Feature: Samsung Galaxy S2 trifft auf Android 4.0
Lange von Samsung angekündigt, wurde nun das Android-Update auf die Version 4.0 alias Ice Cream Sandwich für das Galaxy S2 ausgeliefert. Mittlerweile dürften eine Vielzahl von Geräten mit der neuen Aktualisierung ausgestattet sein. Doch welche Verbesserungen Android 4.0.3 mit sich bringt und wie sich die Performance sowie der Akkuverbrauch des Samsung-Smartphones ändert, ist vielen Anwendern unbekannt. Deshalb haben wir das Galaxy S2 vor und nach dem Update durch einen umfangreichen Benchmark-Parcours geschickt.
Bereits Ende des letzten Jahres kündigte Samsung an, dass zu dieser Zeit aktuelle Flaggschiff in Form des Galaxy S2 mit der neusten Android-Version zu versorgen. Ice Cream Sandwich sollte dann für die entsprechenden Geräte im ersten Quartal 2012 verfügbar werden. Doch vorher entschloss sich das südkoreanische Unternehmen, das bestehende Betriebssystem auf die Version 2.3.6 zu aktualisieren. Kurz nach der Veröffentlichung dieses Updates, zog Samsung selbiges auch sofort wieder zurück. Der Grund dafür lag in den zahlreichen Problemen, die diese OS-Variante mit sich brachte. Die hohe Instabilität sorgte für zahlreiche Abstürze und Freezes des Galaxy S2.

Voller Hoffnung auf ein baldiges Update der Version 4.0, enttäuschte der Hersteller die Besitzer und Käufer des Smartphones mit der Nachricht, dass sich Ice Cream Sandwich noch etwas verzögern würde. Mittlerweile jedoch, können die Kunden von Vodafone, T-Mobile und O² ihre Geräte mit der jüngsten Aktualisierung bespielen. Auch das 4.0-Upgrade für Käufer des Galaxy S2 ohne Provider-Branding ist bereits verfügbar.
Das Update durchführen
Android 4.0.3 kann nur über die KIES-Software von Samsung auf das Galaxy S2 gespielt werden. Dazu muss das Gerät mit dem entsprechenden USB-Kabel an den PC angeschlossen und das Programm gestartet werden. Danach gilt es, die angezeigten Schritte von KIES zu befolgen. Vorher allerdings, sollte eine Sicherung der Daten stattfinden. Zudem ist es ratsam, den Akku vor dem Update aufzuladen, um keine plötzliche Abschaltung zu riskieren. Nachdem dem der Aktualisierungsvorgang ohne Fehler abgeschlossen wurde, richtet sich Android automatisch neu ein, optimiert die Apps und Synchronisiert vorhandene Daten.
Die Neuerungen
Ice Cream Sandwich bringt eine Vielzahl kleiner und vor allem optische Änderungen mit sich. Gleich zu Anfang erkennt der Nutzer auf dem Sperrbildschirm, dass dieser nun nicht mehr einfach weggewischt, sondern durch ein Schloss-Symbol deaktiviert wird. Aufgrund der von Samsung unveränderten TouchWiz-Oberfläche fallen auf den ersten Blick im Menü oder auf dem Start-Screen nur marginale Unterschiede auf. So wurden beispielsweise die Menüpunkte optisch etwas vereinfacht und werden nun in Listenform dargestellt. Außerdem fällt unter dem Dock-Icon "Telefon" der Reiter "Kontakte" weg und muss nun separat aufgerufen werden. Dabei änderte Google gleich die gesamte Darstellung der Kontakte-Ansicht ab, wodurch diese nun übersichtlicher angezeigt wird.
Ebenso bringt Ice Cream Sandwich im Bereich der Texteingabe neue Details mit sich: Nicht nur, dass die Swipe-Software in einer neuen Revision vorliegt, auch das Umschalten zur Standard-Eingabemethode erfolgt nun über die Benachrichtigungsleiste. Zusätzlich ist das bearbeiten von Texten etwas komfortabler geworden. Langes Drücken auf den Touch-Screen entfällt, weil die nötigen Optionen direkt in einer Leiste angezeigt werden.
Eine weitere wichtige Neuerungen ist die Einsicht in das Verbrauchte Datenvolumen. Das Kontroll-Tool bietet nicht nur die Überwachungsmöglichkeit des verbrauchten Traffics, es lässt sich auch ein Limit bestimmen, das der Nutzer individuell an seinen vorhandenen Vertrag anpassen kann. Damit erfolgt eine Warnung beim Erreichen des maximalen Datenvolumens.
