ist, weiß ASUS dabei: Überzeugen soll das Zenfone daher mit einer hochwertigen Verarbeitung und einer ausgeklügelten Benutzeroberfläche.


Die Zeiten, in denen nur absolute Topmodelle mit hochwertigen Materialien aufwarten konnten, sind längst vorbei. Selbst Mittelklasse-Smartphones setzen auf edles Glas und/oder robustes Metall. Einfachen Kunststoff findet man hingegen kaum noch - so auch beim Zenfone 4, welches im Herbst letzten Jahres erstmals präsentiert wurde. Mit knapp 500 Euro ist es kein Schnäppchen und dürfte gerade noch so als Midranger durchgehen - doch entschädigen will das Modell mit solider Hardware, einer Weitwinkel-Dualkamera und einer Dualsim-Funktion. Außerdem optimierte ASUS nach eigenen Angaben auch die ZenUI, um das beste aus dem Gerät heraus zu holen. Ob das gelingt, zeigen wir in den nächsten Zeilen.

Im Review: Das ASUS Zenfone 4

Lieferumfang

  • ASUS Zenfone 4
  • Silikon-Schutzhülle
  • USB-C Ladekabel
  • Netzstecker
  • Kopfhörer
  • Bedienanleitung

Design und Verarbeitung

Im Gegensatz zum brandneuen Zenfone 5 setzt ASUS beim Zenfone 4 noch auf ein klassisches 16:9-Format. Dementsprechend wird das Display vor allem oben und unten von großen Rändern umzogen. Unterhalb des Panels sitzt auch der druckempfindliche Touch-Button, in den der Fingerscanner eingebettet ist. Jeweils rechts und links daneben liegen die beiden Touch-Navigationstasten.

Das Design lässt schnell eine gewisse Ähnlichkeit zum Huawei P10 und HTC U11 aufkommen - beide waren zum Launchzeitpunkt aber Flaggschiffe, die entsprechend mehr gekostet haben. Auch den Metallrahmen - im Falle des Zenfone schwarz-matt - findet man bei der Konkurrenz. Hervorheben kann sich ASUS aber durch ein nettes Extra: Eine transparente Silikon-Schützhülle, die dem Lieferumfang beiliegt.

Zwar sind die Abmessungen mit 155,4 x 75,2 x 7,5 Millimetern nicht sonderlich kompakt, jedoch sitzt das Zenfone 4 trotz des 5,5 Zoll großen Bildschirms angenehm in der Hand. Auch gemessen an der Wertigkeit kann das Zenfone überzeugen: Es ist beidseitig von Glas umhüllt, wobei die Rückseite leicht metallisch glänzt - das sieht sehr hübsch aus. Unterdessen ragt die Dual-Kamera erfreulicherweise nicht aus dem Gehäuse heraus, sondern schließt bündig mit der Oberfläche ab. Die berüchtigte Anfälligkeit gegenüber Fingerabdrücken der Glasoberflächen bleibt aber auch hier bestehen.

Positiv hat uns die Platzierung des Power-Buttons gefallen, den wir beim Halten mit der rechten Hand immer perfekt erreichen konnten. Auch nett ist der 3,5mm-Port auf der Unterseite, auf den immer mehr neue Modelle verzichten. Ansonsten gibt es rechts oben die Lautstärkewippe und den USB-C-Port direkt unter dem Display.

Die Technik im Detail

Die technischen Spezifikationen des Zenfone 4 lesen sich wie bei einem typischen Mittel- bis Oberklassemodell: Snapdragon 630, 4GB RAM, 64GB und ein mit 1920 x 1080 Pixeln auflösendes IPS-Display, das dem 16:9-Format entspricht. Der Bildschirm kann mit einer ordentlichen Helligkeit und guter Blickwinkelstabilität punkten, besonders pralle Farben bietet er aber nicht.

Als System-Software setzt ASUS zum Zeitpunkt unseres Tests auf Android 7.1.1, beschmückt seine Geräte aber wie immer noch mit der ZenUI, in diesem Fall als Version 4.0. Damit wirkt das System aufgeräumt und schick, was auch daran liegt, dass ASUS seine UI nur unwesentlich vom Stock-Android abwandelt. Das ist in jedem Fall besser, als das Gerät mit aufwendigen und teils unnötigen Zusatzfunktionen zu überladen.