Google ändert den Task-Manager ebenfalls ab. Kürzlich verwendete Apps werden darin angezeigt und können einfach zur Seite weggeschoben und damit geschlossen werden. Der Standard-Manager von Samungs ist trotzdem weiterhin über eine integrierte Schaltfläche erreichbar. Face-Lock erhält mit Android 4.0 Einzug in das Galaxy S2, wodurch das Smartphone nun per Scan des Gesichts entsperrt werden kann. Andere solcher Sicherheitsoptionen stehen natürlich ebenfalls zur Verfügung. Der Launcher beinhaltet dank Android 4.0 jetzt eine Möglichkeit zum direkten Neustarten des Gerätes. Umständliches Herunter- und Hochfahren entfällt somit.
Performance-Check
Um zu Überprüfen, wie sich das Android-Update auf die Performance des Galaxy S2 auswirkt, haben wir zahlreiche Benchmarks zu Hilfe genommen, die auf das Google-OS zugeschnitten sind. Zum Einsatz kommen neben Quadrant und Antutu auch der CF-Bench, Nenamark 2, Sunspider sowie Rightmarks Browsermark. Letztere Applikation dient - wie der Name bereits andeutet - zur Einschätzung der Browserperformance, welche anhand von typischen Webgrafiken und -Dateien berechnet wird. Sunspider hingegen testet die Javascript-Leistung. Alle weiteren Benchmarks geben Aufschluss über die gesamte Performance der Hardware sowie einzelner Bestandteile.
Alle Tests wurden dreimal durchlaufen und die Ergebnisse gemittelt. So können wir im Folgenden relativ genaue Vergleichswerte ausgeben:
Quadrant v2.0
| Android 2.3.5 | Android 4.0.3 | Performance-Unterschied | |
|---|---|---|---|
| Total | 3.368 Punkte | 4.078 Punkte | + 21,1 Prozent |
| CPU | 4.806 Punkte | 5.435 Punkte | + 13,1 Prozent |
| Mem | 3.877 Punkte | 3.863 Punkte | - 0,4 Prozent |
| I/O | 5.209 Punkte | 8.419 Punkte | + 61,6 Prozent |
| 2D | 993 Punkte | 553 Punkte | - 44,3 Prozent |
| 3D | 1.954 Punkte | 2.120 Punkte | + 8,5 Prozent |
Antutu v2.7.3
| Android 2.3.5 | Android 4.0.3 | Performance-Unterschied | |
|---|---|---|---|
| Total | 5.907 Punkte | 6.249 Punkte | + 5,8 Prozent |
| CPU integer | 1.693 Punkte | 1.693 Punkte | +/- 0 Prozent |
| CPU float-point | 1.336 Punkte | 1.297 Punkte | - 2,9 Prozent |
| RAM | 890 Punkte | 1.062 Punkte | + 19,3 Prozent |
| 2D | 156 Punkte | 297 Punkte | + 90,4 Prozent |
| 3D | 1.233 Punkte | 1.207 Punkte | - 2,1 Prozent |
| Database IO | 323 Punkte | 418 Punkte | + 29,4 Prozent |
CF-Bench 1.1
| Android 2.3.5 | Android 4.0.3 | Performance-Unterschied | |
|---|---|---|---|
| Native Score | 11.260 Punkte | 11.220 Punkte | - 0,4 Prozent |
| Java Score | 3.125 Punkte | 3.482 Punkte | + 11,4 Prozent |
| Overall Score | 6.380 Punkte | 6.577 Punkte | + 3,1 Prozent |
Smartbench 2011
| Android 2.3.5 | Android 4.0.3 | Performance-Unterschied | |
|---|---|---|---|
| Productivity Index | 3.994 Punkte | 3.984 Punkte | - 0,3 Prozent |
| Games Index | 2.269 Punkte | 2.843 Punkte | + 25,3 Prozent |
Smartbench 2012
| Android 2.3.5 | Android 4.0.3 | Performance-Unterschied | |
|---|---|---|---|
| Productivity Index | 2.736 Punkte | 2.627 Punkte | - 0,3 Prozent |
| Games Index | 1.518 Punkte | 1.886 Punkte | + 24,2 Prozent |
Linpack for Android v.1.2.8
| Android 2.3.5 | Android 4.0.3 | Performance-Unterschied | |
|---|---|---|---|
| Single Thread | 56,836 MFLOPS | 48,097 MFLOPS | - 18,3 Prozent |
| Multi Thread | 92,572 MFLOPS | 80,356 MFLOPS | - 13,2 Prozent |
Sonstige Benchmarks
| Android 2.3.5 | Android 4.0.3 | Performance-Unterschied | |
|---|---|---|---|
| Nenamark 2 | 51,9 fps | 49,9 fps | - 3,9 Prozent |
| Browsermark | 51.552 Punkte | 102.494 Punkte | + 98,8 Prozent |
| Sunspider 0.9.1 | 3275,3 ms | 1828,1 ms | + 79,2 Prozent |
Wie die Benchmarks verdeutlichen, entlockt Ice Cream Sandwich dem Galaxy S2 noch einige Kraftreserven. Obwohl Antutu sowie Quadrant gerade bei der 2D-Leistung, zwei deutlich unterschiedliche Endergebnisse ausgeben und auch die mit Linpack ermittelten Werte etwas niedriger als mit der vorherigen Android-Version ausfallen, profitiert das Samsung Smartphone doch sehr deutlich von dem ICS-Update. Im Durchschnitt steigt die Performance um knapp 11 Prozent an. Lässt man jedoch die negativen Werte außer Acht, ist der durchschnittliche Leistungszuwachs mit knapp 28 Prozent zu nennen.
Doch die größte Überraschung stellt wohl die deutlich höhere Browser-Performance dar: Die mit Browsermark und Sunspider ermittelten Ergebnisse liegen gemittelt, um knapp 89 Prozent höher als bei Android 2.3.5. Somit konnte Google die Browser-Leistung fast verdoppeln. Subjektiv betrachtet, wirkt das Arbeiten im Internet und das Surfen in selbigen deutlich flüssiger.
Akkulaufzeit
Wer jetzt vermutet, dass Samsung die höhere Performance des Galaxy S2 samt Android 4.0.3 durch einen gesteigerten Akkuverbrauch erkauft, der irrt. In unserem Test belasteten wir das Smartphone nach allen Benchmarks noch einmal mit knapp 45 Minuten Film und 30 Minuten Surfen. Danach musste das Gerät noch exakt vier Stunden im Idle-Betrieb verharren. Mit Android 2.3.5 sank die Akkulaufzeit auf vier Prozent Restkapazität. Ice Cream Sandwich hingegen, ging etwas sparsamer zu Werke und hinterließ nach unserer Test-Prozedur noch 25 Prozent an elektrischer Leistung im Akku. So spart das Galaxy S2 im aktualisierten Zustand zirka 20 bis 25 Prozent Strom.
Fazit
Das Update auf Android 4.0 alias Ice Cream Sandwich sollte jeder Besitzer eines Galaxy S2 (Modellnummer I9100) in Anspruch nehmen beziehungsweise durchführen. Nicht nur, dass die Leistung des Geräts gegenüber der Gingerbread-Variante deutlich gesteigert werden konnte, auch der Akkuverbrauch sinkt mit der neusten Android-Version im zweistelligen Bereich. Doch gerade das Surfen gestaltet sich auf dem Samsung-Smartphone mit Ice Cream Sandwich mess- und vor allem spürbar angenehmer. Neben der gesteigerten Performance, wartet Android 4.0.3 mit zahlreichen Verbesserungen auf, obwohl viele davon nur rein optischer Natur sind.
Aufgrund einiger Meldungen, dass Ice Cream Sandwich das Galaxy S2 unnötig aufheizen und den Akkuverbrauch deutlich steigern würde, besorgten wir ein zweites Gerät und absolvierten damit den gesamten Testparcours erneut. Das Resultat war wenig überraschend: Beide Testmodelle erreichten vor und nach dem Update ähnliche Ergebnisse. Der Akkuverbrauch fiel beim zweiten Galaxy S2 ebenfalls niedriger aus, als mit Android 2.3.5. Angesichts dessen und der von uns zuverlässig ermittelten Werte, können wir das Upgrade auf Ice Cream Sandwich wärmstens empfehlen.
Das Galaxy S2 ist bei Amazon in schwarz und weiß erhältlich. Die technische abweichende Version mit der Modellnummer I9100G ist dort ebenfalls gelistet, jedoch etwas günstiger. Wer die volle Pracht von Android 4.0 genießen möchte, sollte sich das Galaxy Nexus anschaffen. Den Test dazu findet ihr unter diesem Link.














Auch Gehäuse werden umfangreich auf Herz und Nieren geprüft. Neben Messungen der Temperatur und Lautstärke spielt besonders die Qualität und Verarbeitung des Gehäuses eine große Rolle ...