Der Snapdragon 630 aus dem Hause Qualcomm ist ein Octacore-Prozessor mit einer Taktrate von maximal 2,2 Gigahertz. Er sorgt zusammen mit der ZenUI für eine hübsche und flotte Darstellung, jedoch zeigten sich an einigen Stellen auch gelegentlich unschöne Ruckler. Ansonsten gab es beim Ausführen unserer Anwendungen aber keine Probleme, auch 3D-Games liefen soweit immer flüssig. Mit dem Allrounder-Benchmark Antutu kommen wir beim Zenfone 4 auf eine Punktzahl von 87369 (Mittelwert aus drei Durchläufen).

Der Startbildschirm (links) und App Drawer (rechts) im Werkszustand

Apropos Spiele: ASUS hat in das Zenfone den sogenannten Game Genie integriert, welcher eine Optimierung der Spieleleistung sowie weitere Features wie eine Aufnahme- und Streamingmöglichkeit verspricht. Von einer Optimierung spürten wir zwar nicht viel, doch die zusätzlichen Funktionen sind nette Extras für eingefleischte Mobile-Gamer.

Beim Speicher gibt es ordentliche 64 Gigabyte, von denen für den Nutzer rund 50 Gigabyte zur Verfügung stehen - erweiterbar via microSD. Der Akku fasst indes 3300 mAh mit Unterstützung für Quickcharge 3.0. Der Strom reichte in unserem Test für durchschnittliche Laufzeiten von 1 bis 1,5 Tage. Dafür mussten wir uns bei der Displayhelligkeit aber mit rund 50 Prozent begnügen, denn bei voller Helligkeit saugt das Panel deutlich am Stromspeicher und verringert entsprechend die Laufzeit.

An Verbindungsmöglichkeiten gibt es Wlan (inkl. n/ac), Bluetooth 5 und LTE (max. 600 Mbit/s). Interessant ist auch die Dual-Sim-Funktionalität, wobei dann aber keine microSD-Karte eingesetzt werden kann, da der zweite Hybrid-Steckplatz dann von der nanoSIM besetzt ist.

Kamera

Vorderseitig gibt es beim Zefone 4 eine eher unspektakuläre 8MP-Kamera, die für schnelle Selfies eine mehr als ausreichende Qualität bietet. Rückseitig hingegen verbirgt sich eine Dual-Kamera mit f/1.8-Blende und zwei Sensoren, die jeweils beide von Sony geliefert werden. Erstere löst mit 12MP bei einem Sichtfeld von 83 Grad auf, die zweite mit 8MP bei 120 Grad. Neben dem daraus resultierenden Weitwinkel-Kameramodus bietet das Zenfone noch einen optischen und digitalen Bildstabilisator.

Oben mit normalem Winkel, unten im Weitwinkelformat

Insgesamt kann uns das Zenfone mit seinem Kamera-Setup überzeugen. Im Vergleich mit unserem Referenzmodell Pixel 2 wirken die Farben zwar etwas blasser, insgesamt bietet das Zenfone aber mit schönen, recht detailreichen Aufnahmen bei Tag. Besonders die Hauptlinse sorgt für scharfe und realistische Aufnahmen. Deutlich schlechter wirken die Aufnahmen jedoch im Weitwinkelmodus, wenn die zweite (und schlechtere) Kamera hinzugezogen wird - das klar schwächere Glied des Kameragespanns.

Das zunehmende Bildrauschen bei Dunkelheit nehmen wir dem Zenfone aber weniger übel, denn davor sind selbst die Topmodelle wie das Pixel 2 nicht gefeit. Videos können übrigens in 4K aufgenommen werden, allerdings mit maximal 30 Bildern pro Sekunde.

Fazit

Das Zenfone 4 kann sich im Test scheinbar nur von seiner guten Seite zeigen: Das Gerät ist sehr gut verarbeitet und liegt trotz des 5,5 Zoll großen Displays angenehm in der Hand. Darüber hinaus ist die Speicher- und Akkukapazität angemessen und das Kamera-Setup ordentlich. Wäre da nicht ein Problem: Das Zenfone 4 kostet rund 470 Euro. Das ist einfach zu teuer, zumal ASUS mit dem Zenfone 5 seit dem MWC 2018 ohnehin eine bessere Alternative anbietet, die obendrein noch weniger kostet. Sollte der Preis des Vorgängers demnächst unter 300 Euro sinken, sehen wir darin aber immer noch ein lohnenswertes Mittelklasse-Smartphone.

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